Viele Unternehmen wollen ihre Preise erhöhen – was noch teurer wird

Zuletzt sind besonders die Preise für Heizöl, Kraftstoff und Gemüse stark angestiegen. Die aktuelle ifo-Umfrage zeigt, dass Unternehmen ihre Preise erhöhen wollen, was sich "bis auf die Verbraucherpreise durchschlagen" wird.
Auch bei Lebensmittel kann mit weiteren Preiserhöhungen gerechnet werden. Symbolbild: Pixabay

Verbraucherpreise sind zuletzt stark gestiegen

In den letzten Monaten ist die Inflation in Deutschland auf einen Rekordwert geklettert. Am Mittwoch, 19.01.2022, teilte das Statistische Bundesamt, dass die Verbraucherpreise im vergangenen Jahr um durchschnittlich 3,1 Prozent gestiegen sind – eine höhere Verteuerung gab es zuletzt 1993. Dabei übertrafen die Lebensmittelteuerungen im Dezember mit 6,0 Prozent sogar die Gesamtinflationsrate in Höhe von 5,3%. Die Preise für Gemüse sind besonders stark gestiegen.

Weitere Preiserhöhungen erwartet

Die Prognose für die nächsten Monate lässt für Verbraucher:innen nur wenig Hoffnung. Wie das ifo-Institut am Mittwoch, 19.01.2022, mitteilt, planen 45 Prozent der 7.000 befragten Unternehmen in den kommenden drei Monaten die Preise zu erhöhen – im Einzelhandel sind es sogar 60 Prozent. Wegen weltweiten Lieferengpässen hatte die Industrie Preiserhöhungen angekündigt, die sich zwangsläufig auch im Einzelhandel zeigen.

Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo-Konjunkturprognosen, ist sich daher sicher: „Das wird bis auf die Verbraucherpreise durchschlagen.“ Der ifo-Forscher erwartet erst gegen Ende des Jahres 2022 eine Annäherung an die Zwei-Prozent-Marke, in den kommenden Monaten erwarte er weiterhin Inflationsraten von mehr als vier Prozent.

Energie bleibt teuer

Im Schnitt wurden Energieprodukte im vergangenen Jahr um 10,4 Prozent teurer. Besonders stark stiegen die Preise für Heizöl, das knapp 42 Prozent teurer wurde, sowie Kraftstoffe, die sich um fast 23 Prozent verteuerten.

Die ifo-Forscher erwarten, dass die Unternehmen auch in den kommenden Monaten die gestiegenen Kosten für Energie an die Verbraucher:innen weitergeben. „Selbst wenn sich der Anstieg der Energiepreise in den kommenden Monaten nicht fortsetzten sollte und die Börsenpreise für Erdgas, Strom und Rohöl unverändert blieben, sorgt das noch eine Zeitlang für hohe Inflationsraten.“, so Wollmershäuser. Verbraucher:innen müssten in diesem Jahr im Schnitt 10 Prozent mehr für Energie ausgeben.

Nahrungsmittelpreise steigen deutlich

Auch ein Anstieg der Lebensmittelpreise ist in den nächsten Monaten zu erwarten. Im Dezember 2021 war Gemüse bereits 9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor.

Die aktuelle Verteuerung bei den Lebensmitteln sei auch auf einen deutlichen Anstieg der Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte zurückzuführen. Diese haben im November des vergangenen Jahres um 20,8% Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt und sich damit dynamischer entwickelt als die Verbraucherpreise.

Mit höheren Treibstoff- und Düngemittelpreise, höheren CO2-Preisen sowie Steigerungen des Tierwohls dürften die Kosten für die Landwirtschaft weiter steigen, resümiert Dr. Claus Niegsch, Ökonom der DZ Bank. Damit sei zunächst kein schnelles Ende der Preiserhöhungen für Lebensmittel zu erwarten.