VRT: Preiserhöhungen weiter unklar – dafür Start von neuen Busnetzen vorgezogen

Zwar ist weiterhin unklar, wie hoch die Anpassung für die Ticketpreise 2023 ausfallen wird, dafür werden aber zwei Busnetze im Landkreis Bernkastel-Wittlich früher an den Start - über ein Jahr früher als zunächst geplant.
Weiterhin ist unklar, wie hoch die Anpassung der Ticketpreise 2023 ausfallen wird. Symbolfoto: picture alliance / Arne Dedert/dpa | Arne Dedert
Weiterhin ist unklar, wie hoch die Anpassung der Ticketpreise 2023 ausfallen wird. Symbolfoto: picture alliance / Arne Dedert/dpa | Arne Dedert

Vor wenigen Wochen hatten wir über steigende Preise im öffentlichen Nahverkehr berichtet. Auf Nachfrage beim Verkehrsverbund Region Trier (VRT) wurde uns bestätigt, dass sich Fahrgäste auch hier auf steigende Ticketpreise einstellen. Allerdings war noch nicht sicher, wie die „Höhe der Tarifanpassung“ aussehen wird.

Entscheidung über Tarifanpassung erst Ende des Jahres

Wie nun aus einer Meldung des VRT hervorgeht, ist noch immer keine Entscheidung gefallen. Der Verkehrsverbund hat den Beschluss zur Anpassung der Ticketpreise 2023 verschoben.

Eigentlich müssten die Ticketpreise im Verkehrsverbund Region Trier um 10,72 Prozent steigen, um die Kostensteigerungen auffangen zu können. Wie in anderen Branchen auch ist der VRT mit enorm gestiegenen Betriebskosten insbesondere für Treibstoff und Fahrpersonal konfrontiert. Allerdings wurde einer Tarifanpassung in Höhe von 10,72 Prozent bei der Verbandsversammlung am Dienstag, 13.09.2022, widersprochen – und die Entscheidung auf voraussichtlich Dezember 2022 verschoben.

Gründe für den Aufschub

Nach eigenen Angaben sieht der VRT eine hohe Ticketpreisanpassung als kontraproduktiv gegenüber dem Ziel, mehr Menschen vom Bus- und Zugfahren zu überzeugen. Bei einer geringeren Ticketpreisanpassung müssen die Kommunen (die Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich, Vulkaneifel und Eifelkreis Bitburg-Prüm sowie die Stadt Trier) das finanzielle Defizit tragen. Die Kommunen in der Region Trier können diese Kostensteigerung von rund 3,8 Millionen Euro nicht auffangen. Um eine Lösung zu finden, stehen die rheinland-pfälzischen Verbünde in engem Kontakt mit dem Land.

Weiterer Grund für die Verschiebung ist die Aussage des Landes Rheinland-Pfalz eine moderatere Tarifmaßnahme grundsätzlich mitfinanzieren zu wollen. Hierzu müsse aber zunächst die Ergebnisse der Mitte Oktober stattfindenden Verkehrsministerkonferenz abgewartet werden. Auch wird womöglich das von der Bundesregierung geplante Nachfolgeangebot zum 9-Euro-Ticket strukturelle oder preisliche Anpassungen im VRT-Sortiment bedingen.

Neue Busnetze in Bernkastel-Wittlich sollen früher an den Start gehen

In der Versammlung wurde auch beschlossen, den Start der Busnetze Wittlicher Land und Hunsrück auf den 31. Juli 2024 vorzuverlegen, statt des bisher geplanten Beginns im Dezember 2025 – sofern der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord (SPNV Nord) und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität zustimmen.

Für die Regionen bedeutet das eine deutliche Ausweitung des Fahrtangebots im Bus- und Rufverkehr. Das heißt bessere Verbindungen auch abends und am Wochenende – oft in einem regelmäßigen Takt, dank dem sich auch der Alltag besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln gestalten lässt. Die Planungen für die neuen Busnetze seien bereits angelaufen. Sie werden neben den lokalen – vom Landkreis Bernkastel-Wittlich finanzierten – Linien auch regionale Hauptlinien beinhalten, welche vom SPNV-Nord und damit schlussendlich vom Land Rheinland-Pfalz finanziert werden.

Das Vorziehen des Starts der beiden Busnetze wurde notwendig, da das Verkehrsunternehmen, welches bisher einen großen Teil der Linienberechtigungen (Linienkonzessionen) im Bereich der Busnetze Hunsrück und Wittlicher-Land eigenwirtschaftlich innehatte, bei der Genehmigungsbehörde, dem Landesbetrieb Mobilität, einen Antrag auf Entbindung gestellt hatte. Um die Busanbindung dennoch aufrecht erhalten zu können, musste der Landkreis Bernkastel-Wittlich eine Notmaßnahme beschließen, welche höchstens für zwei Jahre laufen darf.

Konkreter Zeitplan für die neuen Netze:

Der neue Zeitplan sieht vor, dass der Grundsatzbeschluss zur Vorabbekanntmachung der beiden Busnetze bereits im Dezember 2022 fällt. Die Veröffentlichung der Vorabbekanntmachung wird im 1. Quartal 2023 angestrebt und im Mai werden die Busnetze bereits ausgeschrieben. Dieser enge Zeitplan soll den Verkehrsunternehmen, welche das europaweite Vergabeverfahren gewinnen, eine möglichst lange Vorlaufzeit für die Betriebsaufnahme ermöglichen.

Verkehrsverbund Region Trier GmbH (VRT) (14.09.2022)