Was den Sprit aktuell so teuer macht

Seit Monaten steigen die Kraftstoffpreise. Aktuell müssen Autofahrende für einen Liter Diesel so viel zahlen wie noch nie. Steuern sind für die steigenden Preise nur ein Grund von vielen:

Die Preisdifferenz zwischen den beiden Kraftstoffen Benzin und Diesel vergrößert sich. Symbolbild: Pixabay

Die Fahrt zur Tankstelle bereitet derzeit so wenig Freude wie lange nicht. Am Montag, 18.Oktober, meldete der ADAC, dass der Diesel mit 1,555 pro Liter so teuer wie noch nie sei (wir berichteten). Damit übertrifft der neue Rekordwert den bis dato geltenden Höchstwert von 2012. Auch der Benzinpreis nähert sich ebenfalls einem neuen Rekordhoch an.

So setzen sich die Spritpreise zusammen:

Einen Großteil des Spritpreises in Deutschland machen Steuern und Abgaben aus. Aktuell beträgt der Anteil von Steuern und Abgaben 60 Prozent. Der Preisanstieg der letzten Zeit liegt aber vor allem an den Auswirkungen der Corona-Krise und den damit verbundenen Rohöl-Preisen.

Neben Gewinn  und den eigentlichen Kosten für das Produkt von der Rohölquelle über den Transport nach Deutschland und die Weiterverarbeitung bestimmen drei verschiedene Steuern und Abgaben die Preise von Benzin, Diesel und anderen Antriebsarten: die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer), die Mehrwertsteuer und die Co2-Abgabe.

 

Stand Oktober 2021. Bild: ADAC

Die Energiesteuer liegt für Benzin bei knapp 65 Cent pro Liter, für Diesel bei etwa 47 Cent. Auch bei einem Elektroantrieb fällt die Energiesteuer an – hier beträgt diese aber lediglich 2,05 Cent pro Kilowattstunde.

Auf den Preis vor Steuern sowie auf die Energiesteuer wird die Mehrwertsteuer gerechnet. 2020 galt die Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent – die Senkung galt auch an den Zapfsäulen und war bis zum Jahresende befristet. Seit Jahresbeginn 2021 gilt wieder die Mehrwertsteuer von 19 Prozent, was das Preisniveau in den letzten Monaten erhöht hat.
Zudem wird seit 2021 eine Co2-Abgabe fällig. Diese liegt aktuell bei 7 beziehungsweise 7,9 Cent pro Liter. Bis 2025 wird die CO2-Abgabe jährlich um ein bis drei Cent angehoben.

 

Warum steigen die Preise so stark?

Der aktuelle Anstieg liegt nicht nur an den hohen Steuern und Abgaben. Vor allem der Ölpreis beeinflusst den rasanten Anstieg der Kraftstoffpreise.

Während der Corona-Krise brach der Ölpreis ein, weil die Nachfrage sank. Durch die Krise sanken auch die Preise an den Zapfsäulen auf niedriges Niveau. Nun erholt sich die Wirtschaft wieder, die Nachfrage nach Öl steigt und zudem verstärkt die herbsttypische hohe Nachfrage nach Heizöl den Preis. Das bedeutet: die Nachfrage steigt bei vergleichsweise kleinem Angebot, was die Preise an den Tankstellen in die Höhe treibt.

Spritpreise im Tagesverlauf

Eine ADAC-Auswertung zeigt, dass die Preise täglich mehrmals schwanken. Allerdings ist morgens Tanken immer am teuersten. Ab circa 6 Uhr beginnt ein deutlicher Anstieg, „der kurz nach 7 Uhr seinen Höhepunkt erreicht.“, das zeigt die Auswertung von 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2021. Um 7 Uhr sei gleichzeitig das höchste Preisniveau des Tages erreicht.

Im Tagesverlauf folgen weitere Preisspitzen gegen 10 Uhr, 13 Uhr, 16 Uhr, vor 18 Uhr, vor 20 Uhr und schließlich ab 22 Uhr. Dann klettert der Preis wieder auf sein nächtliches Niveau. Demnach liegen die durchschnitt niedrigsten Kraftstoffpreise zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr. Durch die Wahl des richtigen Tankzeitpunkts ließe sich bis zu sieben Cent pro Liter sparen.