Zwischenbilanz der Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie Region Trier & Ankündigung zweite Warnstreikwelle

In den letzten zwei Wochen wurde in allen großen Betrieben der Region Trier die der IG Metall auch angehören, gestreikt. Nun wurden die Zahlen dazu veröffentlicht und es gibt eine zweite Streikankündigung:
(c9 IG Metall Trier Streik in der vergangenen Woche bei Volvo in Konz-Könen
(c9 IG Metall Trier Streik in der vergangenen Woche bei Volvo in Konz-Könen

Über 2.300 Menschen haben gestreikt

Nach unseren Zahlen haben sich bislang über 2300 (2342) Kolleginnen und Kollegen aus elf Betrieben an den Warnstreiks in der Region beteiligt, so der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Trier, Christian Z. Schmitz.

Wir haben tarifgebundene Betriebe, wie Vossloh-Laeis, verloren, die Belegschaftszahlen haben in der Dauerkrise abgenommen und mit Vulcast einen Betrieb in der Insolvenz. Umso erstaunlicher sind damit die Zahlen. Wir haben aber auch neue Belegschaften in tarifgebundenen Betrieben gewonnen, die wir noch nicht mit Aktionen, aber in die Informationen und Planungen eingebunden haben, damit sie beim nächsten Mal dabei sind,“ so Schmitz weiter. „Hinzu kommen im Augenblick fünf betriebliche Tarifrunden, wo wir parallel zur Flächentarifrunde Tarifauseinandersetzungen führen. Wir werden die Zahl der aktionsfähigen Betriebe weiter erhöhen. Da sind wir uns sicher.“

Auch wenn die Teilnehmerzahl etwas geringer als letztes Jahr ist, weist die IG Metall darauf hin, dass die Beschäftigtenzahlen und damit das Potential abgenommen habe, z.B. bei Bilstein und GKN. „Dafür war aber die Beteiligung in den Betrieben prozentual deutlich höher und die Stimmung noch besser,“ führt Schmitz weiter aus.

IG Metall zeigt ihre Stärke in der Region

Die IG Metall Trier hat nach ihren Angaben unter Beweis gestellt, dass sie auch in schwierigen Zeiten mobilisierungsfähig ist„Niemand macht uns was vor. Wir sind die mobilisierungsstärkste Organisation in der Region Trier,“ erklärt Schmitz selbstbewusst.

Nach Aussage der IG Metall Trier war es auch die Forderung von 8%, die die Menschen mobilisierte. „Unsere Forderung ist gerecht, weil die Wertschöpfung während der letzten zwei Jahre nur aufgrund der Flexibilität und Leistungsbereitschaft der Belegschaften möglich war. Unsere Forderung macht ökonomisch Sinn, weil es das einzige Konzept der Tarifparteien ist, den Konsum und damit die Wirtschaft zu stabilisieren. Und sie ist angemessen, weil sie die Arbeitgeber in die soziale Verantwortung dieser Sondersituation einbindet ohne sie zu überfordern. Gemeinsam kämpfen wir für weitere Entlastungen, u.a. im Bündnis gegen Preissteigerungen, dieser politisch verursachten Sondersituation,“ erklärt Schmitz die Stimmung während der Warnstreiks.

Zwei starke Warnstreikwelle droht

Die IG Metall Trier kündigt weitere Warnstreiks in der Region an. Unsere zweite Warnstreikwelle wird vorbereitet. In dieser und der nächsten Woche werden wir weitere Ausstände zur Unterstützung der Tarifverhandlungen durchführen. Am Freitag, dem 18.11., werden wir in sechs Betrieben der Region eine sogenannte Frühschlussaktion durchführen. Das heißt, dass die Kolleginnen und Kollegen zwei Stunden früher ihren Arbeitsplatz verlassen werden und ins Wochenende gehen. Wir erwarten am Freitag über 700 Warnstreikende. Und wenn es Ende dieser Woche in Baden-Württemberg zu keiner Lösung kommt, werden am Freitag nächste Woche, dem 25.11., weitere 1100 Streikende in drei Betrieben erwartet,“ so Schmitz abschließend.

IG Metall