Holsthum. (bla) In Holsthum ist seit mehreren Tagen eine private Firma aus Olsdorf mit Erdarbeiten auf einem Privatgrundstück beschäftigt. Als Alexander Schier mit seinem Bagger bei Erdaushubarbeiten war, wurde er skeptisch was er denn da in der Baggerschaufel sehen würde und staunte schließlich nicht schlecht.
„Als ich in die Baugrube ging, fand ich dort tatsächliche eine Sprenggranate. Da wurde mir erst einmal heiß um´s Herz“ scherzt Alexander Schier. Doch es blieb nicht bei der einen Granate. Er fand gleich eine Hand voll davon. „Schließlich haben wir die Polizei informiert, die dann auch zügig zur Baustelle gekommen ist“ so Schier. Die eingetroffenen Beamten verständigten den Kampfmittelräumdienst Rheinland- Pfalz mit Standort in Trier.
Währenddessen ruhten die Arbeiten auf der Baustelle am Ortsrand vom Holsthum. Als der Fachmann in der Eifel eingetroffen war, wurde mit einem Detektor die Umgebung abgesucht. Und tatsächlich schlug das Gerät auch noch um die Fundstelle deutlich an. „Also haben wir mit dem Bagger weiter die Erde ausgehoben und weitergesucht“ erklärt der Baggerfahrer.
Am späten Abend wurde die Suche und der Erdaushub schließlich unterbrochen. Die gefundenen Granaten wurden verladen und abtransportiert. Neben der Munition wurden auch alte Gasmasken entdeckt. Da man noch mehr unter der Erde vermutete rollte am Mittwochmorgen der Kampfmittelräumdienst aus Koblenz mit einem Bagger an.
Um 11 Uhr starteten erneut die Sucharbeiten. Hierbei stellte der Baggerfahrer des Kampfmittelräumdienstes klar, dass aus Versicherungstechnischen Gründen nun mit ihrem eigenen Bagger die Erde ausgehoben wird. Trotzdem ist auch Alexander Schier als Beauftragter Arbeiter der Erdaushubfirma wieder mit dabei.
„Ich bin jetzt auch froh, dass nun komplett die Fachkräfte am Werk sind, bin aber auch gespannt, was noch alles gefunden wird“ sagt Schier. Wieder wurde mit einem Detektor die Erde abgesucht. Mit dem Bagger wurde immer mehr Erde ausgehoben. Schaufel für Schaufel vorsichtig abgetragen und untersucht. Am Ende konnten insgesamt 45 Sprenggranaten, 2 Mörsergranaten und zwei weitere Granaten gefunden werden.
„Sowas habe ich in meinen vielen Jahren, in denen ich selbstständig Bagger- und Erdbaubetrieb anbiete, noch nicht gesehen und erlebt“ ist Alexander Schier erstaunt. Auf Nachfrage bei einem Bewohner in unmittelbarer Nähe, erzählt er uns, dass es wohl im zweiten Weltkrieg einen Art Trichter gab, indem die Munition vermutlich begraben wurde, welche fehlgeleitet wurde. Komplett nachvollziehen lasse sich aber das ganze nicht mehr, so der Kampfmittelräumdienst. Die gefundenen Granaten wurden in Kisten verpackt und werden der Vernichtung zugeführt.
Alexander Schier ist nun erleichtert. „Nun können die Arbeiten wieder wie gewohnt fortgesetzt werden.“

(Redaktion)