Großalarm in Trier: Unwetter- Über 200 Einsätze, 210 Einsatzkräfte, überflutete Straßen & Häuser, umgestürzte Bäume

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Trier.  In den letzten Tagen und Wochen hatten die Einsatzkräfte alle Hände voll mit Flächen- und Waldbränden zu tun. Stundenlang waren sie bei schweißtreibenden Temperaturen im Einsatz. Am Donnerstagnachmittag kam das schlimme Ende der Hitzeperiode mit einem Donnerwetter.
Um kurz nach 17 Uhr zog von BeNeLux eine Unwetterfront über die Region Trier und erfasste auch die Stadt Trier. Der Himmel wurde immer schwarzer und schon fing es an zu regnen. Der Regen wurde immer stärker und mittelgroßer Hagel fiel vom Himmel. Blitz und Donner gesellten sich dazu. Innerhalb kurzer Zeit wurden zahlreiche Straßen überflutet. Im abendlichen Berufsverkehr kam es zu chaotischen Verhältnissen. Besonders war Trier- Pallien/ West und Olewig betroffen. Die Hauptdurchfahrtsstraßen wurden mehrere Zentimeterhoch überflutet. Teilweise war kein Vorankommen mehr möglich. Auch die Stadtbusse der SWT mussten kurzzeitig die betroffenen Linien einstellen.

In der Zurlaubenenerstraße wurde ein Mann in seinem Keller eingeschlossen, der vollzulaufen drohte. Die Feuerwehr konnte den Mann unverletzt befreien. Im gesamten Stadtgebiet sind mehrere Bäume umgefallen, teilweise auf geparkte Autos. In der Straße „Tempelweg“ in Trier- West stürzte ein Baum auf ein Mehrfamilienhaus. Glücklicherweise wurde hier niemand verletzt. Die Feuerwehr sperrte die Straße, bis das Grünflächenamt den Baum beseitigte. Am Abend wurde das stark beschädigte Dach mit der Drehleiter provisorisch abgedichtet.

Nach und nach kamen immer mehr Meldungen bei der Leitstelle Trier über vollgelaufene Keller, Garagen und Wohungen. Um kurz vor 16 Uhr wurden Freischichten in die Leitstelle alarmiert, um diese zusätzlich zu verstärken. Ebenfalls wurden alle 11 Löschzüge der Stadt Trier zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr alarmiert.
Die Lage auf den Straßen wurde immer unübersichtlicher. Sämtliche Hauptverkehrsadern der Stadt wurden überschwemmt, Unterführungen unpassierbar. Zu einem ersten großen Einsatz kam es schließlich ebenfalls um kurz vor 18 Uhr. Wassermassen ergossen sich in das Untergeschoss des Brüderkrankenhauses. Aufzugschächte liefen voll, Lagerräume und viele weitere Räume wurden kniehoch überflutet. Mit unzähligen Tauchpumpen wurde das Wasser aus dem BKT gepumpt. Mit Schrubber und Eimer kamen auch viele Beschäftigte des Krankenhauses zum Einsatz. Es brauchte bis 22:30 Uhr, bis dass Untergeschoss wieder trocken war. Wie hoch hier ein entstandener Schaden ist, stand noch nicht fest. Patienten und Neuaufnahmen waren nicht beeinträchtigt. Auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Feuerwehrdezernent Thomas Schmitt machten sich vor ein Bild von der Lage und dankten den Einsatzkräften.

Während weiterhin zahlreiche Notrufe bei der Leitstelle Trier eingehen, mussten die Parkhäuser Basilika und Konstantin gesperrt werden. Diese liefen ebenfalls mit Wasser voll. Viele Autos waren für ihre Besitzer zunächst einmal nicht mehr erreichbar.
Dann kam die nächste schwere Unwetterlage. Am Kleeburgerweg in Trier- Olewig fließt ein kleiner Bach, der Geisbach. Dieser wurde zu einem reißenden Strom und floss wie eine Sturzflut ins Tal. Hier wurden fünf Häuser zum Teil schwer überflutet. Dabei liefen in sekundenschnelle die Häuser voll. Zudem ergossen sich Geröllmassen ins Tal. Mit vereinten Kräften von Feuerwehr und THW wurden die Straßen, unter anderem Mit Bagger, wieder befahrbar gemacht und die Häuser nach und nach leer gepumpt. In einem Wohnhaus drang das Wasser ins Untergeschoss und flutete es bis zu 1,5 Meter hoch. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Im weiteren Verlauf, in der Riesling- Wein Straße kam es zu großen Hagelansammlungen bis zu 20 Zentimeter hoch. Auch in Trier- Olewig machten sich der Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Feuerwehrdezernent Thomas Schmitt ein Bild vom Ausmaß und sprachen mit Betroffenen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegen 21 Uhr mussten wieder zahlreiche Kräfte zur Tiefgarage des Max- Plank. Gymnasiums ausrücken. Diese lief ebenfalls randvoll. Mit fünf Pumpen musste es über drei Stunden bis in die Nacht leer gepumpt werden. Weiterhin kam es bis in die Nacht zu Pumparbeiten. Keller und Garagen mussten leer gepumpt werden. Ein Schwerpunkt lag hierbei in der Deutschherrenstraße, Oerenstraße, Bruchhausenstraße und Walramsneustraße. Rund um den Pferdemarkt kam es am frühen Abend zu großen Überschwemmungen.
Auch die deutsche Bahn war vom Unwetter betroffen. Die DB teilte mit das zwischen Trier- Ehrang und Konz- Karthaus ein Baum auf die Gleisen fiel. Zwischenzeitlich konnte der Trierer Hauptbahnhof nicht mehr angefahren werden. Hier wurden die Unterführungen unterspült und mussten ebenfalls leer gepumpt werden.

Im gesamten Stadtgebiet kam es zu Ampelausfällen. Hier waren auch Hauptverkehrsadern betroffen. Es kam jedoch zu keinen Unfällen. Mitarbeiter der Stadtwerke waren bis in die Nacht damit beschäftigt diese wieder zum laufen zu bekommen. Laut Deutschem Wetterdienst fielen während des Gewitters 37 Liter pro Quadratmeter in Trier, die dafür sorgten, dass zahlreiche Keller vollliefen.
Im Einsatz waren bis in die Nacht hinein die Berufsfeuerwehr Trier Wache I und II, die Löschzüge Olewig, Kürenz, Ehrang, Stadtmitte, Irsch, Biewer, Pfalzel, Euren, Zewen, Herrestahl und Ruwer mit insgesamt rund 160 Wehrleuten. Auch Mitarbeiter der Amtes StadtGrün unterstützten die Aufräumarbeiten. Die Stadtwerke Trier waren mit 30 Mitarbeitern aus den Sparten Strom, Wärme, Erzeugung, Wasser, Telekommunikation, Parkhaus und Kanal in rund 50 Einsätzen aktiv. Unterstützung leisteten auch das Technische Hilfswerk Trier und Saarburg mit etwa 20 Kräften.