Trier. Am Mittwochnachmittag gegen 13:30 Uhr kam es im Trierer Hafen bei der Recyclingfirma ART zu einem Großbrand. Auf dem Außengelände sind hunderte gepresster Kunststoffballen in Brand geraten. Schon auf der Anfahrt konnte der Löschzug der Berufsfeuerwehr Wache II eine sehr starke Rauchentwicklung feststellen. Somit gab es umgehend einen Großalarm für die Feuerwehr.
Die große Rauchsäule war weithin sichtbar, nach Usermeldungen bis nach Kell am See, Bitburg und Morbach. Sie entstand, weil auf der Freifläche von rund 30 mal 50 Metern im Außenbereich Inhalte der gelben Säcke in Flammen standen. Nach Angaben der Zweckverbands ART handelt es sich dabei um Abfälle aus Polyethylen, Polypropylen und Aluminium-Verpackungen sowie Sortierreste. Laut ART handelt es sich um 600 Tonnen Verpackung mit einem Volumen von 1300 Kubikmetern.
Mittels einer Warnmeldung per Nina und Katwarn wurde die Bevölkerung gebeten, Türen und Fenster geschlossen zu halten, da zunächst unklar war, ob die Rauchwolke giftige Dämpfe enthielt. Umliegende Firmen wurden wegen der Rauchentwicklung evakuiert. Die Feuerwehr hat Messpunkte eingerichtet, mit denen die Schadstoffbelastung an verschiedenen Stellen in der Stadt gemessen wird. Diese Messungen werden aufrechterhalten, bis die Löscharbeiten abgeschlossen sind.
Zur Brandbekämpfung kamen zahlreiche wasserführenden Fahrzeuge zum Einsatz, die Entnahme aus Hydranten und eine mehrere hundert Meter lange Schlauchleitung wurde zur Mosel zur Wasserentnahme gelegt. Mit zwei Drehleiter wurden die Flammen von oben und mit vielen Löschtrupps von unten bekämpft. Zeitgleich rollten drei Gabelstapler an, um die Kunststoffballen, welche noch nicht brannten, um dem Brandherd zu entfernen. Viele Atemschutzträger kamen zum Einsatz.
Im Verlauf der Löscharbeiten wurde dann auch Löschschaum zur intensiven Bekämpfung der Flammen eingesetzt. Vor den Toren der ART hatte die Feuerwehr ihre Einsatzleitung aufgebaut und fortlaufend immer wieder Lagebesprechungen durchgeführt. Die Einsatzstelle wurde in zahlreichen Abschnitten unterteilt, um den Einsatz besser koordinieren zu können.
Für die über 100 Einsatzkräfte wurden Getränke und Essen zur Verfügung bzw. bereitgestellt. Der Hafen wurde im Verlauf des Einsatzes für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Polizei hatte Verkehrsteilnehmer auf der Ehranger Brücke darum gebeten zügig weiter zu fahren und keine Gafferbilder- und Videos anzufertigen. Auch aus der Luft wurde er Verkehr mit einem Polizeihubschrauber überwacht.
Da der Rauch auch auf Ortschaften des Landkreises Trier- Saarburg zog, kamen auch dort Feuerwehren zum Einsatz, auch um Mittel für die Löschschaum- Brandbekämpfung bei zu bringen.
Nach Angaben der Einsatzleitung vor Ort, werden die Löscharbeiten noch bis zum morgigen Donnerstagvormittag andauern. Leuchtmittel wird am Abend zum Ausleuchten der Einsatzstelle aufgestellt. Verletz wurde niemand.
Im Einsatz war die Führungsebene der Berufsfeuerwehr, die Berufsfeuerwehr I und II, die Freiwilligen Wehren aus Euren, Zewen, Biewer, Pfalzel, Ehrang, Kürenz und Olewig. Zudem die Feuerwehren aus Kasel, Föhren und Schillingen. Weiterhin das DRK Ehrang, das DRK OV Trier, die Polizei Trier, Autobahnpolizei Schweich und Wasserschutzpolizei Trier.