Großeinsatz in Lorscheid: Gebäudebrand fordert ein Todesopfer, 150 Einsatzkräfte, 1 verletzter Feuerwehrmann, 10 Betroffene Menschen

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Lorscheid. Am Samstagmittag gegen 14:20 Uhr kam es in der Hauptstraße von Lorscheid zu einem schwerwiegenden Brandeinsatz.
Wie Feuerwehr und Polizei mitteilen, gingen bei der Leitstelle gleich mehrere Notrufe ein, das aus einem Einfamilienhaus starker Rauch aufsteigen würde und infolgedessen die ersten Flammen aus der Haustüre und den Fenstern des Erdgeschosses schlagen würden.
Sogleich wurde Großalarm für die umliegenden Feuerwehren ausgelöst. Die Ortswehr war innerhalb kurzer an der Einsatzstelle und bestätigte den Gebäudebrand. Schnell war klar, dass in dem Haus noch ein Bewohner sein muss. „Zeugen haben uns berichtet, dass es wohl noch ein Bewohner gibt, der im Haus sein muss. Zwei Bewohner haben versucht den 65 Jahre alten Mann zu retten, aber die Brandentwicklung von Flammen und Hitze waren zu groß“ erklärt Uwe Konz, Pressesprecher der Polizei vor Ort. Die zwei wurden vor Ort vom Notarzt untersucht die erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung.
Der Bewohner wurde im Verlauf der Löscharbeiten im Wohnhaus leblos vorgefunden. Mehrere Atemschutztrupps waren unter beschwerlichsten Bedingungen längere Zeit damit beschäftigt den Bewohner zu finden. Wie die Polizei mitteilt ist der 65- jährige Bewohner an einer Rauchgasvergiftung um Leben gekommen.
Während unter Hochdruck die Suche nach dem vermissten Bewohner stattfand, begannen ebenfalls unter schwerem Atemschutz die Löscharbeiten mit mehreren Löschtrupps von im Außenbereich. Derweil hatten sich die Flammen über das Obergeschoss und dem Dachboden ausgebreitet.
Durch die herrschende Niederdruckluft stieg der enorme Rauch nicht weit auf, sondern bedeckte ganzen Straßenzüge unter sich. Über die Warnapp Nina wurde die Bevölkerung aufgefordert Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch die Bewohner aus Lorscheid, welche sich im Freien aufhielten wurden durch die Polizei aufgefordert in ihre Häuser zu gehen und den Brandort weiträumig zu umgehen.
Im Verlauf der Löscharbeiten wurden zahlreiche Feuerwehren nachalarmiert. Es wurden viele Atemschutzträger vor Ort benötigt. Zum Einsatz kamen auch die Drehleiter aus Hermeskeil, Waldrach und der Berufsfeuerwehr Trier. Nachdem der verstorbene Bewohner ins Freie gebracht wurde, kam es auch schon zur Durchzündung und meterhohe Flammen bahnten sich ihren Weg auf dem Dachstuhl.
„Das Augenmerk der Feuerwehr galt während der Löscharbeiten auch auf das angrenzende Nachbarhaus. Dies galt es zu schützen. Immer wieder drang leichter Rauch durch die Wand, aber das konnte gut im Griff gehalten werden“ so der Pressesprecher der Feuerwehr Andreas Forster an der Einsatzstelle. Es wurde dennoch leicht in Mitleidenschaft gezogen.
Nach Einbruch der Dunkelheit war das Feuer unter Kontrolle. Mit Sägen wurde das Dach weiter aufgeschnitten, um Glutnester gleich ablöschen zu können. Während die Feuerwehr mit den Löscharbeiten auch im Innenangriff beschäftigt war, meldeten sich immer mehr Menschen beim Rettungsdienst und klagten über Atemnot. Dr. Christoph Goldbecker, Leitender Notarzt des Landkreises Trier- Saarburg erklärt im Gespräch: „Im Verlauf des Nachmittags und Abend haben sich an die 10 Menschen aus Lorscheid gemeldet, die vor Ort ärztlich behandelt werden mussten. Leider zog sich während der Löscharbeiten auch ein Feuerwehrmann Verletzungen zu und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.“ In einer nahegelegenen Gaststätte wurden die Menschen betreut und behandelt. Angesicht der vielen betroffenen Menschen entschied sich der Kreisfeuerwehrinspekteur und Leiter des Katastrophenschutzes des Landkreises Trier- Saarburg Christoph Winkler dazu, dass die Schnelle Einsatzgruppen (SEG) Betreuung und Verpflegung des Rettungsdienstes alarmiert werden. Auch wurde zur Unterstützung der Einsatzleitung vor Ort die Technische Einsatzleitung des Landkreises (TEL) mit allen Komponenten zur Einsatzstelle gerufen. „Um die große Anzahl an Einsatzkräften koordinieren zu können, haben wir die TEL hinzugezogen. Auch die Komponente Gesundheit hat ihre Arbeit aufgenommen“ so der KFI Christoph Winkler.
Immer wieder kamen die Verantwortlichen von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und THW zusammen, um die Lage zu besprechen. Hier gab es für jeden Bereich einen Abschnittleiter. Mit einer Drohne wurde das Brandgeschehen aus Luft begutachtet und sich ein Bild der Lage gemacht.
Am späten Abend bauten die SEG des Rettungsdienstes ein großes Zelt auf, um eventuelle weitere betroffenen Menschen behandeln zu können. Weiterhin wurden den Einsatzkräften, die auch bei Dauerregen an ihre Grenzen gestoßen sind, warme und kalte Getränke sowie warmes Essen gereicht. Ein Team der Notfallseel- und Nachsorge betreute die betroffenen Menschen.
„Nach den Löscharbeiten wird unsere Aufgabe, das leer räumen des Hauses sein, Das ist wichtig, um wirklich alle Glutnester ausschließen zu können“ erklärt Andreas Forster weiter. Mitarbeiter des Energieversorgers Westnetz stellten im betroffenen Straßenzug den Strom ab. Hilfsbereite Nachbarn öffneten ihre Garagen für die Einsatzkräfte.
Noch während der Löscharbeiten trafen Brandermittler der Polizei an, jedoch ist das Haus derzeit nicht betretbar. Mit einem Messfahrzeug der Feuerwehr wurden Messfahrten in der Ortslage durchgeführt, diese waren bis zum Abend jedoch negativ. Die gesamte Ortslage wurde für den kompletten Verkehr voll gesperrt.
Erste Einschätzungen der Polizei haben ergeben, dass der Schaden im sechsstelligen Bereich liegen wird. Wie es zu dem verherrendem Feuer kommen konnte, stand noch nicht fest.
Im Einsatz waren mehr als 150 Kräfte:
FEZ, Führungsunterstützung, Atemschutzwerkstatt und Wehrleitung VG Ruwer, der Wehrleiter VG Hermeskeil, der KFI und sein stellv. KFI, Gerätewagen Atemschutz Saarbrug, die TEL Trier- Saarburg. Weiterhin die Feuerwehren aus Farschweiler, Herl, Holzerath, Kasel, Mertesdorf, Osburg,Thomm, Waldrach, Pluwig- Gusterath, Bescheid, Hermeskeil, Berufsfeuerwehr Trier. SEG Hochwald, SEG Saarburg, SEG Konz, SEG Waldrach, SEG Föhren. Regelrettungsdienst DRK Hermeskeil mit Notarzt und DRK Schweich, Polizei Hermeskeil und Westnetz. (Es kann auch eine Einheit vergessen sein…)

(Blaes)