Nina

Region. Um 11 Uhr am heutigen Donnerstag, den 10. September 2020 fand nach der Wiedervereinigung der erste bundesweite Warntag in Deutschland statt. Um 11:20 Uhr erfolgte dann die Entwarnung.

Jedenfalls stand es so im Protokoll des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Im Vorfeld war den Menschen in der Region Trier klar, dass im Leistellenbezirk Trier keine Sirenen heulen werden.

Doch es kam noch schlimmer. Eine Stunden später titeln die deutschen Zeitungen den Warntag so:

  • Blamage am Warntag- Bundesweite App Nina warnt zu spät (Nordkurier)
  • Flop beim Warntag im Allgäu- Warnapps funktionieren nicht (Allgäuer zeitung)
  • Bundesweiter Warntag: Warnapp und Sirenen bleiben still (WDR)
  • Katastrophenwarntag 2020: Apps überlastet (Focus)

Wie lief es in der Region Trier?! 

Und wie war es in der Region Trier?! Die Apps lösten, wie im gesamten Bundesgebiet viel zu spät oder gar nicht aus. Bei unserem Onlineredakteur Florian Blaes löste zum Beispiel die Warnapp Nina erst um 11:31 Uhr aus, Katwarn um 11:38 Uhr. Aber das war noch längst nicht bei allen Bürgern so gewesen, teilweise pushten die Apps auch nicht auf.

Das sagt der BBK

Hier teilt ein Sprecher des BBK mit: „Die bundesweite MoWaS-Meldung konnte nur verspätet zugestellt werden. Grund dafür ist eine nicht vorgesehene zeitgleiche Auslösung einer Vielzahl von Warnmeldungen über MoWaS gewesen. Das im Vorfeld mit den beteiligten Partnern besprochene Auslösekonzept sah eine reine Auslösung durch den Bund mit MoWaS vor.“ Weiter heißt es: „Das gesehene technische Phänomen liefert wichtige Erkenntnisse für den Ausbau von MoWaS und die notwendige weitere Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen in Bund und Ländern und wird in der weiteren Entwicklung von MoWaS berücksichtigt.“

Hätte also ein Notfall vorgelegen, bei dem jede Minute zählt, wäre es für viele zu spät gewesen! 

Hoffen wir auf den Ausbau und weiteren Fortschritt der Apps und der Digitalisierung der Sirenen. Zukünftig soll im jedem Jahr am zweiten Donnerstag im September dieser Warntag stattfinden. 2021 hoffentlich besser als 2020…

Der Innenminister kündigte zudem an, wieder in allen Dörfern und Städten die Sirenen zu installieren, dort wo sie in den letzten Jahren abgebaut wurden. Wenn sie die Sirenen hören wollen, so finden sie die Warnung um 11 Uhr und die Entwarnung um 11:20 Uhr als Video aus dem saarländischen Weiskirchen in unserem Facebook- Channel. newstr.de auf Facebook

Und wie war es mit den Fernseh- und Radiosendern: Auf vielen Sendern wurde ein roter Balken um 11 Uhr aufgeleuchtet, aber bei weitem nicht auf allen Sendern! Und im Radio kamen um 11 Uhr: Die Nachrichten…

Eines hat sehr gut funktioniert: Die Bevölkerung vor dem Warntag zu warnen. Tage- und Wochenlang wurde in den Medien darüber berichtet und gewarnt, mit Erfolg.