Gruppenfoto aus 2019

Auf der 11. Informationstagung zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz der Landeszentrale für Politische Bildung in Mainz gründete sich am 01.04.2001 im Landtag die Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit.

19 Gruppen, Einzelpersonen, Initiativen und Vereine, die lokal oder regional Erinnerungsarbeit leisten, schlossen sich zu diesem Netzwerk zusammen. 17 –köpfig ist der Sprecherrat ( Vorstand ), dessen Vorsitzender seit 2001 Dieter Burgard ist. Nun am 1.April 2021 sind es 78 Institutionen, die hier zusammen arbeiten, was auch Beispiel für andere Bundesländer ist. Mitglieder sind neben den Gedenkstätten auch das Haus des Erinnerns in Mainz, Universitäten, Landesverbände von Opfergruppen, jüdische und christliche Einrichtungen, das Landeskrankenhaus, kommunale Institutionen bis hin zu kleineren Initiativen. Auf Bundesebene besteht seit 2021 ein Forum der LAG’s. Synergieeffekte werden ebenso genutzt wie auch gemeinsame Interessenvertretung für die Belange der in der Gedenkstättenarbeit regional und landesweit. Dieter Burgard zieht eine positive Zwischenbilanz und verweist auf die Fortschritte und Impulse aus der LAG.

Die Novellierung des Archivgesetzes, die Kartierung und Pflegeanleitung von jüdischen Friedhöfen, die Stärkung von Lernorten, die Unterstützung von Projekten, so der Gedenkstätte in Neustadt und Laufersweiler und der Aufarbeitung der Krankenmorde sowie zahlreiche Initiativen zu Stolpersteinen, Informations-und Mahntafeln und die Herausgabe von Literatur und Filmen. Erinnerungsarbeit ohne Zeitzeugen der Verfolgung und mit modernen, digitalen Mitteln unterstützte die LAG ( www.lagrlp.de ).Durch die Landespolitik war es möglich auch die Demokratieerziehung, die Erinnerungsarbeit jüngeren Menschen zu vermitteln und gegen Extremismus in Lehrplänen, Verordnungen und Haushaltstiteln zu fixieren. Opfergruppen der NS-Diktatur, die in Vergessenheit geraten ist, wie Homosexuelle, Sinti, politisch Andersdenkende, sogenannte „Asoziale“ und Kranke müssen, so Dieter Burgard noch stärker ins Bewusstsein und die Forschung Eingang finden.

Die 2. Und 3. Nachkriegsgeneration macht sich verstärkt auf Spurensuche ihrer Vorfahren und sie sind dankbar für das Gedenken und Mahnen vor Ort. So ist die Arbeit oft auch grenzüberschreitend. Hoffnungsvoll ist, dass Kommunen und Landkreise, der Bezirksverband und der Landtag Erinnerungsarbeit auch als ihre Aufgabe begreifen und das Ehrenamt mit ihrer Lobbyarbeit unterstützen. Wichtiger Partner und Unterstützer ist die Landeszentrale für politische Bildung mit den staatlichen Institutionen in Osthofen und Hinzert. Die pädagogische Arbeit in diesem Feld ist in der Pandemiezeit erschwert, doch neue Wege werden verstärkt genutzt und das Interesse ist in den Jahren stetig gestiegen. 20 Jahre Erinnerungsarbeit für eine friedvolle Zukunft mit Respekt vor allen Menschen.