Landesüberschreitende Zusammenarbeit: Bahnunfall auf Grenzbrücke bei Wasserbilligerbrück

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Wasserbilligerbrück. Kein Durchkommen mehr als Samstagnachmittag an der „Esplanade de la Moselle“ in Wasserbillig. Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst haben gemeinsam mit der DB und der CFL einen Bahnunfall auf der Grenzbrücke geübt:
Am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr befuhr eine Regionalbahn die Strecke zwischen Mertert und Igel. Der Zug ist gerade aus dem Bahnhof gefahren als ausgerechnet auf der Grenzbrücke bei Wasserbilligerbrück die Oberleitung abreißt. Nach Ausfall der Elektronik führt der Triebfahrzeugführer eine Schnellbremsung ein. Eine im Zug befindliche Klasse gerät in Panik. Ein Fahrgast öffnet unvermittelt die Tür mit dem Notschalter. Daraufhin springt sie in das danebenliegende Gleisbett und verletzt sich dabei.
Umgehend wurde der Notruf abgesetzt. Es dauerte nicht lange bis die Rettungsdienste von CIS- Grevenmacher- Mertert mit ihren Feuerwehrfahrzeugen und dem Rettungswagen an der Unglücksstelle eintreffen. Sie wiederum erkennen den ernst der Lage und fordern Unterstützung aus Deutschland an. Die Feuerwehren aus Igel und Langsur brauchen nicht lange um ihren Kollegen aus Luxemburg zur Hilfe zu eilen.
Doch bevor der Strom in den Oberleitungen nicht abgeklemmt ist, können die Einsatzkräfte das Gleisbett nicht betreten. Notfallmanager der DB und der CFL treffen ebenfalls an der Einsatzstelle ein. Über die Fahrdienstleiter aus Konz- Karthaus und Wasserbillig kommen nun die Informationen das der Strom abgestellt ist. Nun gilt es die Leitungen dennoch zu erden. Nachdem dies an beiden Zugseiten geschehen ist, können die Rettungsmaßnahmen beginnen.
Nach einer Sichtung wurde festgestellt das 25 Menschen im Zug sind. Nach und nach können 22 der Beteiligten von der Feuerwehr aus Luxemburg und Deutschland in Sicherheit gebracht werden. Währenddessen wird die verletzte Frau auf dem Gleisbett vom Rettungsdienst erstversorgt. Mit einer Drehleiter und einer Schleifkorbtrage kann die junge Frau schließlich gerettet werden und dem Notarzt übergeben werden. Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, einen Rollstuhlfahrer aus dem Zug zu retten.
Nach der Rettung der Verletzten wurde die Drehleiter umpositioniert und der Rollstuhlfahrer schonend gerettet. Nachdem alle Zugreisenden gerettet wurden, kam eine Lok um den verunfallten Zug zu bergen.
Bei der Übung wurden von Seiten der DB und der CFL die internen Meldewege, das Zusammenspiel zwischen den beteiligten Fahrdienstleitern Karthaus und Wasserbillig, die Abstimmung zwischen den Einsatzleitern der CFL und der DB sowie der Rettungsorganisationen überprüft. Im Anschluss an der Übung trafen sich alle Beteiligten zu einer „Manöverkritik“ am Bahnhof Wasserbillig.

(Blaes)