„Was ist denn hier schon wieder los, die Traktoren waren doch vor einer Woche schon durch Thalfang gefahren“ fragt eine ältere Dame den Kameramann auf dem Weg in den Edeka. Und genauso ist es. Am 11.11. um 11:11 Uhr kamen einige Landwirte mit ihren Traktoren zu Hochwald Foods nach Thalfang und haben ein Forderungsschreiben abgegeben. (wir berichteten)

Am heutigen Donnerstag 19.11.2020 kamen wieder zahlreiche Landwirte nach Thalfang in den Hunsrück um pünktlich um 11:11 Uhr die Ergebnisse abzuholen. Die Spannung war im Vorfeld bei den Landwirten groß. Kommt gar nichts, werden sie 1,2 Cent nachlegen oder was wird kommen…

Mit dabei ist auch der Junglandwirt Felix Engel aus Mörschied im Hunsrück. Er war auch wie viele anderen seiner Kollegen und Kolleginnen vor einer Woche mit dabei. Doch eines ist jetzt schon anders. „Zunächst freue ich mich riesig, dass wir uns hier heute verdoppelt haben“ freut sich Felix Engel. Und in der Tat am heutigen Donnerstag sind mehr als 30 Traktoren und knapp 50 Landwirte und landwirtschaftliche Mitarbeiter zu „Hochwald“ gekommen. Im großen Traktor-Zug geht einmal quer durch Thalfang, wo bereits Kathrin Lorenz von Hochwald Foods auf die Landwirte wartete.

Mit dabei waren auch heute wieder der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM e.V., die Milchgruppen von LsV Land schafft Verbindung, die Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft AbL e.V., die Freien Bauern, das European Milk Board EMB und die MEG Milch Board w.V.,  unterstützt auch von der Bauern & Land Stiftung. Diese und viele Ansammlungen vor den Betrieben findet wieder in ganz Deutschland statt. So wurden auch heute wieder in Rheinland-Pfalz und besonders in der Region Trier folgende Betriebe von den Landwirten besucht:

  • Hochwald, Thalfang
  • Arla, Pronsfeld
  • Schlachthof Simon, Wittlich
  • Schlachthof Fuchs, Prüm
  • Schlachthof Müller, Gerolstein
  • Oetker in Wittlich

Die Aktion Milchdialog schrieb in der vergangenen Woche: WIR BRAUCHEN ZWINGEND DEUTLICH HÖHERE MARKTERLÖSE FÜR MILCH, RINDER, SCHWEINE UND GEFLÜGEL:

Um unsere Betriebe erhalten und wirtschaftlich nachhaltig weiterentwickeln zu können, brauchen wir JETZT von unseren Verarbeitern in einem ersten Schritt:

  • für den Liter Milch mindestens 15 Cent mehr!
  • für das kg Rindfleisch mindestens 1 Euro mehr!
  • für das kg Schweinefleisch mindestens 50 Cent mehr!
  • Für das kg Geflügel mindestens 20 Cent mehr!

Die Erwartungen waren groß, aber die Landwirte wurden enttäuscht. Im Fall der Hochwaldmolkerei zeigt sich das Großunternehmen zwar solidarisch mit den Landwirten und kann den Unmut verstehen. Aber die Hände seien ihnen gebunden. Ein Milchbetrieb im Hochwald kann nicht allein in ganz Deutschland den Milchpreis um 15 Cent anziehen, das gehe nicht, so heißt es im Antwortschreiben.

Doch damit wollten die anwesenden Landwirte sich nicht zufrieden stellen und forderten ein Gespräch mit der Geschäftsleitung. Einer der Leiterin Kathrin Lorenz, die auf der Straße mit den Landwirten ins Gespräch kam, organisierte kurzerhand einen Dialog zwischen zwei Landwirten und der Geschäftsleitung von Hochwald Foods. Unter anderem nahm auch Felix Engel an dem Gespräch teil, welches knapp 1,5 Stunden dauerte.

Sein Statement nach dem Gespräch: „Der Druck wurde erhöht, der Druck, den wir aufgebaut haben, wurde angenommen von den Molkereien und die Hochwald hat mit außerordentlichem Verständnis regiert. Man kam zu dem Entschluss, dass es nur gemeinsam gehen kann- die Landwirte und die verarbeitenden Betriebe.“

Es wird folglich unter den Verbänden nun Gespräche geben und die Ergebnisse bundesweit ausgewertet. `dann werden die weiteren Schritte der Landwirtschaft besprochen und ausgeführt. „Das wird hier nicht die letzte Aktion gewesen sein, im Gegenteil, wir machen auch unter Coronabedingungen weiter und kämpfen. Wir fordern die klare Erhöhung der Preise für uns Landwirte“ stellt der Junglandwirt klar.

Nach der Aktion vor den Toren der Hochwald in Thalfang ging es erneut im Konvoi durch die Dörfer um zu signalisieren: Die Landwirte sind da und kämpfen weiter!