Andreas Sommer

Kommt nach dem Tank-Tourismus ins Großherzogtum jetzt der Friseur-Tourismus? Während beim zweiten Shutdown in Deutschland die Friseurläden geschlossen sind, gelten in Luxemburg andere Regeln. Hier haben die Friseursalons und Einzelhändler noch geöffnet. Genau das führt mancherorts jetzt zu skurrilen Situationen. Im grenznahen Wasserbillig beispielsweise werden seit Beginn des zweiten Shutdowns in Deutschland die Friseurläden mit Terminanfragen nahezu überrannt, und das von deutschen Kunden!

Christina Helmling hat ihren Salon Haar Concept erst seit dem 11. Januar 2021 eröffnet, direkt an der Wasserbilliger Brücke, keine Hundert Meter von der Grenze entfernt. Doch seit in Deutschland die Salons schließen mussten, kann sich die selbständige Friseurmeisterin vor Anfragen deutscher Kunden kaum noch retten, zu groß ist der Ansturm. „Wir werden förmlich überrannt und haben 10-15 online Terminbuchungen am Tag. Das Telefon klingelt ständig, und wir sind am Anfang der Woche bereits für die restliche Woche ausgebucht.“, schildert Christina Helmling die Situation. Teilweise müssen Kundenanfragen auch schonmal abgelehnt werden, denn „wir nehmen nicht mehr jeden an, nur um jeden irgendwie bedienen zu können. Was nicht geht, das geht nicht.“, sagt Christina Helmling weiter.

Dabei hat die Friseurmeisterin durchaus gemischte Gefühle und kann die Not ihrer deutschen Kollegen nachvollziehen, denn sie halt selbst jahrelang in Deutschland gearbeitet. Gleich gegenüber, auf der deutschen Seite der Mosel in Oberbillig, betreibt Gisela Birringer ihren Salon. Sie muss ihren Friseurladen während des Shutdowns schließen, mindestens noch bis Mitte Februar. „Zwei Monate ohne Verdienst ist schon richtig hart“, sagt die Friseurmeisterin aus Oberbillig, ohne zu wissen, ob es denn Mitte Februar wirklich wieder losgehen kann. „Wir sind hier direkt an der Grenze zu Luxemburg und während unsere luxemburger Kollegen geöffnet haben, dürfen wir hier nicht arbeiten, das ist schon ein bisschen ungerecht“.