Eröffnung Medizin-Campus Trier. Foto: Harald Tittel
Das erste Wintersemester für Medizin-Studierende am Medizincampus Trier (MCT) eröffneten heute Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf in einer Feierstunde in der Europäischen Rechtsakademie in Trier. Insgesamt acht Studierende der Universitätsmedizin Mainz absolvieren ihr 10. Fachsemester und anschließend ihr Praktisches Jahr am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier. Die Lehrveranstaltungen starteten diese Woche.

„Mit der Eröffnung des Medizincampus Trier realisieren wir heute ein wegweisendes Strukturprojekt der rheinland-pfälzischen Landespolitik. Wir stärken die Ausbildung in der Medizin, indem wir die Ausbildung unserer Nachwuchsärztinnen und -ärzte in die Fläche tragen. Das regionalisierte Studium bindet nun starke Partner aus Trier in die Medizinerausbildung ein und ermöglicht uns, Lehrkapazitäten zu verstärken“, hob Ministerpräsidentin Malu Dreyer hervor. „Von einer gestärkten Medizinerausbildung profitiert ganz Rheinland-Pfalz. Insbesondere leistet der Medizincampus einen wesentlichen Beitrag, die ärztliche Versorgung zukünftig im ländlichen Raum zu verbessern. Auch profiliert er Trier als regionalen Gesundheitsstandort weiter und trägt zur Fachkräftesicherung an den Trierer Krankenhäusern bei.“

Wissenschaftsminister Prof. Dr. Konrad Wolf betonte: „Wir als Landesregierung investieren über 15 Millionen Euro in den Medizincampus Trier. Damit können wir hervorragende Studienbedingungen in personeller, baulicher, konzeptioneller und didaktischer Hinsicht bieten und erfüllen die hohen Ansprüche an die Qualität der Lehre. Dies war uns als Wissenschaftsministerium besonders wichtig. Das neue Angebot der Universitätsmedizin Mainz und der Trierer Kooperationspartner als neuer Schwerpunkt des Wissenschaftsstandorts Trier passt thematisch gut zum Gesundheitscampus der Universität Trier und der Hochschule Trier.“Univ.-Prof. Dr. Ulrich Förstermann, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz, ergänzte: „Die Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses in Rheinland-Pfalz ist eine der zentralen Aufgaben der Universitätsmedizin Mainz. Auch um den Ausbildungsstandort Rheinland-Pfalz weiterhin attraktiv und zukunftsorientiert zu gestalten, wurde der Medizincampus Trier der Universitätsmedizin Mainz ins Leben gerufen. Wir freuen uns, den Studierenden ein interessantes und bereicherndes Lehrangebot in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und dem Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen anbieten zu können. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern möchte ich mich herzlich bedanken.“

Der Medizincampus Trier startet dieses Semester mit acht Studierenden des 10. Fachsemesters der Universitätsmedizin Mainz, die anschließend auch ihr unmittelbar folgendes Praktisches Jahr an den Trierer Krankenhäusern absolvieren werden. Zum Wintersemester 2021/2022 wird der MCT auf das 9. und 10. Fachsemester zuzüglich des Praktischen Jahres ausgeweitet.

„Für die Menschen in der Region Trier: Stadt und Land – Hand in Hand. Treffender kann ein Trierer OB das heutige Ergebnis nicht zusammenfassen. Wir stärken den Zukunftsstandort Trier und sichern für die Bevölkerung so die Gesundheitsversorgung auch in der Fläche des Landes Rheinland-Pfalz. Im Ergebnis steht eine weitere Steigerung der Attraktivität unserer Heimat, in der die Menschen gut und gerne leben mit dem Wissen, dass die öffentliche Hand für eine starke Infrastruktur sorgt. Als Oberbürgermeister freue ich mich zudem über das erneute Bekenntnis seitens des Landes zum Oberzentrum Trier als wichtigem Hochschulstandort, das mit dem heutigen Tage klar zu erkennen ist“, so der Trierer Oberbürgermeister, Wolfram Leibe.

Die Lehre am Medizincampus Trier wird durch ärztliches Personal des Brüderkrankenhauses, des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen, zwischen Mainz und Trier pendelnden Dozentinnen und Dozenten der Universitätsmedizin Mainz sowie über digitale Lehrveranstaltungen bestritten, die live von Mainz nach Trier übertragen werden. Neben praktischen Lehreinheiten in den beiden Lehrkrankenhäusern finden die Lehrveranstaltungen zukünftig im alten Pfarrhaus St. Irminen statt, das die Vereinigten Hospitien aktuell sanieren. Dort werden sich auch Bibliothek und Dekanat befinden. Aktuell dienen Räumlichkeiten in der Geriatrischen Rehabilitationsklinik St. Irminen als vorübergehende Unterkunft des Medizincampus. Die Studierenden des Medizincampus in Trier können von den Angeboten des Trierer Studierendenwerks profitieren: Sie erhalten ein Semesterticket, können in der Mensa speisen, auf die Wohnheime zurückgreifen sowie das „Di-Mi-Do-Ticket“ nutzen, das an drei Wochentagen freien Eintritt zu Trierer Kultureinrichtungen bietet. „Mit dem Start des Wintersemesters 2020/21 in den beiden christlichen Kliniken des Medizincampus Trier der Universitätsmedizin Mainz wird der Universitäts- und Gesundheitsstandort Trier um einen wichtigen Ausbildungsbereich erweitert, der dazu beitragen wird, den hohen Standard der Gesundheitsversorgung in der Region Trier weiter auszubauen. Wir danken allen Beteiligten, die dieses Projekt trotz der Corona-Pandemie ohne Verzögerung so gut vorangebracht haben und wünschen den ersten Trierer Medizinstudenten einen guten Start und eine abwechslungsreiche und erfolgreiche Studienzeit“, sagt Bruder Peter Berg, Regionalleiter der BBT-Gruppe Region Trier.

„Wir heißen die Studierenden herzlich willkommen an der Mosel und freuen uns auf den medizinischen Nachwuchs für unsere Region“, betont Markus Koenen, Kaufmännischer Direktor im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen. „Wir im Klinikum Mutterhaus können auf eine über 40-jährige Erfahrung in der Ausbildung der Medizinstudierenden zurückblicken. Das Engagement für die jungen Ärzte und auch Pflegekräfte ist uns wichtig. Auch im Medizincampus Trier werden wir uns verantwortungsvoll und mit großem Engagement den jungen Ärzten zuwenden. Unsere lehrverantwortlichen Ärzte geben ihr Wissen und Knowhow gerne an die kommende Medizinergeneration weiter. Uns ist es wichtig, dass diese sich in unserem Klinikum fachlich und persönlich zuhause fühlt.

Die Eröffnung des Medizincampus Trier begrüßte der Präsident der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. Günther Matheis, ausdrücklich: „Der zusätzliche Standort für ein regionalisiertes Medizinstudium in Trier ist bedeutsam. Der neue Medizincampus stärkt zum einen den Standort Trier und entlastet zum anderem die Universitätsmedizin in Mainz.“ Und ganz wichtig: Medizinstudierende können ihr Studium auf hohem Niveau fortsetzen. Zudem habe er die Hoffnung, dass die Studierenden später in der Trierer Region in die ärztliche Versorgung einsteigen. Matheis: „Das wäre ein großer Gewinn für Eifel und Hunsrück.“