Rhein; © Martin Hoffmann

Region. Es ist Hochsommer in der Region Trier. Viele Menschen freuen sich über eine Abkühlung. Tatsächlich gehen einige in den Rhein, die Mosel oder in die Saar baden. Doch hier ist nicht mehr viel mit dem kühlen Nass. Die Gewässertemperaturen steigen in vielen Flüssen, darunter auch die Mosel, zu stark an. Das ökologische Gleichgewicht wird empfindlich gestört.

Die Umweltministerin Ulrike Höfken macht klar: „Der Klimawandel betrifft zahlreiche Bereiche unseres täglichen Lebens. Hohe Wassertemperaturen gefährden die Lebewesen in unseren Gewässern. Diese sind jedoch wichtig für uns alle. Denn viele von ihnen sorgen dafür, dass unser Wasser sauber bleibt, dazu gehören insbesondere die Muscheln. Auch bei Fischen führen höhere Wassertemperaturen zu Verhaltensänderungen und erhöhten Anfälligkeiten gegenüber Krankheiten. Sind die Temperaturen in den Gewässern zu hoch, müssen betroffene Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um den Kühlwasserbedarf aus den Gewässern zu reduzieren. Daher hat das Umweltministerium landesweit die erste Warnstufe ausgerufen.“

Schädigung der Lebewesen durch Sauerstoffmangel

Durch die hohen Wassertemperaturen ist die Sauerstoffaufnahmemöglichkeit der Gewässer deutlich reduziert. Dazu kommt: Durch die hohe Sonnenintensität nimmt das Algenwachstum zu. Infolge der erhöhten Temperaturen wird so die biologische Umsetzung der in den Gewässern vorhandenen Stoffe beschleunigt. Dadurch kommt es zu einer erhöhten Sauerstoffzehrung. Es besteht somit die Gefahr von Sauerstoffmangel, der zu einer Schädigung der aquatischen Lebenswelt bis hin zu Fischsterben führen kann.

Seit Donnerstag, 30.07.2020 hat die Mosel an der Messstation Palzem am Sonntag die 25 °C Marke erreicht und damit die Handlungsstufe 1 „Phase verstärkter Beobachtung“ des aktualisierten Handlungskonzeptes überschritten. An den übrigen Pegeln wie an Saar, Nahe und Lahn liegen die Tagesmitteltemperaturen noch darunter.

Maßnahmen zur Abkühlung

In der ersten Handlungsstufe werden nun von den Struktur- und Genehmigungsdirek-tionen alle bedeutenden rheinland-pfälzischen Wärmeeinleiter angeschrieben und aufgefordert, vorsorgliche Maßnahmen zu ergreifen. Solche Maßnahmen sind beispielsweise: Messung der Gewässertemperatur vor und nach der Einleitung von Kühlwasser sowie eine Prüfung, ob innerhalb des Betriebes andere Kühlmöglichkeiten genutzt werden können.

In der zweiten, dritten und vierten Handlungsstufe verschärfen sich die Maßnahmen bis hin zu Produktionseinstellungen. In den vergangenen beiden Jahren wurde die Stufe 2 (2019) und 3 (2018) ausgerufen, wonach einige Firmen für einige Wochen vor allem ihre Produktionen mit hohem Kühlwasserbedarf stark einschränken und sämtliche alternativen Rückkühlmöglichkeiten nutzen mussten. Die höchste Stufe, Stufe vier, wird ausgerufen, wenn die Gewässertemperatur im Rhein 29 °C überschreitet. Dies ist in Rheinland-Pfalz bislang noch nicht passiert.

  • Text: Pressemitteilung Umweltministerium RLP, eigene Textzeilen
  • Bild: Rhein; © Martin Hoffmann