In diesem Waldstück, an dieser Hütte, wurde das Auto gefunden.

Es sind nun drei Tage vergangen, seitdem eine 30-jährige Frau von ihrem 52-jährigen Exfreund erschossen wurde, bevor er sich anschließend selbst umbrachte.

Der Schock über die Bluttat im 500-Seelenort Nusbaum in der Südeifel sitzt tief

Der Mann ist weit über den Eifelort bekannt und kennt die Wälder in und auswendig. Er war der Revierförster im gesamten Umkreis. Auch sein Wohnhaus ist umwachsen von hohen Fichten und Sträuchern. Wie in einem kleinen Wald, aber dennoch in einer Straße, wo links und rechts teure Wohnhäuser stehen. Im Garten steht ein Pool, daneben ein Gartentisch mit aufgeschlagenem Sonnenschirm. Kinderspielsachen liegen überall herum. Auf der Haustüre und dem Gartentisch stehen Kerzen. Brennende Kerzen, die von Bewohnern aufgestellt wurden.

Das war unser Förster, das hätten wir nie gedacht.“

newstr.de hat sich mit zwei Bewohnern, die in unmittelbarer Nähe wohnen, getroffen. Sie wollen verständlicherweise namentlich nicht genannt werden.
Das war unser Förster, das hätten wir nie gedacht.“ Sie erzählen, dass der 52-Jährige in einer längeren Beziehung mit der 30-Jährigen aus Luxemburg war. Die Frau hinterlässt ein kleines Kind. Vor kurzem haben sich die beiden getrennt, sie hatte einen neuen Freund. „Hier ging es wohl um Geld, viel Geld. Und die Tatsache der Trennung„, ist einer der beiden, mit denen wir uns unterhalten, der Meinung. Die Menschen hier im Ort sind schon sehr erschüttert und erschrocken über diese Tat. Hier in unserem kleinen Örtchen, hätte keiner so etwas erwartet.

Per Telefon: Mordgeständnis und Ankündigung des Suizids

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Mann einen Freund angerufen hatte und ihm mitteilte, dass er soeben die Ex-Freundin erschossen habe. Er würde sich selbst auch erschießen wollen. Daraufhin wurde eine große Suchaktion gestartet.
Das haben wir mitbekommen. Es war unheimlich viel Blaulicht hier in Nusbaum und Enzen zu sehen, auch das SEK haben wir gesehen.“ Und in der Tat, das Haus wurde umstellt, da unklar war, ob der Mann noch zu Hause ist. Zeitgleich wurden mit vielen Kräften der Polizei, die Polizei nennt eine Zahl von 150 Kräften, das gesamte Gebiet mitten in der Nacht abgesucht. Ein Polizeihubschrauber konnte nicht zum Einsatz kommen, da es zu neblig war. Hier wurde die Drohneneinheit des Landkreises Trier-Saarburg mit Standort bei der Feuerwehr Schillingen im Hochwald alarmiert. Diese rückte an und konnte auch bei Nebel fliegen. Sie sind mit einer neuen Drohne ausgestattet und können bei Wind und Wetter starten, auch bei Nebel. Doch auch dieser Flug brachte keine Ergebnisse.

Am Samstagmorgen, 11. September 2021, kam schließlich der Polizeihubschrauber zum Einsatz. Es wurde heller und die Sonne durchbrach die Wolkendecke. Auf einem Waldparkplatz zwischen Nusbaum und Bollendorf versammelten sich zahlreiche Polizeikräfte mit ihren Zivilfahrzeugen. Was wohl niemand in diesem Moment wusste: eben in diesem Waldstück stand bereits das Auto mit den beiden Leichen.

newstr.de war sich die Örtlichkeit anschauen. Es liegt mitten im tiefsten Wald in einem Dreieck zwischen Bollendorf-Wallendorf und Nusbaum. Hohe Felsen ragen immer wieder in die Höhe. Und mitten im Wald steht eine Jagdhütte unscheinbar und kaum einzusehen. Unter dem dichten Geäst wurde das Auto geparkt, bevor der Förster seine Androhung vollendete.
Außen waren die Autospuren der Polizei, SEK, und Kriminalpolizei zu sehen. Es war erkennbar, dass das Auto vor der Öffnung mit einer Rauchbombe versehen wurde. Da unklar war, ob noch der Täter noch am Leben ist. Gefunden wurde das Auto schließlich mithilfe des Polizeihubschraubers aus der Luft.

Zwei Hubschrauber aus Deutschland und Luxemburg waren an diesem Morgen an der Suche beteiligt. Auch luxemburgische Polizeikräfte unterstützen die deutschen Beamtinnen und Beamten am Boden. Doch alles vergebens: Nur die Leichen der 30-jährigen Frau und ihres Ex-Freundes konnten gefunden werden. Die Frau hinterlässt ein kleines Kind, wie uns die Nachbarn erzählen. Eine fassungslose Tat für alle Menschen, die rund um den Wald, der Eifel und der gesamten Region wohnen.

Im Gesamteinsatz war die Polizei Bitburg, die Bereitschaftspolizei RLP, der Polizeihubschrauber RLP. Polizeihubschrauber Lux., SEK, Kriminalpolizei, Polizeisuchhunde, das DRK Bitburg, Prüm und Speicher, der Notarzt Bitburg, der OrgL, LNA und die Drohne LK Trier-Saarburg (FFW Schillingen).


Telefonseelsorge rund um die Uhr: Gesprächs-, Beratungs- und Seelsorgeangebot für alle Menschen in Lebenskrisen und belastenden Situationen
0800 111 0 111 (gebührenfrei)
0800 111 0 222 (gebührenfrei)
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen – Unterstützung für Frauen in Not: Für Frauen, die von Gewalt betroffenen oder bedroht sind
08000 116 016

Hinweis: Warum haben wir nochmals berichtet? Diese Tat hat über die Region hinaus für großes Entsetzen und Aufsehen gesorgt. Zwei Bewohner hatten sich bei uns gemeldet, um über das Geschehene zu sprechen. Daraus entstand unser Bericht.