Reinsfeld. (bla) Auch am zweiten Tag nach dem tragischen Flugzeugabsturz am Sportplatz bei Reinsfeld gehen die Arbeiten rund um die Unglücksstelle weiter.
„Das technische Hilfswerk Saarburg und die Feuerwehr Reinsfeld waren am gestrigen Donnerstag bis 17 Uhr damit beschäftigt die Trümmerteile zu bergen. Wir haben somit für die eigentliche Bergung aller Flugzeugteile an die fünf Stunden gebraucht“ so Daniel Bredel, Einsatzleiter vor Ort. Am Freitag war die Arbeit für die Rettungskräfte allerdings komplett abgeschlossen.
Doch für die Polizei ging die Arbeit folglich noch weiter. Um 9:30 Uhr hat sich auf dem Parkplatz am Sportplatz eine große Anzahl an Kräften der Bereitschaftspolizei Rheinland- Pfalz mit mehreren Polizeibussen versammelt. Mit dabei waren auch die Speziallisten der Kriminalpolizei Trier, jene welche für die Ermittlungen zur Unfallursache zuständig sind. Ihre Aufgabe bestand darin, noch weitere mögliche Wrackteile im Wald zu finden. „Wir gehen davon aus, dass noch mindestens ein größeres teil des Buges im Wald liegen muss, da es bislang nicht geborgen wurde“ erklärt Marc Fleischmann, Pressesprecher der Polizei.
Nach einer kurzen Einweisung vor Ort startete um 10 Uhr auch die großangelegte Suche. In einer großen Gruppe marschierte die Bereitschaftspolizei entlang der L 146 in Richtung Holzerath. Etwa 800 Meter Luftlinie vom Sportplatz entfernt positionierten sich die Kräfte der Polizei in einem Abstand von 15 Meter und begannen mit Stöcken dem Wald abzusuchen. Unterstützt wurde die Polizei durch die Hubschrauberstaffel der Polizei aus Winningen bei Koblenz. „Da es ein sehr unwegsames Gelände ist, es auf und ab geht, müssen eine große Anzahl an Kräften zum Einsatz kommen“ erklärt der Pressesprecher der Polizei. Auf einer großen im Wald landete schließlich der Hubschrauber und konnte den Kräften am Boden einen etwaigen Standort durchgeben, an dem sie ein Wrackteil aus der Luft gefunden haben. Und tatsächlich, nach noch nicht einmal einer halben Stunde konnte ein großes Flugzeugteil gefunden und geborgen werden. Ein weiteres Teil, was sie Polizeikräfte eigentlich suchen sollten, wurde kurze Zeit später auch, etwa 650 Meter Luftlinie von der eigentlichen Absturzstelle im Wald gefunden.
Während die Polizei im Sucheinsatz war, startete bereits um 7:30 Uhr das Bauunternehmen Klein aus Prosterath, welche beauftragt wurde mit den erdaushubarbeiten im Wald. Mit dabei ist auch Fabian Mosmann vom Umweltgeotechnik in Nonnweiler. „Wir werden nun an vier Stellen die Erde etwa einen Meter tief ausgraben und abtransportieren“ so Mosmann. Die kontaminierte Erde, welche womöglich mit Ölen und Flugzeugsprit belastet ist, wird nach Morbach zu einer Aufbereitungsanlage gefahren. Im Wald werden zwei Örtlichkeiten, an denen die Tragfläche und der Tank lag, abgetragen und an der Absturzstelle am Sportplatz und auf der Wiese daneben. „Ich werde dann in einer Tiefe von mindestens einem Meter Bodenproben entnehmen und diese zur Auswertung versenden“ erklärt Geotechniker. Die Proben werden dann in das chemische Labor nach Bruckberg in Bayern gesendet. Wann man mit Ergebnissen rechnen kann, ist unklar. Nachdem der Erdboden dann großflächig abgetragen wurde, kommt neue und frische Erde aus dem Neubaugebiet von Reinsfeld an die Stellen.
Am morgigen Samstag werden dann wohl alle Arbeiten rund um den Flugzeugabsturz am Sportplatz abgeschlossen sein und alle Wege wieder freigegeben werden.

Zusatzinfo- zum Flugzeug:
Entgegen den Berichten, dass die Absturzmaschine eine Cessna ist, konnten wir auf TV- Nachfrage bei der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung BFU herausfinden, dass es sich um eine andere Maschine handelte.
Wie uns Germout Freitag vom BFU in Braunschweig mitteilte, ist am Sportplatz in Reinsfeld eine Piper PA-34 Seneca abgestürzt. Hierbei handelt es sich um ein zweimotoriges Leichtflugzeug mit bis zu sechs Sitzplätzen. In der Absturzmaschine war allerdings nur der Pilot, welcher auch ums Leben kam. Dieses Flugzeug der Piper Aircraft Corporation mit Sitz in Amerika wird überwiegend als Geschäftsreiseflugzeug geflogen. Das Kleinflugzeug kann am Stück bis zu 1295 Kilometer weit fliegen. Über die genaue Flugroute darf auch Germout Freitag vom BFU uns derzeit nichts mitteilen. Fest steht, dass es in Nordrhein- Westfalen gestartet ist und ein Zeil in Frankreich hatte.
Die Ermittler der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sind derweil wieder auf dem Rückweg nach Braunschweig und untersuchen dort weiter die Absturzursache. Germout Freitag teilt mit, dass ein Zwischenergebnis wohl erst Ende August vorliegen könnte. Endgültige Ergebnisse können bis zu einem Jahr und länger andauern.

(Blaes)