Wenn es nach dem Willen des Trierer Ordnungsamtes gegangen wäre, dann hätte Stefan Strüber über 2.600 Euro bezahlen müssen, und das für eine Tat, zu der ihn das Ordnungsamt erst verleitet haben soll.

Doch was genau war im April diesen Jahres genau passiert? Stefan Strüber betreibt in Trier einen Gebrauchtwagenhandel. Nach den Vorgaben der damaligen Corona-Schutzverordnung durften Autohändler keine Beratungs- oder Verkaufsgespräche mit Kunden führen. Daran hat sich Stefan Strüber nach eigenen Angaben auch immer strikt gehalten.

Bis eines Tages zwei nette Damen vor dem verschlossenen Tor seines Firmengeländes an der Trierer Loebstraße standen und ihn in ein Verkaufsgespräch verwickeln wollten. Er ließ sich auf das Drängen der Damen ein, und genau das wurde ihm dann zum Verhängnis. 

Weil Stefan Strüber dem Drängen der verdeckt aufgetretenen Ordnungsamt-Mitarbeiterinnen nachgab, sollte er ein Bußgeld von über 2.600 Euro zahlen. Und das, obwohl er nach seiner Auffassung erst durch das Ordnungsamt selbst zu der Tat verleitet worden ist. Stefan Strüber versucht nach außen hin die Fassung zu bewahren, doch innerlich, das merkt man ihm an, brodelt es gewaltig. „In meinen Augen haben die verdeckten Ermittlerinnen des Trierer Ordnungsamtes das alles erst provoziert. Ich finde das eine richtige Schweinerei“, sagt er.

Er legte Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid der Stadt Trier ein; es ging vor Gericht. Das Trierer Amtsgericht stellte dann das Verfahren gegen ihn ein.

Bei der Stadt Trier hält man den Beschluss des Amtsgerichtes für eine Einzelfallentscheidung. Man wolle auch in Zukunft mit dem Mittel der verdeckten Ermittler arbeiten, denn nur so lassen sich Schwarze Schafe aufspüren. „Wir brauchen verdeckte Kontrollen, um herauszufinden, ob sich die Menschen an die Regeln halten oder nicht“, so Michael Schmitz vom Presseamt der Stadt Trier. Als Beispiel nannte er die schon längst etablierten verdeckten Kontrollen beim Jugendschutz.