Das ist eine Botschaft, die wohl im Moseltal rund um Schweich einschlagen wird wie eine Bombe:

Wie REAL auf newstr.de- Nachfrage soeben mitteilte, hat die Geschäftsführung von REAL am heutigen Mittwoch bekanntgeben, dass der REAL in Kenn zum zum 30. September 2021 geschlossen wird. An diesem Standort wären 124 Beschäftigte betroffen. „Trotz aller intensiven Bemühungen und Gespräche konnte für den Markt in Kenn kein an der Übernahme interessiertes Unternehmen gefunden werden. Aufgrund der fehlenden wirtschaftlichen Perspektiven muss der Markt schließen“ heißt es in der Pressmitteilung. Für alle Mitarbeiter gilt nun ein Sozialplan der mit dem Betriebsrat abgestimmt wurde.

Am vergangenen Mittwoch wurden die ersten Standorte genannt, die von REAL aufgeben werden müssen oder durch Kaufland übernommen werden. In Rheinland-Pfalz waren es bis dahin nur die Standorte in Germersheim und Frankenthal.

Im November teilte REAL in einer Presseinfo mit:

Nach intensiven und konstruktiven Verhandlungen haben sich die real Geschäftsführung und der Gesamtbetriebsrat auf einen Sozialplan für mehr als 90 Prozent aller bundesweit 269 real Standorte geeinigt. „Wir begrüßen die getroffene Vereinbarung, die unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine gute Absicherung bietet“, sagt Bojan Luncer, Vorsitzender der Geschäftsführung und Arbeitsdirektor der real GmbH. Werner Klockhaus, Vorsitzender des real Gesamtbetriebsrates, bewertet die Gespräche und das Ergebnis ebenfalls positiv: „In dieser überaus schwierigen Situation haben wir immer konstruktiv miteinander verhandelt und das bestmögliche Ergebnis für beide Seiten erzielt. Wir können mit dem Erreichten zufrieden sein.“

Durch die nun erzielte Einigung zum Sozialplan entsteht auf Unternehmensseite Planungs- und Handlungssicherheit für alle weiteren Betriebsveränderungen. Die Geschäftsführung von real strebt weiterhin an, die Abgabe von Märkten möglichst im Rahmen eines Betriebsübergangs zu gewährleisten, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abzusichern. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass es zum Verlust von Arbeitsplätzen durch Schließungen von Märkten kommt, für die trotz der Anstrengungen aller beteiligten Parteien keine Perspektive erarbeitet werden konnte.

„Wir stehen zu unserer Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Mit den jetzt getroffenen Vereinbarungen schaffen wir so viel Sicherheit wie möglich“, erklärt Bojan Luncer. „Wir freuen uns, eine faire Formel für die Berechnung von Abfindungssummen gefunden zu haben. Diese berücksichtigt sowohl den bisherigen Verdienst als auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit.“ Zusätzlich zu den im Sozialplan geregelten Abfindungszahlungen hat sich die real GmbH dazu bereit erklärt, an jeden abfindungsberechtigten Arbeitnehmer einen Einmalbetrag in Höhe von jeweils 400,00 EUR brutto zu zahlen.

Der real Gesamtbetriebsrat wurde von 242 der aktuell 269 real Märkte mandatiert, stellvertretend für die lokalen Betriebsräte mit der Geschäftsführung einen Sozialplan auszuhandeln. Einmalig in der bundesdeutschen Einzelhandelsgeschichte verhandelte der Gesamtbetriebsrat somit für über 90 Prozent der Beschäftigten.

„Der nun verhandelte Sozialplan deckt alle eventuellen Veränderungen an einem Standort ab, bevor dieser an einen neuen Betreiber übergeben wird. Für alle anderen Fälle bleibt die bisher gültige Gesamtbetriebsvereinbarung auch weiterhin in Kraft. Somit werden keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter von einem Tag auf den anderen vor dem Nichts stehen“, erläutert Werner Klockhaus.