290 Einsatzkräfte löschen riesigen Flächen- und Waldbrand zwischen Breitenbach und Lautenbach

Am Donnerstag, 11.08.2022, kam es im Landkreis Kusel zu einem mächtigen Flächen- und Waldbränden. Die Feuerwehr war pausenlos im Großeinsatz.
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Erstalarm zum großen Flächenbrand

Um 13:04 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle gemäß Alarm- und Ausrückeordnung der Feuerwehren Oberes Glantal in kurze Folge die örtlich zuständigen Feuerwehren Breitenbach, Dunzweiler und Waldmohr sowie die Tanklöschfahrzeuge aus Schönenberg-Kübelberg und Glan-Münchweiler.

Flammen breiten sich rasanter Geschwindigkeit aus

Zwischen den Gemeinden Bambergerhof und Breitenbach in unmittelbarer Nähe der ehemaligen NATO Station „Auf dem Klopp“ brannten Wald, Acker und Wiesenfläche. Erschwert wurde die Brandbekämpfung durch ständig drehende Winde. Von der Ausbruchstelle nahe Bambergerhof fraß sich das Feuer in Windeseile in Richtung dem saarländischen Ort Lautenbach weiter. Von saarländischer Seite wurden Kräfte des Landkreises Neunkirchen, St. Wendel und Saar-Pfalz Kreis alarmiert welche die Brandbekämpfung von der Landstraße zwischen Lautenbach und Breitenbach aufnahmen. Die Landstraße 290 musste für den Verkehr komplett gesperrt werden.

Evakuierung von 15 Häusern – Schock in Lautenbach

Als sich der Wind plötzlich drehte, stockte der Atem vieler Menschen im saarländischen Lautenbach. Denn vom Berg oberhalb Breitenbach suchten sich die Flammen den Weg in Richtung der ersten Häuser des Ortes. Sofort wurden die Menschen aus 15 Häusern aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Kräfte der Feuerwehr und Polizei holten binnen weniger Minuten die Bewohner aus ihren Wohnungen, während alles Menschenmögliche versucht wurde, die Flammen vor den Häusern aufzuhalten. Doch die Flammenwand war nicht stoppen. Erste Hecken und Gärten gingen in Flammen auf. Doch wie durch ein Wunder, konnte der Brand 1,5 Meter von den Häusern gestoppt werden. In den Armen liegend, atmeten die Menschen auf.

Betroffene Menschen müssen versorgt werden

Die Schnelle Einsatzgruppen des Rettungsdienstes versorgten die Menschen, auch mussten Notfallseelsorger anrücken, um ein offenes Ohr den Betroffenen zu geben. Denn das Geschehene machte die Menschen fassungslos. Und dennoch waren alle Froh, dass die Flammen durch einen enormen Kräfte- und Wasseraufwand gestoppt werden konnte. So konnte man sehen, dass in einem Garten vor dem Pool die Flammen endeten, oder aber auch vor einem Kinder-Baumhaus. Wahnsinnige Bilder für alle, die in den 15 Häusern wohnen.

Bildergalerie 

Riesige Rauchsäule

Durch die enorme Rauchsäule wurden die Menschen im größeren Umkreis aufgerufen, ihre Fenster und Türen zu schließen und die Klimaanlagen auszuschalten. Auch sollte das Gebiet weiträumig umfahren werden. Nachdem das Hauptfeuer gelöscht wurde, konnte auch eine erste zarte Entwarnung erfolgen. Und die betroffenen Bewohner durften wieder in ihre Häuser zurück.

Pfadfinderlager zerstört

Währenddessen waren auf dem riesigen Brandareal die (Nach)Löscharbeiten weiterhin im vollen Gange. So mussten kleine Wälder gelöscht werden. Auch ein Lager von Pfadfindern mit einer größeren Unterkunft wurde von den Flammen komplett zerstört. Das Waldhäuschen brannte komplett nieder. Die Flammen suchten sich Wege bis in die tiefsten Baumstämme. Diese mussten wiederum mit Löschschaum abgelöscht werden, da es immer wieder zu einem auflodern der Flammen gekommen war.

70 Hektar verbrennen

Auch bei diesem Großeinsatz kamen wieder unzählige Landwirte mit ihren Güllefässern, um die Feuerwehren zu unterstützen. Auch mehrere Großraum-Tanklöschfahrzeuge mit bis zu 30.000 Liter Wasser kamen zum Einsatz. Gegen 17 Uhr war das Feuer schließlich nach vier Stunden gelöscht. Von Seiten der Feuerwehr kamen zwei Drohnen zum Einsatz, um von oben auch den Einsatz zu koordinieren und den Einsatzkräften mitzuteilen, wo es noch Glutnester geben könnte. Am Ende verbrannte eine Fläche von mehr als 70 Hektar.

Saarländischer Innenminister kommt zur Einsatzstelle und dankt

Auch der saarländische Innenminister Reinhold Jost kam zur Einsatzstelle und machte sich ein Überblick dieser großen Lage. Er dankte den vielen Hilfsorganisationen.

Nur dank der extrem professionellen und hervorragenden Arbeit der Rettungs- und Einsatzkräfte, konnte heute Schlimmeres verhindert werden. Durch die gute Ausbildung der Einsatzkräfte und durch das beherzte Eingreifen, konnte ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnhäuser verhindert werden. Ich habe heute, zusammen mit Landrat Meng und Bürgermeister Schäfer miterlebt, wie eine landkreisübergreifende Zusammenarbeit in solch einer schwierigen Einsatzlage funktioniert. Mein Dank gilt daher allen Rettungs- und Einsatzkräften vor Ort.

290 Kräfte mit 62 Fahrzeugen im Einsatz

Im Einsatz befanden sich mehr als 290 Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz und aus dem Saarland mit 62 Fahrzeugen. Im Feuerwehrhaus Schönenberg-Kübelberg bezog die Technische Einsatzleitung des Landkreises Kusel Quartier. Die Technische Einsatzleitung unterstützt den Einsatzleiter in Großschadenslagen aus dem rückwärtigen Bereich heraus. Die Kräfte kamen aus den Landkreisen Kusel, Kaiserslautern und Saar-Pfalz Kreis. Auf dem saarländischen Bereich kamen die Einsatzleitungen am Feuerwehrhaus in Lautenbach zusammen.

Einsatz in dieser Dimension noch nicht erlebt

Für Stefan Reichhart stellv. Wehrleiter VG Oberes Glantal und stellv. Brand- u. Katastrophenschutzinspekteur Landkreis Kusel steht fest, dass es ein Einsatz der Extreme war: „In den vielen Jahren der Feuerwehr, habe ich einen solchen Brand noch nicht erlebt!“ 

Weiterer Großbrand an der A 62 Kusel

Gegen 16:30 Uhr wurde ein weiterer Flächenbrand an der Autobahn 62 zwischen Glan-Münchweiler und Kusel gemeldet. Neben der Feuerwehr Glan-Münchweiler wurden auch die Feuerwehren Kusel und Altenglan zu dieser Einsatzstelle alarmiert, ebenso die US Feuerwehr Ramstein und auch Fahrzeuge die an der ersten Einsatzstelle nicht mehr benötigt wurden, konnten zur Einsatzstelle BAB 62 abrücken.

Nach Angaben des Brand- und Katastrophenschutzinspekteurs Norbert Braun waren dort eine Fläche von 20 Hektar in Brand geraten. Die Autobahn musste für den Verkehr komplett gesperrt werden. Es kam zu langen Rückstau sin beide Richtungen.

Eigene Recherche , Presse Feuerwehr Landkreis Kusel