2G-Regel im saarländischen Einzelhandel gekippt

Im saarländischen Einzelhandel gilt vorerst keine 2G-Regel mehr. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) hat die Regelung außer Kraft gesetzt, nachdem sich mehrere Elektronikmärkte gegen die 2G-Regel gewehrt hatten.
Im saarländischen Einzelhandel gilt vorerst keine 2G-Regel mehr. Symbolbild: Unsplash
Im saarländischen Einzelhandel gilt vorerst keine 2G-Regel mehr. Symbolbild: Unsplash

OVG kippt 2G-Regel im Einzelhandel

Nach einem Eilantrag mehrerer saarländischer Elektronikmärkte hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) des Saarlandes am heutigen Freitag, 21.01.2022, die 2G-Regel im Einzelhandel außer Vollzug gesetzt. Das bedeutet, dass im Saarland bis auf Weiteres die 2G-Regelung im Einzelhandel nicht mehr anzuwenden ist, heißt es in der Mitteilung des OVG.

Begründung des Gerichts:

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts verstoße die 2G-Regel gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip abgeleitete Gebot der Bestimmtheit von Normen. Nach der beanstandeten Vorschrift sind von der Zugangsbeschränkung Ladenlokale ausgenommen, deren Waren- oder Dienstleistungsangebot der Deckung des täglichen Bedarfes dient. Diese Formulierung wird durch eine nicht abschließende beispielhafte Aufzählung von Ladengeschäften und Einrichtungen konkretisiert.

„Deckung des täglichen Bedarfs“ nicht alleiniges Merkmal

Die einzelnen im Ausnahmekatalog genannten Ladenlokale und die amtlichen Ausführungen in der Begründung der Regelung lassen, so das OVG, den Schluss zu, dass der Begriff der Deckung des täglichen Bedarfs nicht alleiniges Abgrenzungsmerkmal für die Befreiung von der Zutrittsbeschränkung ist. Nach welchen konkreten Kriterien sonstige Einzelhandelsbetriebe, die ebenfalls nicht grundbedarfsdeckend sind, von der Ausnahmeregelung erfasst werden sollen, bleibe unklar. Denn weder aus dem Ausnahmekatalog noch aus der amtlichen Begründung ergäben sich einheitliche, objektivierbare Kriterien für den erweiterten Geltungsbereich der Regelung. Es sei aber nicht Aufgabe der Gerichte, anstelle des Verordnungsgebers eigene Vorgaben festzulegen, die in der angegriffenen Regelung selbst keinen Ursprung hätten.

Abgesehen davon ergeben sich nach Auffassung des zuständigen Senats weitere durchgreifende Bedenken im Hinblick auf die 2G-Regel, weil der Verordnungstext selbst keine Regelung enthalte, wie sogenannte Mischbetriebe einzuordnen seien. Lediglich in der amtlichen Begründung seien hierzu Ausführungen erfolgt. Demzufolge komme es letztlich auf den Gesamteindruck des Betriebes anhand einer ganzheitlichen Betrachtung individueller Natur an. Die konkrete Einordnung obliege dabei den zuständigen Behörden vor Ort. Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts führe dies letztlich zu einer uneinheitlichen Vollzugspraxis.

Schließlich betont der zuständige Senat, dass ungeachtet der vorläufigen Außervollzugsetzung der Zutrittsbeschränkungen nach der 2 G-Regelung im Einzelhandel generell die vom Verordnungsgeber beziehungsweise in einschlägigen Hygienekonzepten übergreifend vorgegebenen allgemeinen Maßnahmen und Vorkehrungen der Kontaktvermeidung zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung der Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus immer eingehalten werden müssen.