600 Delegierte bei DRK-Landesversammlung in Wittlich, Innenminister Lewentz als Ehrengast

Rund 600 Delegierte aus dem gesamten Rheinland-Pfalz waren am Samstag zur 20. Landesversammlung des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz eingeladen, um das zukünftige Präsidium zu  wählen. Diese Landesversammlung war eine besondere – musste sie aufgrund der Corona-Pandemie zweimal verschoben werden und fand nun coronabedingt in hybrider Form statt. In Wittlich trafen sich rund 100 Mitglieder, Delegierte und Ehrengäste, weitere 500 konnten sich digital zu schalten.
(c) Florian Blaes/ newstr
(c) Florian Blaes/ newstr
Der rheinlandpfälzische RotkreuzPräsident Rainer Kaul lobte in seiner Begrüßungsrede das Engagement der ehrenamtlichen und hauptberuflichen Rotkreuzler*innen als vorbildlich. Nicht erst seit Beginn der CoronaPandemie stünden sie zuverlässig und unermüdlich an der Seite der rheinlandpfälzischen Bevölkerung, Tag und Nacht. So hat das Rote Kreuz 2015 keinen Moment gezögert, als die rheinlandpfälzische Landesregierung in der Flüchtlingsbetreuung um Unterstützung bat. Wir handelten sofort und unverzüglich gemäß unserem Grundsatz der Neutralität und allein nach dem Maß der Not. Innerhalb kürzester Zeit betreuten rund 1.000 DRKHelfende in 17 Erstaufnahmeeinrichtungen über 10.000 geflüchtete Menschen“, so Kaul

Corona verlangt dem DRK viel ab 

Dann kam Corona. Es begann damit, dass sich Anfang Februar 2020 rund 22 freiwillige Rotkreuzhelfer*innen gemeinsam mit 122 Rückkehrer*innen aus dem chinesischen Wuhan in der Südpfalzkaserne in Germesheim in Quarantäne begaben. Von Beginn an war das Rote Kreuz fester Partner bei der Bekämpfung der CoronaPandemie, ob in beim Betrieb von Fieberambulanzen, CoronaSchnelltestzentren sowie bei Testungen in Pflegeheimen, Kindertagesstätten und Schulen mit rund 2.700 Helfenden. Genauso sind wir seit Dezember 2020 fester Partner in der Impfstrategie mit unseren Mobilen DRKImpfteams. Bis heute wurden auf diesem Wege mehr als 440.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft.“ berichtet Rainer Kaul weiter.

Jahrhundertflut in RLP- Eine Millionen Mahlzeiten vom DRK 

Und auch als die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal und Raum Trier uns alle erschütterte, waren es die Rotkreuzhelfer*innen, die keinen Moment zögerten, um in den schwersten Stunden den Menschen vor Ort nahe zu sein. So waren bei der Bewältigung, Betreuung und Nachsorge der Hochwasserkatastrophe rund 3.500 Rotkreuzhelfer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet, darunter 1.000 aus RheinlandPfalz im Einsatz. Bis heute hat das Rote Kreuz bis zu einer Million Mahlzeiten an die betroffenen Menschen im Ahrtal verteilt. Auch finanziell wird geholfen. Zunächst wurden durch das Soforthilfeprogramm I „Kita und Schulstarter“ bei 2.000 Anträgen über 850.000 Euro an die Betroffenen in allen rheinlandpfälzischen Hochwassergebieten ausgezahlt. „Anschließend haben wir das DRKFinanzhilfen IIProgramm auferlegt, das nach wie vor rege nachgefragt wird. Bislang wurden rund 1.400 Anträge gestellt und Zuschüsse von jeweils bis zu 1.500 Euro, in Härtefällen sogar bis zu 5.000 Euro ausgezahlt insgesamt bisher rund  1.000.000 Euro“, sagt Rotkreuzpräsident Kaul. Aber nicht nur das: Das rheinlandpfälzische Rote Kreuz ist seit vielen Jahren starker und verlässlicher Akteur im Sozialwesen ob in Alten und Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Kinder, Jugend und Familienhilfe, seinen beiden Berufsbildungswerken oder niedrigschwelligen sozialen Angeboten vor Ort. Wir stehen fest an der Seite aller, die unsere Hilfe brauchen, weil es für uns selbstverständlich ist“, so Kaul abschließend.
Zu den Ehrengästen der öffentlichen Veranstaltung gehörten unter anderem Roger Lewentz, rheinlandpfälzischer Innenminister, Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes sowie Gregor Eibes, Landrat des Kreises BernkastelWittlich.

Lewentz: Wenn es das DRK nicht gäbe,, würde jetzt erfunden werden 

„Das Deutsche Rote Kreuz ist gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen ein wichtiger Partner der Landesregierung, der aus unserer Versorgungslandschaft nicht wegzudenken ist“, sagte Innenminister Roger Lewentz. Das gilt für den Krankenhausbereich wie für das Rettungswesen gleichermaßen. Wie belastbar die Partnerschaft ist, hat sich nicht zuletzt bei den großen Krisen gezeigt. Bei der Bekämpfung der CoronaPandemie stellte das DRK in RheinlandPfalz zu Spitzenzeiten bis zu 20 Mobile Impfteams gleichzeitig. Diese waren eine zentrale Säule der Impfkampagne. Und auch bei der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal und anderswo war auf die Rettungskräfte des DRK Verlass. In Grafschaft wurde ein großes Versorgungszentrum eingerichtet, wo bis zur Erschöpfung Betroffene und Helfer versorgt wurden. Zudem gaben die Kräfte des DRK tausende Mahlzeiten täglich aus und packten in vielen weiteren Bereichen uneigennützig mit an. Für seine Leistungen gebührt dem DRK die große Dankbarkeit der gesamten Gesellschaft“, so Lewentz.

Großer Dank der Landesregierung in RLP 

Der rheinlandpfälzische Landtagspräsident Hendrik Hering übermittelte seine Worte in einer Videobotschaft: „Die CoronaPandemie hat die Arbeit des DRK überschattet, zugleich aber auch gezeigt welchen extremen Belastungen die Mitarbeitenden im Rettungsdienst, den Krankenhäusern und Einrichtungen ausgesetzt sind. Die öffentliche Wahrnehmung für die Leistungen im Gesundheitswesen ist mittlerweile zurückgegangen. Deshalb danke ich heute umso mehr für ihren Einsatz. Danke auch an die ehrenund hauptamtlichen Mitarbeitenden, die in unterschiedlichsten Bereichen in der Bewältigung der CoronaPandemie und jüngst auch in der Fluthilfe im Ahrtal im Einsatz sind und wunderbar ineinandergreifen. Hinter uns liegt eine lange Zeit, die wir uns so nicht gewünscht haben, geprägt von einem großen Maß an Hilfe und Solidarität. Das Rote Kreuz steht seit 1863 dafür ein und kann sich des Dankes und der Unterstützung des rheinlandpfälzischen Landtages stets sicher sein.“

Das DRK in Rheinland-Pfalz in Zahlen

  • 35.000 Kund*innen den Hausnotruf Service
  • 4.800 Menschen nutzen das Angebot der landesweit 23 ambulanten Pflege Services
  • 640 Plätze im Service Wohnen
  • 1.500 Menschen in 23 Alten und Pflegeeinrichtungen/Seniorenzentren
  • 5.300 Teilnehmende in knapp 300 Lehrgängen am DRKBildungsinstitut
  • an der DRKBerufsfachschule für Rettungsdienst sind 320 angehende Notfallsanitäter*innen in Ausbildung
  • 2020 blickt der Rettungsdienst auf 570.000 Einsätze zurück
  • mehr als 9.500 Aktiven in den Bereitschaften, den Rettungshundestaffeln, der Bergwacht, 1.300 in der Wasserwacht und 4.500 jungen Menschen im Jugendrotkreuz
  • Mit acht Kindertagesstätten, zwei Jugendpflegen sowie Häusern für Jugend und Familienhilfe sowie Wohngruppen für psychisch erkrankte junge Mütter/Väter mit ihren Kindern ist der Verband mit 350 Mitarbeitenden breit aufgestellt
  • rund 800 junge Menschen sind im Rahmen eines Freiwilligendienstes in über 900 Einsatzstellen und 60 Tätigkeitsfeldern tätig
  • rund 1.100 Ehrenamtliche in der Gemeinschaft Wohlfahrt und Sozialarbeit
  • über 17.000 ehrenamtlichen und 12.000 hauptberuflichen Mitarbeitenden in den DRKKreisverbänden und im Landesverband
  • 18.000 Fördermitglieder
  • 156.000 Blutspender*innen

Folgende Mitglieder wurden für ihr langjähriges Engagement mit dem Ehrenzeichen des DRKBundesverbandes ausgezeichnet:

  • Leo Biewer Vorsitzender des DRKBezirksverbandes Koblenz und Präsident des DRKKreisverbandes Koblenz
  • Sanitätsrat Dr. Rafael Hoffmann bisher Landesarzt des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz
  • Rainer Hoffmann bisher Landesbereitschaftsleiter des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz
  • Michael Hörhammer bisher Landesbereitschaftsarzt des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz
  • Wolfgang Reiland Vizepräsident des DRKBezirksverbandes Trier und Präsident des DRKKreisverbandes TrierSaarburg
  • Ralf Wahn Landesleiter Wasserwacht des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz           

 

Die Verdienstmedaille des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz erhielten:

  • Dr. Bernhard Matheis bisher Vizepräsident des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz
  • Sandra RaabeRobe Landesbereitschaftsleiterin des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz
  • Michael Schmidt Landesschatzmeister des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz
  • Sieglinde Schmidt bisher Vizepräsidentin des DRKLandesverbandes RheinlandPfalz

Der neue Landesverbandsvorstand setzt sich zusammen aus:

Präsident: Rainer Kaul, Landrat a.D., Neuwied

Vizepräsidentin: Dr. Bettina Göbelsmann, Kaiserslautern

Vizepräsident:
Sanitätsrat Dr. Rafael Hoffmann, Daun

Landeschatzmeister: Michael Schmidt, Worms

Justitiar: Herbert Schneiders, Mitglied des Landtags a.D., Daun

Landesärztin: Dr. Barbara Jarmusch, Koblenz

Vorsitzende Schiedsgericht:
Marliese Dicke, Präsidentin Oberlandesgericht Koblenz a.D., Koblenz
stv. Vorsitzender Schiedsgericht:
HansJörg Wingerter, Bad Dürkheim