Interview mit Landratskandidat Andreas Kruppert für den Eifelkreis Bitburg-Prüm

Am 26. September wird nicht nur der Bundestag gewählt, sondern auch die nächste Landrätin oder der Landrat für den Landkreis Bitburg-Prüm.

Alle Kandidierenden haben Fragen der Redaktion beantwortet, die womöglich bei der Wahlentscheidung ausschlaggebend sein können. Heute und Morgen wird eine Fragerunde online gehen – heute mit Andreas Kruppert.

Stellen Sie sich kurz vor!

Ich bin 42 Jahre alt, verheiratet und Vater von 2 Töchtern. Wir leben in Sülm. Beruflich bin ich seit über 11 Jahren Bürgermeister der VG Arzfeld.

Wo fühlen Sie sich in Ihrem Landkreis am wohlsten?

Generell fühle ich mich draußen in der Natur am wohlsten. Davon haben wir im Eifelkreis glücklicherweise sehr viel.

Für welche Werte steht Ihre Politik? Was zeichnet sie aus?

Für mich ist Ehrlichkeit und Verlässlichkeit wichtig. Die Menschen müssen immer wissen, woran sie sind. Daher suche ich immer den Dialog und den fairen Austausch.

Wie beurteilen Sie die letzten Jahre bezüglich der Landes- und Kommunalpolitik? Was möchten Sie anders machen, was liegt Ihnen besonders am Herzen?

Unsere Gemeinden entwickeln sich gut. Wir haben sehr viel ehrenamtliches Engagement vor Ort. Was den Kommunen fehlt ist eine auskömmliche Finanzausstattung. Mir ist eine bürgernahe und zielorientierte Verwaltung wichtig, die die Entwicklungen vor Ort aktiv begleitet und unterstützt.

Wie beurteilen Sie die Handlungen während und nach der Flutkatastrophe? Was hätten Sie anders gemacht und was wollen Sie anders machen?

Im Eifelkreis ist sehr viel richtig gelaufen. Wir haben ein funktionierendes Katastrophenschutzzentrum mit einer guten Vernetzung der Hilfskräfte. Die Blaulichtfamilie hat einen tollen Job gemacht und die Hilfsbereitschaft vor Ort war überragend. Jetzt gilt es schnellstmöglich, sich mit den Akteuren vor Ort auszutauschen, was noch besser laufen kann und muss, damit wir dies für die Zukunft ändern können.

Seit dem 1. September 2021 gibt es neue Fahrpläne und Buslinien im ÖPNV – Sehen Sie weiterhin Verbesserungsbedarf?

Im Eifelkreis sind wir ja bereits seit Dezember 2019 in der Umstellung des ÖPNV. Das nächste Linienbündel geht im Dezember 2021 an den Start. Die Taktung ist in den neuen Bündeln sicherlich gut. Wir müssen nur schauen, wie wir die Attraktivität insgesamt verbessern können – hier spielen auch Tarife eine Rolle.

Wohnungen werden immer teurer – wie stehen Sie zu einem bezahlbaren Wohnraum?

Es ist enorm wichtig, dass vor Ort bezahlbarer Wohnraum vorgehalten werden kann. Hier spielen sozialer Wohnungsbau aber auch die Ausnutzung von Fördermöglichkeiten eine große Rolle.

Was sind die Pläne im Landkreis für flächendeckendes schnelles Internet? Was wurde in den letzten Jahren bereits umgesetzt?

Im Eifelkreis ist in den letzten 5 Jahren enorm viel passiert. Bis auf sehr wenige Ausnahmen sind alle Orte ans schnelle Internet angeschlossen. Die unterversorgten 7 Gemeinden folgen nun kurzfristig. Derzeit ist der Anschluss der Außengehöfte in Planung. Dieses Thema wird uns aber auch künftig beschäftigen. Wir dürfen da nicht stehen bleiben. Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass wir auch die Mobilfunksituation im Kreis deutlich verbessern.

Wie sehen Sie die aktuelle Situation der Schulen und Bildungseinrichtungen im Landkreis?

Der Kreistag hat ein Schulsanierungsprogramm in Höhe von 100 Mio Euro beschlossen. Viele Maßnahmen laufen bereits – einige sich schon abgeschlossen. Moderne Schulgebäude sind enorm wichtig. Hier spielt auch die Digitalisierung eine große Rolle. Ich will auch in den kommenden Jahren in diesem Bereich einen finanziellen Schwerpunkt liegen.

Wie wollen sie dem Leerstand in den ländlichen Regionen entgegentreten?

Ein Instrument, diesem Leerstand entgegenzuwirken ist die private Dorferneuerung. Darüber hinaus brauchen wir Förderprogramme, die genau dieses Thema auffangen, damit für Bauwillige interessant ist, eine alte Immobilie zu sanieren oder sie abzureißen und neu aufzubauen.

Klimaschutz und Umwelt! Was tun Sie ganz konkret persönlich im Alltag dafür? Welche drei relativ schnell umsetzbaren Ideen hätten Sie für den Landkreis?

Ich persönlich achte darauf, regional einzukaufen, Energieverbrauch zu reduzieren und erneuerbare Energien zu nutzen. Als Kommunen sind dies auch wichtige Zielsetzungen. Photovoltaikanlagen auf allen Öffentlichen Gebäuden, saubere Antriebe in den kommunalen Fahrzeugen und die energetische Sanierung von Gebäuden sollten im kommunalen Bereich selbstverständlich sein.

Die Landwirtschaft ist sauer! Wie könnten Sie die Lebensmittelerzeuger unterstützen?

Der Kreis und seine Verwaltung sind wichtige Ansprechpartner der Landwirtschaft. Bei Förderungen und dem Veterinäramt müssen wir die Landwirtschaft bestmöglich unterstützen und die nötigen Hilfestellungen geben. Bei der allgemeinen Agrarpolitik hat der Kreis allerdings keine Zuständigkeiten.

Was sehen Sie als größte Herausforderung für den Landkreis Bitburg-Prüm?

Als größte Herausforderung sehe ich die finanzielle Situation der Gemeinden und die ärztliche Versorgung auf dem Land. Hier besteht großer Handlungsbedarf.

Wenn Sie Landrat werden… Was tun Sie als Allererstes?

Zunächst ist es wichtig, die Mitarbeiter/innen kennen zu lernen, um dann gemeinsam mit ihnen an die Arbeit zu gehen.

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