Besonderer Fund in den Mooren der Schneifel

Über die Tierwelt des alten Moors in der "Schneifel" ist bisher wenig bekannt. Experten entdeckten kürzlich zwei Tierarten, die bisher noch nie in Rheinland-Pfalz gefunden worden sind.
Experten entdeckten in der "Schneifel" kürzlich zwei Tierarten, die bisher noch nie in Rheinland-Pfalz gefunden worden sind. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Silas Stein
Experten entdeckten in der "Schneifel" kürzlich zwei Tierarten, die bisher noch nie in Rheinland-Pfalz gefunden worden sind. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Silas Stein

Das Moor „Bragphenn“ südlich von Ormont (Landkreis Vulkaneifel) ist vermutlich vor 7.000 Jahren entstanden. Über die Tierwelt in dem Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet (FFH) „Schneifel“ ist bisher wenig bekannt. In dem kleinen Moor gedeihen zahlreiche seltene Pflanzen, darunter die atlantische Glockenheide, Moosbeere und geflecktes Knabenkraut.

Unbekannte Artenvielfalt in den Mooren der Schneifel

Naturschutzexperten der SGD Nord waren vor Ort, um die Käfer- und Spinnenfauna des sogenannten Sattelmoors zu untersuchen. Dabei machten die Experten und der Kölner Käferkundler Jonas Köhler einen besonderen Fund. Sie entdeckten zwei Tierarten, die bisher noch nie in Rheinland-Pfalz gefunden worden sind.

Es handelt sich um einen Sumpffieberkäfer mit dem wissenschaftlichen Namen Contacyphon puntipennis und eine Moor-Zwergspinne, die Oryphantes angulatus genannt wird. Beide Tierarten sind sehr selten und leben nur in kalten, feuchten Mooren der Berge. Dort besiedeln sie ungestörte, nasse Polster aus Torfmoosen.

Die Grasgrüne Huschspinne lebt in den Mooren der Schneifel. Das Bild zeigt ein buntes Männchen. Foto: SGD Nord

Moore haben eine essenzielle Bedeutung

„Moore haben eine tragende Bedeutung für den Wasserschutz, den Klimaschutz und für den Erhalt der Artenvielfalt. Die besonderen Tierfunde zeigen deutlich, dass auch kleinere Moorbiotope einen hohen Naturschutzwert haben. Nur dort, wo solche Flächen dauerhaft geschützt und erhalten bleiben, können spezialisierte Moortiere überleben“, erklärt SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis.

Um die langfristige Erhaltung der Lebensräume zu gewährleisten, entwickelt die SGD Nord konkrete Naturschutzmaßnahmen für FFH-Gebiete. Die Biotoppflege erfolgt dann gemeinsam mit der vor Ort tätigen Biotopbetreuung und weiteren Partnern. Im Bragphenn werden beispielsweise regelmäßige Mahd- und Gehölzpflegemaßnahmen finanziert.

Pressemitteilung Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) (24.01.2023), Infos der Eifel Tourismus (ET) GmbH