Volkszählung beginnt bald: Was ihr zum Zensus 2022 wissen müsst

In knapp einer Woche beginnt die Bevölkerungszählung, die bereits für 2021 geplant war, aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben wurde. Die Stadt Trier hat gemeinsam mit dem Landkreis Trier-Saarburg alle wichtigen Informationen rund um den Zensus 2022 veröffentlicht:
Die Volkszählung wurde coronabedingt um ein Jahr verschoben und beginnt Mitte Mai 2022. Foto: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2022

Ab nächster Woche werden Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg für den Zensus 2022 befragt. Stichtag ist der 15. Mai, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Stadt Trier und des Landkreises.

Zensus coronabedingt verschoben

Beim Zensus handelt es sich um eine deutschlandweite, registergestützte Bevölkerungszählung, die mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert wird. Es ist die erste umfassende Bevölkerungserhebung seit 2011. Der jetzige Zensus war eigentlich schon für 2021 geplant, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Die Personen, die befragt werden, wurden per Zufallsermittlung vom Statistischen Landesamt ausgewählt.

Ausgewählte Personen sind zur Auskunft verpflichtet

Grundlage für die Erhebung sind die kommunalen Einwohnermelderegister. Im Rahmen von zusätzlich notwendigen Personenbefragungen werden sowohl an Privatanschriften als auch in Wohnheimen (wie bspw. Studierendenwohnheimen) sowie Gemeinschaftsunterkünften (wie bspw. Alten- und Pflegeheimen) die dort zum Zensusstichtag, dem 15. Mai 2022, wohnenden Personen erfasst. Auf diesen Grundlagen werden verlässliche, amtliche Einwohnerzahlen festgestellt.

Zusätzlich werden Informationen, insbesondere zum Bildungsstand und zur Erwerbstätigkeit erhoben, die in dieser Form nicht in den vorhandenen Verwaltungsregistern vorliegen. Für die zur Befragung ausgewählten Personen aus rund 1.600 Anschriften in der Stadt Trier und 4.100 Anschriften im Landkreis Trier-Saarburg besteht beim Zensus eine gesetzliche Auskunftspflicht. Nur so kann eine hinreichend aussagekräftige Datengrundlage erzielt werden.

Vorab werden Schreiben verschickt

Die Befragungen starten in der nächsten Woche und dauern voraussichtlich bis August. Bereits ab dieser Woche werden die ersten Ankündigungsschreiben mit einem Terminvorschlag für das Interview an die ausgewählten Haushalte verteilt. Die Termine müssen nicht bestätigt werden.

Wer sich aber zum fraglichen Zeitpunkt im Urlaub befindet oder aus anderen Gründen verhindert ist, sollte den jeweils zuständigen Erhebungsbeauftragten kontaktieren, um einen anderen Termin zu vereinbaren. Wenn beim ersten Termin niemand angetroffen wird, verschicken die Erhebungsbeauftragten ein zweites Ankündigungsschreiben mit einem weiteren Terminvorschlag.

Berechnung von Fördermitteln

Auf Basis der durch den Zensus ermittelten Bevölkerungszahlen werden unter anderem der Länderfinanzausgleich geregelt und Berechnungen zur Verteilung von EU-Fördermitteln vorgenommen. Die Zensusergebnisse haben insoweit deutliche Auswirkungen auf die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg. Die zusätzlich zu erfragenden soziodemografischen Angaben stellen darüber hinaus wichtige planungs- und entscheidungsrelevante Informationen für eine faktenbasierte Politik vor Ort dar.

Befragung durch ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte

Die Stadt Trier und der Landkreis Trier-Saarburg führen die Vor-Ort-Befragungen im Auftrag des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz durch. Hierfür wurden sowohl in der Stadt- als auch in der Kreisverwaltung eine eigene Zensus-Erhebungsstelle eingerichtet. Die Befragung vor Ort wird nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Im Interview werden wenige persönliche Angaben zu den Auskunftspersonen erfasst. Anschließend erhalten die Auskunftspersonen Zugangsdaten zu einem Online-Fragebogen, um weitere Angaben eigenständig einzutragen und zu übermitteln. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die Befragung mithilfe eines Papierfragebogens durchzuführen.

Um die Befragungen persönlich vor Ort durchzuführen, werden in Trier rund 100 und im Landkreis Trier-Saarburg rund 120 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte eingesetzt. Die Befragungen können mit genügend Abstand an der Tür oder im Flur erfolgen. Somit ist ein Betreten der Wohnung oder des Hauses der Auskunftsperson durch die Zensus-Interviewer nicht notwendig. Die Interviewerinnen und Interviewer wurden für ihre verantwortungsvolle Tätigkeit von den Zensus-Erhebungsstellen sorgfältig ausgewählt, umfassend geschult sowie auf Verschwiegenheit verpflichtet.

Achtung vor Betrügern

Die Interviewer:innen kündigen den Befragungstermin im Vorfeld durch einen Einwurf in die Hausbriefkästen an und können sich gegenüber den Auskunftspersonen als von der Stadt Trier oder dem Landkreis Trier-Saarburg beauftragte Erhebungsbeauftragte ausweisen. Die Erhebungsstelle hat bereits vor einigen Wochen vor möglichen Betrügern gewarnt. Darüber hinaus werden die Erhebungsbeauftragten keinesfalls nach Bankdaten oder persönlichen Passwörtern fragen. Falls nach einer Befragung Zweifel bestehen, bitten die Erhebungsstellen umgehend um Kontaktaufnahme unter [email protected] oder 0651/718-2022 (Stadt Trier, Montag bis Freitag, 8 bis 16.30 Uhr) bzw. unter [email protected] oder 0651/715-16009 (Landkreis Trier-Saarburg).

Die erhobenen Zensusdaten unterliegen der statistischen Geheimhaltung und werden ausschließlich für statistische Zwecke genutzt. Durch das sogenannte „Rückspielverbot“ ist es gesetzlich untersagt, dass die gewonnenen Zensus-Befragungsdaten an andere Verwaltungsbereiche der Stadt- bzw. Kreisverwaltung oder gar an andere Verwaltungen weitergegeben werden. Zudem werden die Zensus-Ergebnisse nur anonymisiert veröffentlicht, sodass ein Rückschluss auf einzelne Personen nicht möglich ist.

Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Trier und des Landkreises Trier-Saarburg (09.05.2022)