Bischof Ackermann tritt vom Amt des Missbrauchsbeauftragten zurück

Nach zwölf Jahren tritt der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann von seinem Amt als Missbrauchsbeauftragter zurück. Seit Langem wurde sein Rücktritt gefordert, nun wurde bekannt, dass er im September sein Amt abgeben werde.
Im September gibt Bischof Ackermann sein Amt als Missbrauchsbeauftragter ab. Foto: © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Maischberger – 2018-09-26-8495, CC BY-SA 4.0

Bei der Herbst-Vollversammlung im September 2022 wird der Bischof Dr. Stephan Ackermann sein Amt als Missbrauchsbeauftragter der deutschen Bischöfe aufgeben. Der Rücktritt wurde am heutigen Donnerstag, 12.05.2022, mit einer Mitteilung bekannt gemacht.

Neue Strukturen für den Bereich des sexuellen Missbrauchs

Der Bischof gibt dazu eine Erklärung ab: „Nachdem ich im vergangenen Jahr die Bischöfe gebeten habe, die Verantwortungsstruktur für den Bereich des sexuellen Missbrauchs neu aufzustellen, muss es jetzt – nachdem viele aktuelle Themen vorrangig waren – darum gehen, zügig eine Neukonzeption auf den Weg zu bringen. Meine Aufgabe als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs werde ich daher abgeben.

Es brauche möglichst bald eine neue und breiter aufgestellte Verantwortungsstruktur, damit die katholische Kirche in Deutschland der Vielschichtigkeit der Thematik und der Dimension des Aufgabenfeldes künftig noch mehr gerecht werden kann, so Bischof Ackermann. „Die Thematik lässt uns nicht los, im Gegenteil: Mit steigender Achtsamkeit nicht nur auf Formen sexualisierter Gewalt weiten sich die Fragestellungen aus und erfordern entsprechende Antworten.“

Kritik an Ackermann als Missbrauchsbeauftragten

Ein Rücktritt als Missbrauchsbeauftragter wurde seit Langem von Ackermann gefordert. Ackermann hätte als Missbrauchsbeauftragter kein echtes Interesse auf der Aufarbeitung. Zudem sei die Kommission des Bistums Trier zur Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe nicht unabhängig und es bedarf eines Gutachtens unabhängiger Stellen, hieß es vonseiten der Mitglieder des Vereins der Missbrauchsopfer und Betroffenen im Bistum Trier, kurz MissBiT. 

Zudem hatte er gegenüber Mitarbeitern jüngst den Klarnamen von Karin Weißenfels preisgegeben. Unter dem Pseudonym Karin Weißenfels hatte die Frau von ihrem jahrelangen Missbrauch durch einen Priester berichtet. Der Bischof musste in der Folge eine Unterlassungserklärung unterzeichnen und entschuldigte sich. Das Aktionsbündnis der Betroffeneninitiativen kritisierte sein Verhalten scharf fordert mit Nachdruck den Rücktritt des kirchlichen Missbrauchsbeauftragten.

 

Pressemitteilung Bistum Trier (12.05..2022)