Drei Monate nach der Flut: Weiterhin Lebensgefahr an den Irreler Wasserfällen

Drei Monate nach der Flutkatastrophe, auch in der Region Trier, schauen wir auf einzelne Bereiche in einem Themenschwerpunkt. Hier: Die Irreler Wasserfälle.
15.10.2021 Drei Monate danach (c) Florian Blaes
15.10.2021 Drei Monate danach (c) Florian Blaes

Drei Monate nach der Flut: Unser Reporter Florian Blaes ist mit der Drohne unterwegs. Sein Ziel: Die Irreler Wasserfälle. Unmittelbar gegenüber des Weges zu den Wasserfällen ist ein Parkplatz. Ein Touristenbus mit Niederländischen Fahrgästen kommt vorgefahren. Die Senioren steigen aus und gehen auf die gegenüberliegende Seite zum Eingang. Dort endet ihr Weg vor einem Bauzaun und einem Hinweis: „Nicht betreten Lebensgefahr!!! Hang ist unterspült!!! Abbruchkante kann abrutschen!!!“

Absperrung an den Wasserfällen (c) Florian Blaes

 

 

 

 

 

Dieser Reisegruppe war nicht klar, dass es die Wasserfälle, wie man sie noch vor dem 15. Juli 2021 kannte, gar nicht mehr gibt. Unser Reporter erklärte und zeigte mit der Drohne von oben, wie es aktuell dort aussieht. Das löste Bestürzung aus. Die Gruppe reiste wieder ab.

Wie sieht es nun drei Monate später aus? 

Alle Wege, die zu den Wasserfällen führen, sind gesperrt – mit Bauzäunen und Flatterbändern. Das Forstamt Neuerburg hat ebenso Hinweisschilder angebracht „Zuwegung an Irreler Wasserfälle gesperrt“. Die hölzerne Brücke wurde in den Fluten damals mitgerissen, sie existiert nicht mehr. Links und rechts sind nur noch Reste der Befestigungen erkennbar, die abgerissen wurden. Weite Teile des Weges sind abgerutscht und lebensgefährlich geworden. Viele umgestürzte Bäume versperren die Zuwegungen. Links und rechts ragen meterhohe Böschungen und Abbruchkanten. Gigantisch, wenn man sich vorstellt, wie sich das Wasser hier während der Flut den Weg durch die Enge gebahnt haben muss. Wir erinnern uns: Es gab schwere große Steine, die den Lauf der „Prüm“ zu einem Wasserfall machten. Diese gibt es dort nicht mehr! Weggerollt, auf Seite geschoben und zerkleinert. Eine Kraft unvorstellbaren Ausmaßes!

Hier war mal die Brücke (c) Florian Blaes

Wie geht es weiter? 

Auf der Internetseite www.eifel.info warnen die Behörden davor, zu den Irreler Wasserfällen zu wandern. Die Eifel ist ein beliebtes Ausflugsziel, auch zum Wandern. „Eine neue Zuwegung und Querung der Stromschnellen ist in Planung„, so beschreibt es die Seite. newstr.de hat bei der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH telefonisch nachgefragt, wie es weiter gehen soll. Demnach müssen erst die schweren Bäume und das gesamte Treibgut nach und nach entfernt werden. Dann muss zeitgleich auch der gesamte Müll entfernt werden. Man habe zwar schon damit angefangen, aber es ist auch für die Mitarbeiter derzeit lebensgefährlich in diesem Tal. Es gibt erste Überlegungen, wie die Zukunft aussehen könnte. Hierzu gibt es erste vage Planungen, dass man Wege wohl verlegen und neu bauen muss. Zudem könne man sich vorstellen, eine Hängeseilbrücke über dem Fluss und das Tal zu bauen. Aber das ist noch weitaus nicht spruchreif. Diese Arbeiten werden allerdings noch Jahre in Anspruch nehmen.

Zeitnah möchte man wieder einen Weg im Tal finden, auch um die Wanderroute „Wilde Acht“ wieder herzustellen.

Und zum Schluss! LEBENSGEFAHR! 

Als unser Reporter Florian Blaes mit der Drohne über die Irreler Wasserfälle flogt, sah er eine Familie mit Kindern, die im Tal sogenannte Steinmonumente baute – kleine Steine zu einem Türmchen aufstapeln. Hierbei müssen wohl sämtliche Sperrungen umgangen worden sein. Es ist verboten und lebensgefährlich! Machen Sie so etwas mit der Familie nicht! Auch drei Monate danach können noch die Hänge links und rechts abrutschen und Wege wegbrechen.

Lebensgefährliche Wege (c) Florian Blaes

 

 

 

 

 

 

Bildergalerie: Irreler Wasserfälle nach der Flut