Drei Monate nach der Flut: Wie geht es den Menschen in Waxweiler? Besonders der damals eingeschlossenen Familie

Drei Monate nach der Flutkatastrophe, auch in der Region Trier, schauen wir auf einzelne Bereiche in einem Themenschwerpunkt. Hier: Waxweiler.

Das betroffene Haus in dem fünf Menschen ausharren mussten (c) Florian Blaes/ newstr

Unser Reporter Florian Blaes war am 15. Juli 2021 im schwer getroffenen Waxweiler in der Eifel. Damals waren fünf Menschen von den Wassermassen über mehrere Stunden in ihrem Haus eingeschlossen, abgeschnitten von der Außenwelt. Eine nervenaufreibende Rettung begann.

Wir erinnern uns zurück:

„In Waxweiler hatten die Wassermassen ein Haus komplett bis ins Erdgeschoss umschlossen und fünf Menschen eingeschlossen. Aber das Wetter machte dem Hubschrauber zunächst einen Strich durch die Rechnung. Die Feuerwehr wartete 2,5 Stunden vergeblich nach dem geplanten Termin auf die Luftrettung. Unterdessen machte ich mir ein Bild von der Lage und kam erneut nicht mehr aus dem Staunen. Die Wucht hatte eine lange Holzbrücke für Fußgänger abgerissen und gegen Häuser an einer Brücke geschleudert. Was hier eine Kraft gewirkt haben muss. Ganzer Asphalt von der Straße und Pflasterbürgersteige wurden aufgerissen. Und dann gab es den Schreckmoment der beiden Flut-Tage mit der Kamera. Zwei Feuerwehrleute wollten mit einem großen Traktor, die immer noch Eingeschlossenen mit einem Frontlader retten. In der Schaufel stand ein Feuerwehrmann und daneben der Fahrer. Sie fuhren durch die Wassermassen in die enorme Strömung und es kam wie es kommen musste. Der Traktor wurde durch die Kraft des Wassers zur Seite gedrückt und in Schräglage gegen ein Haus geschleudert. Hier kam der Atem ins Stocken! Der Mann im Frontlader war nicht mehr zu sehen, was ist mit ihm? Lebt er noch? Machtlos konnte man nur noch zusehen. Es gelang schließlich die beiden aus den Fluten über Fenster des Hauses zu retten. Das hätte sehr böse enden können… Am Nachmittag konnten die fünf Menschen schließlich mit den Hubschrauber gerettet werden.“

Rettung mit dem Hubschrauber (c) Privat

 

Wie geht es den Menschen heute? 

newstr.de hat beim Bürgermeister Manfred Groben aus Waxweiler nachgehört. Wie geht es den beiden Feuerwehrleuten vom Traktor und vor allem, was machen die fünf aus dem Haus, welches von Wasser umgeben war? „Die beiden Traktorfahrer wurden nicht verletzt, ihnen geht es gut! Der eingeschlossenen Familie geht es entsprechend gut, d. h. körperlich haben sie keinen Schaden davon getragen. Ich glaube aber, dass sie seelisch belastet sind, da jetzt aufgrund von Baufälligkeit das Wohnhaus abgerissen wurde, also das Zuhause. Das tut weh„, berichtet uns der Bürgermeister. Die Schäden am Haus und darunter waren einfach zu groß, es musste vor kurzem abgerissen werden. Und das noch schlimmere: das Haus wurde erst neu gebaut.

Die angeschwemmte Brücke geschleudert gegen ein Haus. (c) Florian Blaes/ newstr

 

 

 

 

Wie verlaufen die Aufräumarbeiten allgemein in Waxweiler?

Nicht nur das oben genannte Haus wurde damals schwer getroffen. Auch viele andere Einrichtungen u.a. Brücken wurden komplett zerstört. Gegenüber newstr.de berichtet uns der Bürgermeister Manfred Groben: „Die Aufräumarbeiten gehen gut voran. An der Schmelzbergbrücke wird bis Ende Oktober das Geländer angebracht und auch die unterhalb verlaufende Abwasserleitung wird instandgesetzt. Wir wollen auf jeden Fall die beiden nicht mehr vorhandenen Holzbrücken ersetzen.

Das Bürgerhaus und der Sportplatz mit Gebäude wurden erheblich beschädigt. Zudem sind 78 Haushalte vom Hochwasser betroffen. Daneben wurde auch der Campingpark sehr beschädigt. Dort laufen auch bereits erste Instandsetzungsmaßnahmen. Zudem wurde der Mehrgenerationenpark mit dem Komfortwanderweg beschädigt.“
Und zum Schluss wohl der wichtigste Satz des Bürgermeisters: „Wir sind dennoch zuversichtlich, dass wir das gemeinsam schaffen. Die Hilfsbereitschaft war enorm.“
Bildergalerie: Flutwelle durch Waxweiler