Nach Flutkatastrophe: Eifelquerbahn reaktivieren? Prüfung der DB angekündigt

Noch Anfang August sprach Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Infrastrukturprojekte Region Mitte der DB, davon, dass eine so schnelle Wiederaufnahme der Eifelquerbahn
Foto: Verein Eifelquerbahn
Foto: Verein Eifelquerbahn

Noch Anfang August sprach Gerd-Dietrich Bolte, Leiter Infrastrukturprojekte Region Mitte der DB, davon, dass eine so schnelle Wiederaufnahme der Eifelquerbahn nicht möglich sei. „Die Gleise der Eifelquerbahn müssten dazu neu aufgebaut werden“, so Bolte. Das sorgte bei dem Eifelquerbahn-Verein für Irritation. Denn die Strecke ist noch komplett vorhanden und intakt. Es müssten laut dem Verein lediglich höchstens 20 Schwellen ausgetauscht werden. Bis 2012 fuhren auf der Eifelquerbahn noch Personenzüge, seither ist das Ziel des Vereins: Der Erhalt und die Reaktivierung der Eifelquerbahn.

Deutsche Bahn prüft Eifelquerbahn

Jetzt gibt es ein positives Signal von der Deutschen Bahn. Es gibt nun doch Prüfungen auf der Eifelquerbahn, um diese zeitnah wieder zu nutzen. Die Sperrung der Eifelstrecke nach der Flutkatastrophe wird wohl weit bis nach Ende 2022 andauern. Die Schäden seien einfach zu groß und es brauche Zeit bis alles wieder komplett hergestellt ist.

Der Verein legt der Deutschen Bahn schon einen Entwurf vor, wie es schnell und unkompliziert laufen könnte. Ein Vorschlag, wie solch eine Lösung aussehen könnte, kommt vom Eifelquerbahn-Verein. Hierzu erklärt der stellvertretende Vorsitzende, Valentin Michels:

„Grundvoraussetzung ist der Vorschlag, die Eifelquerbahnstrecke als sogenanntes Baugleis wieder in Betrieb zu. Dadurch, dass Gerolstein in der Vergangenheit vom Rückbauwahn der Deutschen Bahn verschont geblieben ist, bietet der große Bahnhof nämlich die ideale Basis als Stützpunkt zur Wiederinstandsetzung der Eifelstrecke. Von hier aus kann in einem ersten Schritt die Instandsetzung nach Norden in Richtung Jünkerath und nach Süden in Richtung Densborn erfolgen. Damit würden wir die Schülerverkehre wieder zurück auf die Schiene bekommen und auch ein direkter Anschluss an den Schnellbus in Jünkerath wäre hiermit gegeben.“

Aber auch die Anbindung an das deutsche Schienennetz ließe sich auf diesem Wege wiederherstellen.

Konkret umfasst der Vorschlag die Einrichtung dreier Linien, welche auch ohne die aktuell beschädigte Leit- und Sicherungstechnik betrieben werden können:

  • Gerolstein – Densborn über Gleis 2
  • Gerolstein – Jünkerath über Gleis 3
  • Gerolstein – Kaisersesch über Gleis 1

Bei dieser Aufteilung können alle drei Linien autark verkehren, ohne dass die Notwendigkeit von Zugkreuzungen gegeben ist.

Besonders für den Schülerverkehr könnte es eine Erleichterung sein, als aktuell (ab kommender Woche) mit mehrmaligen Umsteigen durch die Eifel im Schienenersatzverkehr. Und über die Eifelquerbahn könnten Baumaterialien zur gesperrten Eifelbahn transportiert werden. Diese ist ja derzeit an vielen Stellen komplett unterbrochen.

Eifelquerbahn

Die Eifelquerbahn erstreckt sich von Kaisersesch- Ulmen- Daun- Gerolstein auf 94,2 Kilometer. In Betrieb befindet sich aktuell nur der Abschnitt von Andernach bis Kaisersesch bei Kilometer 42,8. Auf den weiteren knapp 52 Kilometern ruht der Verkehr seit Januar 2013.