Ein Jahr Ampelblitzer in Trier: So viele Sünder wurden erwischt

Wie sieht die Bilanz nach einem Jahr Ampelblitzer in Trier aus? Wir haben bei der Stadt nachgefragt und eine ausführliche Übersicht erhalten. Eins lässt sich sagen: die Blitzer rentieren sich allemal.
Seit 02. November 2021 messen die Ampelblitzer auch die Geschwindigkeit. Foto: Florian Blaes Symbolbild
Seit 02. November 2021 messen die Ampelblitzer auch die Geschwindigkeit. Foto: Florian Blaes Symbolbild

Bilanz nach einem Jahr Ampelblitzer

Vor rund einem Jahr sind die Ampelblitzer in Trier in Betrieb gegangen. Kurze Zeit später wurde beschlossen, dass diese nicht nur Rotlichtverstöße erfassen sollen, sondern auch Geschwindigkeitsüberschreitungen. Seit November lösen die Blitzer also in beiden Fällen aus. Newstr hat bei der Stadt Trier nachgefragt und eine genaue Auflistung der Verstöße erhalten.

Was bei den Verstößen besonders auffällig sei: an Wochenenden und Feiertagen steigen die Beanstandungsquoten spürbar an, das heißt bei weniger „Fahrzeugfluss“ werden mehr Verstöße erfasst.

Fast eine halbe Million Euro durch Rotlichtverstöße

Die Kasse hat durch die Rotlichtsünder:innen ordentlich geklingelt. Vor allem am Martinsufer (Ausoniusstraße) und am Pacelliufer (Pellinger Straße) wurden Sünder:innen erwischt. Der Ampelblitzer am Pacelliufer ist dabei erst seit Mitte Februar 2022 in Betrieb, wurde uns mitgeteilt.

Seit letztem Jahr August wurden insgesamt 3.050 Rotlichtverstöße erfasst – 950 davon in diesem Jahr. Von den Verstößen hatten 550 ein Fahrverbot zur Folge, 180 davon im Jahr 2021 und 370 in diesem Jahr. Uns wurde erklärt, dass in diesen Fällen die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot war.

Insgesamt seien 422.000 Euro aus Rotlichtverstößen eingenommen worden – 125.000 Euro aus Fahrverbots-Fällen und 296.000 aus sonstigen Fällen.

Erinnerung: Strafen für Rotlichtverstöße

Die Ampel ist weniger als eine Sekunde rot:

  • Bei Missachtung des Rotlichts ohne Gefährdung des Verkehrs kostet der Verstoß 90 Euro und es gibt 1 Punkt in der „Verkehrssünderkartei“.
  • Mit Gefährdung des Straßenverkehrs werden 200 Euro, vier Wochen Fahrverbot und zwei Punkte fällig.
  • Kommt es zu einer Sachbeschädigung, kostet das 240 Euro und es gibt zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot.

Die Ampel ist länger als eine Sekunde rot:

  • Besteht keine Gefahr für den Verkehr, dann kostet der Verstoß 200 Euro, es gibt 2 Punkte und einen Monat Fahrverbot.
  • Mit Gefährdung anderer muss der Autofahrende 320 Euro zahlen, einen Monat auf seinen Führerschein verzichten und bekommt 2 Punkte. (Die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmenden kann auch Straftatbestand mit entsprechend höheren Strafen sein).
  • Mit Sachschaden erhöht sich die Geldstrafe auf 360 Euro.

Fast 24.000 Fahrzeuge waren zu schnell

Seit November 2021 erfassen die Ampelblitzer auch Geschwindigkeitsverstöße. Innerhalb der zwei Monate wurden 4.300 Fahrzeuge erfasst, die zu schnell unterwegs waren. In diesem Jahr waren es bereits 19.500. Durchschnittlich mussten Fahrerinnen und Fahrer bei ihren Verstößen 42 Euro zahlen, so die Erfahrung der Stadtverwaltung. Demnach ergeben sich Bruttoeinnahmen von einer Million Euro durch Raser. In neun Fällen wurden sogar Geschwindigkeiten von über 100 km/h gemessen.

Auffällig sei besonders die Messanlage in der Luxemburger Straße. Aber auch „die beiden Anlagen am Pacelliufer zeigen hohe Beanstandungsquoten.“

Ergänzende Anmerkungen:

„Die genannten Einnahmebeträge sind Bruttowerte, die anhand der Fallzahlen errechnet wurden. Die tatsächliche Realisierungsquote an Zahlungen liegt niedriger, kann aber nicht beziffert werden. Dafür gibt es vielfältige Gründe, etwa dass Fahrer:innen nicht ermittelt bzw. gefunden werden können, Dienstfahrten von Polizei- und Einsatzfahrzeugen etc.“, wird von der Stadtverwaltung erklärt.

Auskunft der Stadtverwaltung Trier (15.08.2022)