Ende der Argrar-„Zockerei“ gefordert – Teufelskreis treibt Weizenpreise

Die Lebensmittelpreise steigen seit Wochen weltweit massiv an. Laut den Vereinten Nationen haben die Preise den höchsten Stand seit 1990 erreicht. Die aktuellen Preissteigerungen für beispielsweise Weizen werden zusätzlich durch Finanzwetten an den Rohstoffbörsen befeuert.
Ein Teufelskreis aus Angst und Gier treibe die Weizenpreise in die Höhe, kritisiert die Verbraucherorganisation foodwatch. Symbolbild: Unsplash/ Vince Veras
Ein Teufelskreis aus Angst und Gier treibe die Weizenpreise in die Höhe, kritisiert die Verbraucherorganisation foodwatch. Symbolbild: Unsplash/ Vince Veras

Die Verbraucherorganisation foodwatch kritisiert die exzessive Spekulation mit Agrar-Rohstoffen scharf. Angesichts der angespannten Agrarmärkte infolge des Krieges in der Ukraine würden Finanzwetten an den Rohstoffbörsen die aktuellen Preisanstiege etwa für Getreide zusätzlich befeuern. Die Forderung der Organisation: Die EU müsse wirksame Handelsschranken, sogenannte Positionslimits, festlegen.

Teufelskreis aus Angst und Gier treibt Weizenpreise

Angesichts drohender Hungerkrisen in manchen Ländern sie die „Zockerei“ auf Agrar-Rohstoffpreise unerträglich, sagte foodwatch-Strategiedirektor Matthias Wolfschmidt. Es brauche dringend Transparenz darüber, wer über welche Getreidereserven verfügt – nur so könne der Angst vor Knappheit begegnet werden, fordert Wolfschmidt. Dafür müsse die Europäische Union Spekulationslimits festlegen und so Wetten auf steigende Preise beenden.

Warum steigen die Preise so enorm?

Die Preise steigen, weil Unternehmen und Regierungen befürchten, nicht mehr ausreichend Weizen, Sonnenblumenöl oder andere Grundnahrungsmittel kaufen zu können, sagt Wolfschmidt. Zum anderen befeuerten Finanzwetten auf steigende Rohstoffpreise die Preise zusätzlich, kritisierte foodwatch.“Sie wetten auf steigende Preise und hoffen auf rasche Gewinne.“

Schon jetzt sei die Finanzindustrie ein Gewinner des russischen Angriffskrieges, kritisiert die Verbraucherorganisation weiter. Die Lebensmittelpreise seien in den letzten Wochen weltweit massiv gestiegen. Laut den Vereinten Nationen liegen die Preise um 34 Prozent höher als vor einem Jahr und haben den höchsten Stand seit 1990 erreicht.

Pressemitteilung foodwatch (09.05.2022)