Ergebnisse der Wasserproben an Kyll, Sauer, Prüm und Nims – Böden nach Flutkatastrophe untersucht

Vor allem sensible Flächen, wie Spielplätze im Ahrtal und in der Westeifel, stehen im Fokus/ Auswahl der Areale in Zusammenarbeit
Bei Irrel an der Mündung "Prüm" und "Nims" (c) Florian Blaes
Bei Irrel an der Mündung "Prüm" und "Nims" (c) Florian Blaes

Vor allem sensible Flächen, wie Spielplätze im Ahrtal und in der Westeifel, stehen im Fokus/ Auswahl der Areale in Zusammenarbeit mit den Kommunen.

Untersuchung auf Schadstoffe beginnt

Nach der verheerenden Extremwetterkatastrophe ist es wichtig, dass gerade an gefährdeten Flächen untersucht wird, ob diese von Schadstoffen belastet sind. Deswegen hat das Klimaschutz- und Umweltministerium gemeinsam mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord Untersuchungen beauftragt, die am Montag, 06. September 2021,gestartet sind.
„Durch die Fluten wurden nicht nur Häuser und Fabriken unter Wasser gesetzt, sondern durch die Zerstörung auch Schadstoffe freigesetzt. Wir müssen deshalb genau prüfen, ob sich auch im Boden Schadstoffe abgesetzt haben. Unser Augenmerk liegt dabei vor allem auf sensiblen Bereichen wie Kinderspielplätzen. Denn gerade dort, wo Kinder hoffentlich bald wieder spielen können, ist es wichtig, dass die Böden nicht belastet sind. Um die richtigen Stellen zu beproben, setzt die SGD Nord auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen. Denn die Menschen vor Ort kennen die Situation im Katastrophengebiet am besten“, sagte Klimaschutz- und Umweltministerin Anne Spiegel.

Durch die starken Regenfälle vor dem Flutereignis waren die Böden schon sehr wassergesättigt. Deshalb muss nicht grundsätzlich von einer Aufnahme von schädlichen Stoffen ausgegangen werden. Wir wollen aber Sicherheit und sorgen durch die Auftragsvergabe für belegbare Analyse-Ergebnisse“, so Wolfgang Treis, Präsident der SGD Nord.

Das Beprobungskonzept sieht vor, dass rund 120 Flächen im Ahrtal und der Westeifel untersucht werden. Die Festlegung der konkreten Flächen erfolgt nach Rücksprache mit den Kommunen und einer Ortsbegehung innerhalb der nächsten Wochen.
Die vor Ort gezogenen Proben werden dann auf unterschiedliche Schadstoffe untersucht, wie zum Beispiel Mineralöl-Kohlenwasserstoffe, also Heizöl. Erste Ergebnisse sollen in den kommenden Wochen vorliegen.

Wasserproben in der Region Trier entnommen

Am 22. Juli und 05. August 2021 führte das Landesamt für Umwelt erste Probenahmen an den vier Fließgewässern Sauer, Prüm, Nims und Kyll durch, um die Gewässerbelastung in den nordwestlichen Eifelgewässern eine bzw. drei Wochen nach dem Hochwasserereignis zu ermitteln.

Die Ergebnisse beider Untersuchungen lassen nun eine konsolidierte Aussage über die Gewässerbelastung nach Ablauf der Haupthochwasserwelle am 15. Juli sowie kleinerer Abflussspitzen danach zu. Eine weitere und vorerst abschließende Probenahme dieser Sondererhebung an den Westeifelgewässer wurde am 26. August 2021 entnommen (6 Wochen nach dem Ereignis). An Kyll und Sauer werden anschließend die monatliche Routineüberwachung im Rahmen bestehender Berichtspflichten weiter fortgeführt.

Messorte: 
  • Kyll, Mündung in Ehrang
  • Sauer bei Langsur
  • Prüm bei Menningen
  • Nims, am Campingplatz bei Irrel

Bis auf die Hinweise auf Heizöl und/oder Treibstoff in der Prüm, ergeben sich aus der Wasseranalytik bei dieser Ersteinschätzung keine gravierenden Befunde. Partiell wurden Auffälligkeiten beobachtet, die sich aber im Bereich der üblichen Schwankungsbreiten bewegen.

Dieses Ergebnis mag zunächst überraschen, muss aber vor dem Hintergrund der extremen Abflüsse und Fließgeschwindigkeiten gesehen werden, die bei dem Hochwasserereignis auftraten. Es ist anzunehmen, dass dabei viele Schadstoffe bereits mit der ansteigenden Hochwasserwelle und in den ersten Tagen nach der Katastrophe ausgespült oder umgelagert wurden. Ferner sind an den Gewässern der Westeifel die Schäden an der Infrastruktur, vor allem bei den Kläranlagen, nicht so gravierend wie an der Ahr.