Extreme Unwetter möglich: Sturzfluten, Überflutungen, großer Hagel, Orkan und Tornadogefahr

Am heutigen Freitag, 20.05.2022, wird es ein Unwetterereignis geben, wie es womöglich seit zehn Jahren nicht mehr aufgetreten ist. Die Hilfsorganisationen sind vorbereitet.
Foto: Florian Blaes
Foto: Florian Blaes

Am gestrigen Donnerstag, 19.05.2022 und in der Nacht auf den Freitag sind teils starke Gewitter über die Region hinweggezogen. Teilweise gab es kleine Unwetter mit entsprechenden Einsätzen für die Feuerwehren. Am heutigen Freitag, 20.05.2022, wird es allerdings nochmals ein Unwetterereignis geben, das mit diesem von Donnerstag nicht zu vergleichen ist.

Extreme Unwetter möglich

Es wird teilweise extreme Unwetter geben, solche die es seit fast zehn Jahren nicht mehr gab. Zwischendurch waren die Wetterfrösche derart besorgt, weil die Modelle Berechnungen heraus geschickt haben, die es so in Deutschland noch nie gab.

Nach den neusten Modellberechnungen könnten wir in der Region Trier mit einem dicken blaue Auge davon kommen. So würde das Hauptunwetterfeld über NRW hinweg ziehen, allerdings auch den Norden von Rheinland-Pfalz streifen. Das würde bedeuten, dass die Eifel getroffen wird. Jedoch sind sich die Meteorologen weiterhin unsicher, denn am Ende machen solche Zellen, was sie wollen. Wenn sie nur wenige Kilometer weiter südlich ziehen, wird unsere Region voll getroffen. Daher die großen Unsicherheiten.

Eine Unwetterwarnung gilt daher für die gesamte Region. Und hier bitte den Himmel und Informationen der Medien und Wetterkanäle beobachten. Das brisante wird der schwere Regen, großer Hagel und vor allem der Sturm/ Orkan sein.

Hier die offizielle Unwettervorwarnung des DWD 

Anfangs von Westen her einzelne Gewitter mit Starkregen um 20 l/qm in einer Stunde, stürmische Böen um 70 km/h und kleinkörnigem Hagel. Im Laufe des Tages dann verbreitet zunehmendes Gewitter- und auch Unwetterpotential mit gebietsweise heftigem Starkregen um 40 l/qm in kurzer Zeit, punktuell auch mit extrem heftigen Starkregen über 60 l/qm (EXTREMES UNWETTER) und größerem Hagel mit Korngröße um 3 cm. Schwerpunkt voraussichtlich nördlich des Hunsrücks. Zum Teil schwere Sturmböen um 95 km/h (Bft 10), lokal auch Orkanböen um 120 km/h (Bft 12) wahrscheinlich. Des Weiteren vereinzelte Tornados nicht ausgeschlossen.

Leistelle Trier auf Unwetter vorbereitet 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einer „Schwergewitterlage“ und warnt: am Freitag drohe die „überregional heftigste Schwergewitterlage seit langem“.  Das starke Unwetter-Tief wird laut Wetterdienst für Freitagmittag (ab etwa 14 Uhr) erwartet, das von den Niederlanden über die nördliche Mitte Deutschlands hinweg ziehen soll. Auch dessen Ausläufer könnten die Region Trier erreichen. Der Deutsche Wetterdienst spricht davon, es lägen „alle Zutaten für ausgesprochen heftige und organisierte Gewitterentwicklungen, insbesondere für Superzellen“ vor. Das bedeutet, es könnte örtlich auch zu mehrstündigem Starkregen der Größenordnung 100 Liter pro Quadratmeter kommen, Wind in Orkanstärke und Hagelgrößen bis zu fünf Zentimetern.

Ob die Gewitterfronten die Region Trier tatsächlich erreichen, ist natürlich noch offen. Die Feuerwehren in Trier sind aber bereits vorbereitet. Der Lagedienstführer bei der Berufsfeuerwehr hat – noch stärker als sonst – die aktuelle Wetterlage im Blick. Die Integrierte Leitstelle – zuständig für die Notrufe aus der gesamten Region Trier – steht in engem Kontakt zum DWD und wird angesichts möglicher Unwetter personell verstärkt. Personell verstärkt wird auch die Führungsstruktur der für die Stadt Trier zuständigen Berufsfeuerwehr Trier.

Das sagt der BKI des Landkreises Bitburg-Prüm Jürgen Larisch

newstr.de hat mit dem Feuerwehrchef des Eifelkreises gesprochen: „Die Feuerwehren, DRK. THW, DLRG, alle Hilfsorganisationen, die Verwaltung, Polizei, Technische Einsatzleitung, Gefahrstoffzug usw. sind informiert. Wir hoffen, dass es bei einem ’normalen Sommergewitter‘ bleibt, können aber Unwetter (Starkregen, Hagel, Sturmböen) usw. nicht ausschließen. Momentan gehen wir davon aus, dass heutigen Freitag die Gefahr von unwetterartigen Ereignissen sehr groß ist.

Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Integrierten Leitstelle in Trier und beobachten selbst die Wetterentwicklungen (mit FeWIS, dem Feuerwehr-Wetterinformationssystem des Deutschen Wetterdienstes). Wir empfehlen der Bevölkerung auf die Wetterinformationen zu achten, die Warn Apps Nina und KatWarn zu nutzen und sich entsprechend der Warnungen zu verhalten.“

Das sagt der Wetterexperte Dominik Jung von wetter.net 

newstr.de hat mit dem Meteorologen Dominik Jung gesprochen: „Heute zunächst sehr warm bis heiß und schwül! Ab den frühen Nachmittagsstunden kommen Gewitter aus Frankreich. Die fallen besonders Richtung Eifel teils heftig aus. Sturm- oder sogar Orkanböen und Starkregen. Eng begrenzt können Keller volllaufen, da der viele Platzregen nicht direkt abfließen kann bzw. aufgenommen werden kann. Man sollte die Wetterwarnungen heute gut verfolgen! Es ist eine brisante Wetterlage mit viel Potenzial für Unwetter! Wo sie genau runterkommen, kann man nicht sagen…Ob GENAU in Trier oder Orte in der Nähe….ist heute offen!“

Das Katastrophenschutzzentrum Bitburg-Prüm warnt

Es werden verbreitet schwere, zum Teil auch extreme Gewitter erwartet. Die Gewitter können vereinzelt von schweren Sturm- oder Orkanböen zwischen 90 und 130 km/h sowie heftigem Starkregen um 40 l/m² in einer Stunde und Hagel mit einer Korngröße um 5 cm begleitet sein. Auch heftiger Starkregen mit rund 60 l/m² in wenigen Stunden ist wahrscheinlich; auch einzelne Tornados sind nicht ausgeschlossen.

Es besteht die Gefahr von kleinräumigen Überflutungen sowie Baum- und Astbruch. Auch Beeinträchtigungen der Infrastruktur (Verkehrswege, Stromversorgung) sind möglich. In den Abendstunden des Freitags kommt es zu einer Wetterberuhigung und das Unwetterpotential nimmt rasch ab.

Diese Vorabinformation soll auf das Potential schwerer bis extremer Gewitter hinweisen und die rechtzeitige Vorbereitung von Schutzmaßnahmen ermöglichen. In welchem Umfang der Eifelkreis Bitburg-Prüm betroffen sein wird, kann derzeit nicht näher bestimmt werden. Gewitter mit den genannten Begleiterscheinungen treten typischerweise sehr lokal auf und treffen mit voller Intensität meist nur wenige Orte.

Das sind die Gefahren:

  • Sturzfluten
  • vollgelaufene Keller
  • überflutete Straßen
  • umgestürzte Bäume
  • Blitzschlag
  • große Hagelschäden
  • Schäden durch Tornados

Am Ende sagen wir: Wie immer es kann, muss aber nicht. Während es in dem einem Ort schüttet wie aus Badewannen, kann zwei Kilometer weiter die Sonne scheinen. Stellen Sie sich auf extremes Unwetter ein und seien Sie am Ende froh, wenn es nicht gekommen ist. Wir halten Sie hier auf www.news-trier.de auf dem Laufenden …

Eigene Recherche, DWD, Presse Stadt Trier