Kritik an geplanter „Umweltspur“ in Trierer Christophstraße

Eine eigene Spur für Busse und Fahrradfahrende - die "Umweltspur" wird aktuell in der Trierer Christophstraße eingerichtet. Vonseiten der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Trier hagelt es Kritik: die Stadt solle die Umsetzung sofort stoppen.
Fahrräder und Busse erhalten für den Weg zwischen Porta Nigra und Balduinsbrunnen einen separaten Fahrstreifen. Symbolbild: picture alliance/dpa | Federico Gambarini
Fahrräder und Busse erhalten für den Weg zwischen Porta Nigra und Balduinsbrunnen einen separaten Fahrstreifen. Symbolbild: picture alliance/dpa | Federico Gambarini

Fahrradfahrerinnen und -fahrer sowie Busse in Trier kriegen für die Strecke zwischen Porta Nigra und Balduinsbrunnen ihre eigene Spur. Der separate Fahrtstreifen nennt sich „Umweltspur“ – und erhält aktuell die nötigen Markierungen. Von der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Trier hagelt es Kritik: die Stadt Trier solle die Einrichtung der „Umweltspur“ unverzüglich einstellen.

Gutachten für die Umweltspur sei „irrelevant und nicht aussagekräftig“

Vor zwei Jahren wurde die Verkehrsführung erprobt – erfolgreich, so die Stadt. Durch die Universität Trier wurde die probeweise eingerichtete Umweltspur untersucht und anschließend ein Gutachten erstellt. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Trier stellt dieses Gutachten und damit auch die Entscheidung der Stadtverwaltung in Frage. Das Gutachten sei „irrelevant und nicht aussagekräftig“. Die Problematik bei dem zugrundeliegenden Gutachten sei, dass die Universität dieses während der Corona-Hochphase anfertigte (Datenerhebung sei zwischen November 2020 bis Januar 2021 erfolgt). Demnach haben viele Arbeitnehmende im Homeoffice gearbeitet und Geschäfte sowie Verwaltungen waren teilweise geschlossen.

Der Vorsitzende des MIT Kreisverbandes Trier, Jürgen Poss, sagt dazu: “Ein Verkehrsgutachten während der Corona Hochphase durchzuführen macht einfach keinen Sinn, weil die zugrundeliegenden Daten nicht repräsentativ sein können. In dem genannten Zeitraum war das Verkehrsaufkommen wesentlich geringer als zu normalen Zeiten. Deshalb betrachtet die MIT Trier dieses Gutachten als nicht aussagekräftig und nicht relevant“.

Einrichtung der Umweltspur sofort stoppen

Weil das Gutachten nicht aussagekräftig ist, könne auch die darauf aufbauende Entscheidung nicht richtig sein, heißt es vonseiten der MIT. Deshalb fordert die Mittelstands- und Wirtschaftsunion die Stadtverwaltung und den Stadtrat auf, die Einrichtung der Umweltspur umgehend zu stoppen.

Zudem sind negative Auswirkungen auf den lokalen Mittelstand – insbesondere den Handel und die Gastronomie – eine weitere Befürchtung der MIT. Hierzu Jürgen Poss von der MIT Trier: “Es ist nun mal Fakt, dass die große Mehrheit der Kunden aus dem Umland und aus Luxemburg unverändert mit dem Auto nach Trier kommen.“ Deshalb führe eine Maßnahme wie die Schließung einer gesamten Fahrspur in der Innenstadt dazu, dass sich mehr Kundinnen und Kunden überlegen, ob sie nach Trier zum Einkaufen fahren sollte, so Poss weiter. Solche Maßnahmen, die sich gegen Autofahrende richten, „werden  am Ende nur zu einer weiteren Stärkung des Online-Handels und zu einer weiteren Schwächung des stationären Handels führen“.

Klare Worte an die Stadtverwaltung:

In der aktuellen Krise sei es umso wichtiger, die lokale Wirtschaft und den Handel zu fördern und alle Maßnahmen zu unterlassen, die mittel- und langfristig schädlich sind. “An die Stadtverwaltung und den Stadtrat der Stadt Trier: Stoppen Sie die Umweltspur – JETZT“. So groß die Kritik von MIT an der Umweltspur auch ausfällt, der Auftrag für die Einrichtung ist der Spur ist längst vergeben und die Firma steht in den Startlöchern, wurde uns vom Presseamt Trier besätigt.

 

 

Pressemitteilung Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Trier, Eigener Bericht