Kusel-Morde: Jagdvereinigung Saar weist Vorwürfe der Untätigkeit zurück

Seit dem Mord an zwei Polizeikräften werden immer mehr Details über einen der Tatverdächtigen Andreas S. bekannt. Der 38-Jährige wilderte im großen Stil - ohne gültigen Jagdschein. Waren Vertreter:innen der Jagdvereinigung Saar (VJS) gegenüber Andreas in der Vergangenheit untätig?
In Sulzbach wurde der Tatverdächtige festgenommen. Ihm wurde bereits 2004 der Jagdschein entzogen. Foto: Florian Blaes

Die Vorwürfe, in der Vergangenheit im Hinblick auf Andreas S., einen der Tatverdächtigen im Mordfall von Kusel, untätig oder nicht integer gehandelt zu haben, weist die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) entschieden zurück. Die Vereinigung veröffentlichte am Dienstag, 22.02.2022, auf ihrer Webseite ein ausführliches Statement:

Jagdschein entzogen – Neuen Antrag abgelehnt

„Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) weist Vorwürfe aus einigen Medien entschieden zurück, Verbandsvertreter seien im Vorfeld des Polizistenmordes in Kusel untätig gewesen oder hätten nicht integer gehandelt.“, heißt es im Statement.

Der Landesjägermeister Josef Schneider berichtet in diesem Zusammenhang, dass die VJS als Körperschaft des öffentlichen Rechts bereits 2004 erfolgreich einen Antrag gestellt hatte, dem mutmaßlichen Mörder Andreas S. den „Jagdschein wegen fahrlässiger Körperverletzung zu entziehen“. 

Darüber hinaus wurde im Jahr 2020 vorausschauend gehandelt: Im Jahr 2020 handelte der zuständige Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde vorausschauend und lehnte „den Antrag des Verdächtigen auf Verlängerung des Jagdscheins“ ab. Zu diesem Zeitpunkt seien die Ermittlungsverfahren gegen Andreas (38) noch nicht abgeschlossen gewesen.

Körperschaft des Öffentlichen Rechts

Der umsichtige Mitarbeiter ist zudem ehrenamtlich auch stellvertretender Landesjägermeister. Eine ehrenamtliche Funktion in der VJS stehe im Einklang zu einer Beschäftigung in einer Jagdbehörde. Als Körperschaft des Öffentlichen Rechts habe die VJS unter den Jagdverbänden in Deutschland eine Sonderstellung. Dadurch könne sie beantragen, dass ein Jagdschein entzogen wird. „Dies ist bereits möglich, wenn der obligatorische Waffenschrank nicht richtig verankert ist“, so Landesjägermeister Josef Schneider.

Empfehlung der VJS: Fahrzeugkontrolle

Nach eigenen Angaben arbeite die Vereinigung eng und vertrauensvoll mit den Behörden im Saarland zusammen. Nach den Morden an zwei Polizeikräften in Kusel hat die VJS „umgehend mit der saarländischen Polizei Empfehlungen für Fahrzeugkontrollen von Jägern entwickelt, um die vorherrschende Verunsicherung auszuräumen.“

Mitteilung der Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) (22.02.2022)