Lockerungen und neue Teststrategie: Empfehlung des Corona-Expertenrats

Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hat am Sonntag eine neue Stellungnahme veröffentlicht. Darin halten die Expert:innen Lockerungen für möglich - unter bestimmten Bedingungen.
Symbolbild: Unsplash/ Mika Baumeister
Symbolbild: Unsplash/ Mika Baumeister

Bund und Länder treffen am Mittwoch, 16.02.2022, zusammen, um über die weitere Corona-Strategie zu beraten. Als sicher gilt, dass Öffnungsperspektiven geschaffen werden. Laut Beschlussvorlage, die Focus online vorliegt, soll schrittweise gelockert werden.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin informierte letzte Woche über einen Öffnungsplan für die kommenden Wochen. Sie teilte mit, dass die 2G-Regel im Einzelhandel zum 18. Februar abgeschafft wird.

Corona-Expertenrats hält Lockerungen für möglich

Am Sonntag veröffentlichte der Corona-Expertenrat der Bundesregierung die sechste Stellungnahme des Rates. Der Expertenrat hält Lockerungen der Corona-Maßnahmen für möglich, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Die Zahl der SARS-CoV-2 Infektionen ist bisher kontinuierlich angestiegen, eine Plateaubildung und ein nachfolgender Abfall für die Omikron (BA.1) Welle ist aber in den kommenden Wochen zu erwarten“, zitiert das RND aus der Stellungnahme. Daher sei es derzeit wichtig, Öffnungsstrategien zu planen.

Ein zu frühes Öffnen könne einen erneuten Anstieg der Infektionen verschulden. Auch Gesundheitsminister Lauterbach mahnte, dass ein zu frühes Öffnen die Welle verlängern könne. „Ein Zurückfahren staatlicher Infektionsschutzmaßnahmen erscheint sinnvoll, sobald ein stabiler Abfall der Hospitalisierung und Intensivneuaufnahmen und -belegung zu verzeichnen ist.“, so der Expertenrat.

Temporäre Aufhebung der Maskenpflicht

Wie das RND berichtet, empfiehlt der Expertenrat grundsätzlich, die Anwendung der Maskenpflicht in öffentlichen Räumen beizubehalten. Allerdings könne diese mit klarer Kommunikation zur zeitlichen Befristung bei „hinreichend niedrigen Infektionszahlen“ temporär aufgehoben werden, so die Einschätzung des Gremiums.

Weiterhin bleibe zu bedenken, „dass im Rahmen etwaiger Öffnungsschritte ungeimpfte und ältere Menschen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf verstärkt in das Infektionsgeschehen einbezogen werden.“, heißt es vonseiten des Rates weiter. Diese Gruppen tragen das „höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und müssen geschützt werden.“

Teststrategie anpassen

Auch eine Anpassung der nationalen Teststrategie empfehle das Gremium, berichtet das RND. Es sollte geprüft werden, ob Testungen „auf symptomatische Fälle beschränkt bleiben.“ Vor allem mit Blick auf die kommende Herbst- und Winterzeit sei es denkbar, durch stichprobenartige Überwachung eine frühzeitige Erfassung einer deutlichen Änderung der Infektionsdynamik zu erfassen.

Land in neuer Phase der Pandemie

Der Rat sehe Deutschland in einer neuen Phase der Pandemie, schreibt das RND. Noch immer gebe es eine zu große Immunitätslücke in der Bevölkerung. Es sind noch zu viele Personen ungeimpft, betonte auch Lauterbach in der vergangenen Woche. Wegen Faktoren wie der Impfquote und der Verbreitung neuer Virusvarianten sei es nicht möglich die „Dauer dieser neuen Phase“ präzise vorherzusagen. Spätestens im Herbst bestehe das Risiko erneuter Infektionswellen, heißt es abschließend.

Artikel vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (13.02.2022)