Mehrfach straffällig gewordener Priester aus dem Klerikerstand entlassen

Papst Franziskus hat einen Ruhestandspriester des Bistums Trier aus dem Klerikerstand entlassen. Laut Mitteilung des Bistums hatte der Mann sich mehrfach des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht.
Der mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs straffällig gewordene Ruhepriester hatte selbst um die Entlassung gebeten. Symbolbild: Unsplash/ Jomarc Cala

Das Bistum Trier teilt mit, dass Papst Franziskus einen Ruhestandspriester des Bistums Trier aus dem Klerikerstand entlassen hat. Der Mann hatte sich in mehreren Fällen des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht. Bei Geistlichen ist dies die Höchststrafe im katholischen Kirchenrecht. 

Ruhestandpriester entlassen

Bereits 1994 wurde der Mann von einem staatlichen Gericht wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Anschließend habe er bei einem pastoralen Auslandeinsatz Ende der 1990er-Jahre erneut sexuellen Missbrauch begangen.

Nach einer Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft 2012 und der Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung hatte das Bistum ein außergerichtliches kirchliches Strafverfahren auf dem Verwaltungsweg gegen den Mann geführt. Seit 2014 durfte der Mann keinen priesterlichen Dienst mehr ausüben, ebenso erhielt er ein Kontaktverbot zu Kindern und Jugendlichen und das Verbot, das Gebiet der Diözese zu verlassen sowie eine Kürzung seiner Bezüge.

Erneut Vorwürfe sexuellen Missbrauchs

2021 meldeten sich weitere Betroffene mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs, die sich auf die späten 1970er bis Anfang der 1990er Jahre bezogen. Infolge dessen ordnete Bischof Dr. Stephan Ackermann die Durchführung einer erneuten kirchenrechtlichen Voruntersuchung an. Das Bistum übergab die Meldungen an die Staatsanwaltschaft. Ebenso informierte der Bischof die römische Glaubenskongregation. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Verfahren wegen Verjährung eingestellt hat, wurde die kirchenrechtliche Voruntersuchung weitergeführt und endete im Januar 2022 mit der Feststellung des mehrfachen, teils schweren sexuellen Missbrauchs. Das Ergebnis wurde der römischen Glaubenskongregation gemeldet.

Geistliche bittet selbst um Entlassung

Bevor der Fall durch die Glaubenskongregation näher geprüft und von ihr die Durchführung eines weiteren kirchlichen Strafverfahrens angeordnet worden ist, hat der Mann um die Entlassung aus dem Klerikerstand gebeten. Verbunden mit der Bitte waren ein Schuldanerkenntnis und der Wunsch, moralische wie finanzielle Verantwortung für die schweren Straftaten zu übernehmen. Papst Franziskus hat diesem Antrag auf Entlassung entsprochen.

Durch die Entlassung aus dem Klerikerstand kommt es nun zu keinem kirchlichen Strafverfahren mehr; die betroffenen Personen müssen infolgedessen nicht mehr als Zeug:innen aussagen.

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Mitteilung Bistum Trier (13.05.2022)