Mogelpackungen im Supermarkt nehmen zu – Tricks der Hersteller für versteckte Teuerungen

Versteckte Preiserhöhungen, die sich hinter Mogelpackungen verstecken, sind nicht neu. Das Phänomen heißt "Shrinkflation". Allerdings laden immer mehr Produkte auf der "Mogelpackungsliste" der Verbraucherzentrale Hamburg.
Immer mehr Produkte landen auf der "Mogelpackungsliste" der Verbraucherzentrale - beispielsweise ist der Inhalt einer Rama-Packung um 100 Gramm reduziert worden. Foto: newstr
Immer mehr Produkte landen auf der "Mogelpackungsliste" der Verbraucherzentrale - beispielsweise ist der Inhalt einer Rama-Packung um 100 Gramm reduziert worden. Foto: newstr

Mogelpackungen verstecken Preiserhöhungen

Nicht alle gestiegen Preise sind auf den ersten Blick erkennbar. Händler nutzen einen Trick, um „heimlich“ die Preise anzuhaben. Die Rede ist von versteckten Preiserhöhungen oder auch „Shrinkflation“ genannt – also Inflation durch Schrumpfen des Inhalts. „Die Hersteller reduzieren einfach den Inhalt ihrer Produkte, aber der Verkaufspreis bleibt gleich. Dann ist der Preisanstieg nicht auf den ersten Blick zu erkennen.“, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg.

Weniger Produkt in der gleichen Verpackung – Täuschungsversuch?

Plötzlich sind in der Rama-Verpackung nicht mehr 500 Gramm, sondern nur noch 400 Gramm Margarine enthalten. Rama ist damit kein Einzelfall. Seit Monaten steigen die Preise in den Supermärkten, in einigen Fällen trotz kleineren Mengen. Auf der „Mogelpackungsliste“ der Verbraucherzentrale Hamburg finden sich immer mehr Produkte.

Auf Twitter finden sich unter „#mogelpackung“ und „#shrinkflation“ unzählige Beiträge. „Schweinerei“ nennt eine Nutzerin auf Twitter die neue Rama-Packung, die keinerlei Hinweis auf die reduzierte Menge in derselben Packungsgröße liefert.

In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen, „dass neue Verpackungsverfahren zusätzliche Kosten verursachen würden“, die nicht an Verbraucher:innen weitergegeben werden sollten. Daher habe man sich entschieden, die Bechergrößen vorerst beizubehalten. Der Grund in liege wie bei den meisten Lebensmittelunternehmen in den „dramatischen Kostensteigerungen“ in der gesamten Lieferkette. Auch heißt es vonseiten des Unternehmens, dass diese Änderungen auf den Verpackungen „deutlich erkennbar“ seien.

Haribo reduziert Inhalt und Verpackungsgröße

Auch Haribo ist im August mit kleineren Mengen aufgefallen. Das Unternehmen erklärt in einer Stellungnahme, dass die Reduktion für Verbraucher:innen klar erkennbar ist, denn der „Beutel ist deutlich verkleinert, damit der Produktinhalt im gleichen Verhältnis zur Verpackung bleibt, es ist also nicht mehr ‚Luft‘ im Beutel.“ Der unverbindliche Verkaufspreis (UVP) bleibe ebenfalls weiterhin bei 0,99 Euro, den Verkaufspreis lege allein der Handel fest.

Um beispielhaft weitere Produkte zu nennen: Allerlei Nüsse von Ültje, Margarine von Becel, Knorr Bouillon mit Rind und Funny Frisch Ofen Chips Paprika. Die Liste ist lang und kann auf der Webseite der Verbraucherzentrale eingesehen werden.

 

Verbraucherzentrale Hamburg (16.08.2022), Twitter-Beitrag