Nach Bund-Länder-Konferenz: Abschaffung von 2G beim Einkauf gefordert

Nach der Bund-Länder-Schalte gab Kanzler Olaf Scholz bekannt, dass die geltenden Maßnahmen beibehalten werden. Damit gilt auch weiterhin 2G im Einzelhandel. Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert ausdrücklich die Aufhebung der 2G-Regel.
Die 2G-Regelung im Einzelhandel sei keine keine geeignete und notwendige Maßnahme, so der HDE. Symbolbild: Unsplash/ Jana Shnipelson

Maßnahmen werden beibehalten

Am Abend, 24.01.2022, gab Bundeskanzler Olaf Scholz bekannt, dass die bundesweit geltenden Maßnahmen beibehalten werden. Somit ist die 2G-Regel im Einzelhandel weiterhin gültig. Mit Ausnahme von Niedersachsen, Bayern und des Saarlands: Letzte Woche kippte das Oberverwaltungsgericht (OVG) die 2G-Regel im Einzelhandel.

HDE fordert Aufhebung der 2G-Regel im Einzelhandel

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert die Aufhebung der 2G-Regel im Einzelhandel. Der Einkauf mit Maske, Abstand und Hygienemaßnahmen sei sicher, daher sei 2G im Handel nicht nötig. Da die 2G-Regel zudem bei vielen davon betroffenen Händlerinnen und Händlern zu massiven Umsatzverlusten führt, fordert der Verband deutlich verbesserte, wirksame Corona-Hilfen.

Lebensmittelbereich sei ohne Einschränkungen auch kein „Infektionshotspot“

Um die Pandemie zu erfolgreich zu bekämpfen, sei die 2G-Regelung beim Einkauf ist keine geeignete und notwendige Maßnahme, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Erfahrungen aus dem durchgängig ohne Einschränkungen geöffneten Lebensmittelhandel machten mehr als deutlich, dass der Handel kein Infektionshotspot ist – dafür sorge schon die Maskenpflicht und das Abstandsgebot.

Es sei nicht logisch begründbar, warum täglich 40 Millionen Kundenkontakte im Lebensmittelbereich ohne größere Auswirkungen auf das Pandemiegeschehen stattfinden könnten, während die zehn Millionen Kundenkontakte des restlichen Einzelhandels problematisiert würden. „Das entbehrt jeder Grundlage und ist erkennbarer Unsinn. Die politischen Entscheidungsträger müssen zur Vernunft zurückkehren und 2G im Einzelhandel flächendeckend für alle Handelsbranchen abschaffen“, so Genth weiter.

2G in einige Ländern außer Kraft

Die Tatsache, dass 2G beim Einkauf in Niedersachsen, Bayern und dem Saarland bereits durch Gerichte außer Kraft gesetzt wurde, ohne dass dort in der Folge die Infektionszahlen deutlicher als in den anderen Bundesländern gestiegen wären, mache die Situation für Kunden und Händler noch abstruser.

Anpassung der Corona-Hilfen

Zudem beklagt der Handelsverband, dass die Händler mit den Folgen der Pandemie und der Corona-Maßnahmen allein gelassen würden. „Die Kontrollen der 2G-Regeln kosten nicht nur Geld, sondern überfordern das Personal. Immer wieder kommt es zu Pöbeleien, der Androhung von Gewalt oder sogar mehr”, so Genth.

2G im Handel führt zudem teilweise zu massiven Umsatzeinbrüchen. Deshalb fordert der HDE die Anpassung der staatlichen Corona-Hilfen, beispielsweise solle die Hürde für die Beantragung der Überbrückungshilfe deutlich abgesenkt werden. Derzeit müssen Unternehmen mindestens 30 Prozent Umsatzverlust nachweisen, um die Unterstützung zu bekommen. „Bei einem so hohen Verlust ist es für viele Händler längst zu spät. Da muss früher Hilfe kommen, so Genth.