Polizeimord in Kusel: Tatwaffen wohl auf Ehefrau zugelassen

Zum Zeitpunkt der Tat durfte der mutmaßliche Mörder Andreas S. keine Waffen besitzen. Die beiden Tatwaffen sind auf eine andere Person zugelassen, das teilte die Staatsanwaltschaft bereits mit. Einem Bericht von SPIEGEL zufolge, handelt es sich dabei möglicherweise um Andreas' Ehefrau.
Die sichergestellten Tatwaffen sind auf eine andere, berechtigte Person zugelassen, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Unklar ist, wie sie in Andreas' Besitz kamen. Foto: Florian Blaes
Die sichergestellten Tatwaffen sind auf eine andere, berechtigte Person zugelassen, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Unklar ist, wie sie in Andreas' Besitz kamen. Foto: Florian Blaes

Der mutmaßliche Mörder im Fall der getöteten Polizeikräfte Andreas S. (38) war nicht im Besitz eines Jagdscheins. Daher hatte er auch keine Erlaubnis, über Waffen zu verfügen. Dennoch wurden bei der Durchsuchung nach der Festnahme in Sulzbach mehrere Waffen sichergestellt, darunter die beiden Tatwaffen, wie jüngst bestätigt wurde. Unklar ist weiterhin, wie sie in seinen Besitz kamen.

Waffen auf andere Person zugelassen

Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern teilte mit, dass die sichergestellten Tatwaffen auf eine andere, berechtigte Person zugelassen seien. Ob diese andere Person strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird, sei Gegenstand der Ermittlungen. Wie die Waffen – eine doppelläufige Schrotflinte und ein Jagdgewehr Winchester Bergara 308 – in Andreas‘ Besitz kamen, ist derzeit unklar. Laut SPIEGEL soll es sich bei der berechtigten Person um die Ehefrau von Andreas S. handeln.

Schoss Andreas S. mit den Waffen seiner Ehefrau?

Laut SPIEGEL-Informationen gehörten die Tatwaffen der Ehefrau. Waffen desselben Typs und Kalibers –  eine doppelläufige Schrotflinte und ein Jagdgewehr Winchester Bergara 308 – seien seit Mitte 2021 auf der Waffenbesitzkarte der Frau zugelassen, heißt es im Bericht weiter. Sie sei ebenfalls Jägerin. Der genaue Beziehungsstatus des Paares sei unklar, so der SPIEGEL. Zunächst seien die Ermittler davon ausgegangen, dass die beiden getrennt sind. Sie haben nicht mehr zusammen gewohnt.

Auf Nachfrage habe sich die Staatsanwaltschaft nicht dazu geäußert, ob die Tatwaffen auf Andreas‘ Ehefrau zugelassen sind. Auch blieb offen, ob die Staatsanwaltschaft gegen die Frau ermittelt.

Andreas S. unter alleinigem Mordverdacht

Zuletzt gab es eine Wende in den bisherigen Ermittlungen: Der Haftbefehl wegen Mordverdacht gegen Florian V. (32) wurde aufgehoben. Nach der Festnahme wurde angenommen, dass sowohl Andreas S. als auch Florian V. auf die Polizeikräfte geschossen haben. Die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gibt an, dass dieser Schluss nach den inzwischen durchgeführten Ermittlungen „nicht zwingend“ ist. Die Ergebnisse der Ermittlungen legen nahe, dass Andreas S. (38) alleine geschossen hat. Gegen Florian V. wurde ein „neuer Haftbefehl wegen Wilderei und versuchter Strafvereitelung“ erlassen, er befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft.

Spiegel Artikel (04.03.2022)