Prozessbeginn gegen Trierer Amokfahrer

Morgen, 19. August 2021, beginnt der aufsehenerregende Prozess gegen den Amokfahrer von Trier. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr. Im

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Morgen, 19. August 2021, beginnt der aufsehenerregende Prozess gegen den Amokfahrer von Trier. Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr. Im Dezember vergangenen Jahres soll der 51-jährige Trierer mit seinem Auto durch die Fußgängerzone gerast und dabei fünf Menschen getötet und 18 weitere teils schwer verletzt haben. Insgesamt werden 26 Verhandlungstage für den Prozess angesetzt, der letzte am 26. Januar 2022.

Anklage der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Trier wirft dem Angeklagten Bernd W. aus Trier Mord in fünf Fällen sowie in 18 weiteren Fällen versuchten Mord vor.

Täter-Profil: Bernd W. (51)

Bisher ist über den mutmaßlichen Täter bekannt, dass er zuletzt alleinstehend, arbeitslos, ohne festen Wohnsitz und durch seine persönlichen Lebensumstände frustriert war. Von Seiten der Staatsanwaltschaft werden daher persönliche Motive hinter der Tat vermutet. Durch einen Sachverständiger wurde bei Bernd W. eine Psychose diagnostiziert.

Seine Absicht war es, möglichst viele Menschen zu töten und zu verletzen, weil der Beschuldigte nach Angaben der Staatsanwaltschaft gezielt auf Fußgänger zuraste. Sein Motiv ist weiterhin ein Rätsel, daher wird der Prozessbeginn mit Spannung erwartet. Es bleibt abzuwarten, ob der Angeklagte beim Prozess aussagt. Die bisher wenigen Aussagen während der polizeilichen Vernehmungen waren teils widersprüchlich.

Was war geschehen? Die Opfer der Amokfahrt

Am 1. Dezember 2020 riss der Angeklagte fünf Menschen in den Tod. Sein erstes Opfer war eine 73-jährige Frau, die mit ihrem Mann in der Stadt unterwegs war. Sie starb, ihr Mann musste mehrere Monate intensivmedizinisch behandelt werden. Über die Brotstraße raste der Täter zum Hauptmarkt, wo seine Amokfahrt weitere Opfer forderte.

Ein 45-jähriger Familienvater und seine neun Wochen alte Tochter starben sofort, die Mutter und das anderthalbjährige Kind überlebten. Eine 52-jährige Lehrerin, die mit ihrem Fahrrad aus Richtung Porta Nigra auf den Hauptmarkt fuhr, wurde erfasst und erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen.

In der Simeonstraße erfasste der Täter eine 25-Studentin, die noch am Tatort starb.
Insgesamt wurden fünf Menschen getötet und 18 schwer verletzt. Noch immer leiden viele der Überlebenden an anhaltenden Traumata.