Paketpreise, Pfand, Corona-Tests und Renten: was sich im Juli ändert

Im Juli gibt es wieder einige Änderungen. Dieses Mal sind die Paketpreise der Post betroffen, die Renten steigen, Einmalzahlungen werden ausgeschüttet und bald läuft die Frist für den Führerschein-Umtausch aus. Was der neue Monat sonst noch Neues mit sich bringt, zeigt die Übersicht:
Im Juli ändert sich einiges: die Post erhöht Paketpreise, Einmalzahlungen werden ausgezahlt und Corona-Tests sind nicht mehr kostenlos. Symbolbilder: Unsplash/ Jonathan Kemper/ Markus Spiske/ Jan Kopřiva
Im Juli ändert sich einiges: die Post erhöht Paketpreise, Einmalzahlungen werden ausgezahlt und Corona-Tests sind nicht mehr kostenlos. Symbolbilder: Unsplash/ Jonathan Kemper/ Markus Spiske/ Jan Kopřiva

Renten steigen zum 01. Juli

Mehr als 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner können sich über eine Erhöhung des Rentenbeitrags freuen. Die gesetzliche Rente steigt im Westen um 5,35 Prozent und im Osten um 6,12 Prozent an. Somit erhöht sich der Rentenwert im Westen von bisher 34,19 Euro auf 36,02 Euro, im Osten von bisher 33,47 Euro auf 35,52 Euro.

Post erhöht Paketpreise

Wegen gestiegenen Transport-, Zustell- und Lohnkosten werden Päckchen und Pakete bei DHL teurer. Auch die Rabatte für online gekaufte Paketmarken fallen künftig weg.

Kinderbonus zum Kindergeld wird ausgezahlt

Zusammen mit dem Kindergeld wird im Juli auch der Kinderbonus aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung ausgezahlt. Die Auszahlung richtet sich nach der Endziffer der Kindergeldnummer. Als erstes wird der Bonus von 100 Euro auf die Konten der Eltern mit der Kindergeldnummer 0 ausgezahlt. Der Kindergeldbonus wird nicht auf Sozialleistungen wie die Grundsicherung angerechnet – aber er wird mit den Kinderfreibeträgen verrechnet.

Monatlicher Sofortzuschlag von 20 Euro

Ab Juli wird zudem ein monatlicher Sofortzuschlag in Höhe von 20 Euro für Kinder und Jugendliche ausgezahlt, die Leistungen der sozialen Sicherungssysteme erhalten. Dies gilt auch für junge Erwachsene, die mit ihren leistungsberechtigten Eltern in einem Haushalt leben. „Anspruch haben alle Kinder, die entweder einen Leistungsanspruch nach dem Zweiten oder Zwölften Sozialgesetzbuch, dem Asylbewerberleistungsgesetz oder auf Kinderzuschlag sowie die ergänzende Leistung zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz haben“, so die Bundesregierung.

Einmalzahlungen für Empfänger von Sozialleistungen und Arbeitslosengeld

Erwachsene, die Leistungen der sozialen Sicherungssysteme bekommen, erhalten eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro. Konkret sind das alle, die Leistungen nach SGB II, SGB XII oder dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen oder ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundesversorgungsgesetz erhalten.

Darüber hinaus erhalten alle Bezieher von Arbeitslosengeld eine Einmalzahlung von 100 Euro. Voraussetzung ist, dass im Juli 2022 Arbeitslosengeld bezogen wird.

Strompreise: EEG-Umlage entfällt

Ab 01. Juli entfällt die Erneuerbare-Energien-Umlage, kurz „EEG-Umlage„, von 3,72 Cent je Kilowattstunde. Die EEG-Umlage wurde als gesonderter Posten auf der Stromrechnung angegeben. „Die Stromanbieter müssen die Absenkung in vollem Umfang an die Endverbraucher weitergeben“, so die Bundesregierung.

Netflix: Vierte Staffel „Stranger Things“ geht weiter

Die finalen Folgen der vorletzten Staffel „Stranger Things“ sind ab 01. Juli bei Netflix verfügbar. Die ersten Folgen der Science-Fiction-Mysteryserie sind bereits seit Mai zu sehen. Eins ist klar: Für die Hawkins-Bande bahnt sich ein Krieg an.

Mindestlohn steigt

Zum 01. Juli wird der gesetzliche Mindestlohn von 9,82 Euro brutto auf 10,45 Euro angehoben. Ab 01. Oktober steigt er auf zwölf Euro pro Stunde.

Rückgabe von Elektrogeräten in Supermärkten

Ab 01. Juli sind Supermärkte und Discounter dazu verpflichtet, Elektroaltgeräte wie Rasierer, Taschenlampen oder Smartphones anzunehmen – wenn sie selbst mehrmals im Jahr Elektrogeräte verkaufen und die Ladenfläche größer als 800 Quadratmeter ist.

Verbraucher:innen können in Zukunft Geräte mit einer Kantenlänge bis zu 25 Zentimeter zurückgegeben, ohne ein neues Gerät zu kaufen. Bei größeren Altgeräten kann der Händler den Kauf eines neuen Produkts im Tausch verlangen. Das Gesetz trat zum 01. Januar 2022 in Kraft, am 01. Juli 2022 endet die Übergangsfrist.

Kündigungen von Verträgen künftig einfacher

Vertragskündigungen sollen künftig vereinfacht werden. Wer einen Vertrag online abschließt, soll ihn auch online kündigen können. Ab 01. Juli 2022 wird ein Kündigungsbutton auf der jeweiligen Website für Unternehmen zur Pflicht.

Pfand für alle Getränkedosen und Plastikflaschen

Eine erweiterte Pfandpflicht für Plastikflaschen und Getränkedosen wurde bereits im Januar eingeführt. Demnach werden alle Getränkedosen und Einwegflaschen aus Kunststoff mit 25 Cent Pfand belegt. Zuvor bereits im Handel befindliche Waren, sogenannte Altbestände, dürfen nur noch bis 01. Juli ohne Pfand verkauft werden. Bei Milch und Milcherzeugnissen gibt es eine Übergangsfrist bis 2024.

Frist für Führerschein-Umtausch läuft aus

Bis zum 19. Januar 2033 sollen alle Bürgerinnen und Bürger innerhalb der Europäischen Union einen einheitlichen Führerschein in Plastikkarten-Format besitzen. Daher müssen alle Führerscheine umgetauscht werden, die vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden. Die erste Frist wurde coronabedingt vom 19. Januar 2022 auf den 19. Juli 2022 verlegt. Bis zum Ablauf der Frist werden keine Bußgelder verhängt. Als erstes müssen die Geburtenjahrgänge 1953 bis 1958 ihren Führerschein umtauschen.

Corona-Bürgertests werden kostenpflichtig

Das Angebot der kostenlosen Bürgertests endet zum 30. Juni 2022. Ab Juli sollen die Corona-Bürgertests drei Euro pro Test kosten, teilte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Ausgenommen seien vulnerable Gruppen – für sie bleibe der Test kostenlos. Dazu gehörten auch Kinder bis fünf Jahre, Frauen zu Beginn der Schwangerschaft sowie Besucher:innen von Kliniken und Pflegeheimen.

Bisherige Änderungen in diesem Jahr: