Schneechaos in der Region: Unzählige Unfälle, ÖPNV eingestellt und Megastaus

Eine heftige Schneefront hat in der gesamten Region Trier bis in die Niederungen für einiges an Schnee gesorgt. Es kam zu sehr vielen Unfällen. Eine Übersicht:
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Man könnte meinen, dass der Schnee, welcher im bisherigen Winter nicht gefallen ist, jetzt auf einmal kommt. Wie in unserem Bericht am Donnerstag angekündigt, ist am Mittag, 20.01.203, eine Schneefront von BeNeLux kommend über den gesamten Westen gezogen. Dabei schneite es über mehrere Stunden bist in den späten Abend. In den Hochlagen sind bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gefallen. Es ist viel passiert. Hier nun ein Überblick in die Regionen:

Lage im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Hier ging die Schneefront schon früh an. Die Polizei Bitburg meldete bis um 17 Uhr bereits 25 Unfälle rund um Bitburg. Hierbei blieb es überwiegend bei Blechschäden. Autos kamen von der Fahrbahn ab und überschlugen sich. Lkw stellten sich quer und kamen nicht mehr weiter. Besonders betroffen waren die üblichen Stellen B 51, B 50, B 257, B 410. An Steigungen ging zeitweise gar nichts mehr.

Auf der A 60 ereigneten sich zwei Unfälle im Bereich der Auffahrt Bitburg Richtung Belgien. Ein Fahrzeug überschlug sich dabei um blieb noch längere Zeit im Straßengraben auf der Seite liegen, da auch die Abschleppdienste kurzfristig ausgelastet waren. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt, so die Polizei. Bei Sinspelt kippte ein Lkw auf die Seite und blockierte bis zur Bergung durch eine Spezialfirma die B 50.

Über 20 Kilometer Stau

Am heftigsten traf es die A 60 zwischen Waxweiler und der Grenze zu Belgien. Hier kam es unzähligen Unfällen und querstehenden Lkw. Am Abend startete schließlich ein Großeinsatz des DRK. Sie rückten auf die Autobahn rund um Prüm an und versorgten die Menschen in ihren Fahrzeugen mit Warmgetränken und Decken. Hier kam es zu einem 23 Kilometer langen Stau.

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Lage im Hochwald und Hunsrück

Im Hochwald blieb es verhältnismäßig noch am ruhigsten. Hier kam es „lediglich“ zu hängenden Lkw auf den üblichen Stellen der B 407, B 327 und L 151. Unfälle gab es nach bisherigen Informationen nicht. Anderes Bild im Hunsrück.

DRK überschlägt sich

Bei Deuselbach kam es zu einem Unfall mit einem Fahrzeug des DRK. Das überschlug sich und stürzte in den Straßengraben. Verletzt wurde hier glücklicherweise niemand.

Verkehrschaos und Megastaus

Auf der B 327 zwischen Thalfang und Büchenbeuren kam es zu unzähligen querstehenden Lkw. Hier kam auf einer Gesamtlänge von 32 Kilometern zu stockendem Verkehr und enormen Zeitverlust. Auf sämtlichen Steigungen, zum Beispiel der B 269 Morbach. In Birkenfeld kamen Lkw zum Erliegen. Vielerorts mussten Schneeketten aufgezogen werden.

Auf der B 50 zwischen dem Flughafen Hahn und der A 61 im Hunsrück kam es zu einem Chaos von mehr als 50 Kilometer. Es kam in dem Streckenabschnitt zu sehr vielen Unfällen, alle aber mit Blechschäden.

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Lage in der Vulkaneifel

Bis 16 Uhr kam es hier, laut Polizei zu zehn Glättebedingten Unfällen. Zu einem Unfall, der grade noch so glimpflich ausging musste die  Polizei Gerolstein im Bereich der Ortslage von Dohm-Lammersdorf ausrücken. Hier war ein Autofahrer aus dem Großraum Köln mit seinem Jeep, welcher erschreckender Weise nur mit Sommerreifen ausgerüstet war auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen gekommen und im Gegenverkehr frontal mit einem Schneeräumfahrzeug kollidiert. Es war der geringen Geschwindigkeit des Räumfahrzeuges und der guten und sofortigen Reaktion des Räumfahrzeugfahrers zu verdanken, dass es nicht zu einem schwerwiegenden Unfall kam, so die Polizei.

Ansonsten blieben vor allem rund um Daun auf allen Steigungen die Lkw hängen oder stellten sich quer. Besonders betroffen waren hier die B 410, B 257, B 421 und viele Land- und Kreisstraßen.

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Lage in der Stadt Trier

Auch in der Stadt Trier fiel Schnee – und das ist schon eine Besonderheit. Hier kam es, wie überall auch, auf den Steigungen zu liegengeblieben Lkw, so vor allem zwischen Filsch und der Korlinger Höhe. Aber über Unfälle ist bislang nichts bekannt.

Die Stadtwerke Trier (SWT) hatten am Abend den Busverkehr in die Höhenstadtteilte eingestellt. Die Busse konnten die höhergelegenen Orte nicht mehr anfahren. Um 22 Uhr wurde der komplette Busverkehr in der Stadt Trier eigestellt.

Busverkehr eingestellt

Neben dem eingestellten Busverkehr in der Stadt Trier wurde auch im gesamten VRT-Bereich der Busverkehr um 22 Uhr komplett eingestellt.

Vor allem im Eifelkreis und dem Hunsrück war für die Busse kein Vorankommen mehr. So teilte unter anderem Jozi-Reisen mit:  „Liebe Fahrgäste! Aufgrund des anhaltenden Schneefalls und der Glätte sind die Straßen in den Höhenlagen nicht befahrbar, wir müssen den Linienverkehr für heute einstellen. Sobald es die Witterungsverhältnisse morgen wieder zulassen, werden wir den Verkehr wieder aufnehmen. Bedenken Sie bitte, dass es trotz freier Straßen vor der eigenen Tür sein kann, dass der Bus auf einem höher gelegenen Teil der Strecke nicht weiterfahren kann. Die Sicherheit der Fahrgäste und des Fahrers gehen vor!“
Weitere Infos unter: Aktuelles I Verkehrsverbund Region Trier (vrt-info.de)

(c) Florian Blaes

Die Räum- und Streudienste hatten alle Hände voll zu tun, kamen jedoch nicht mehr hinterher. Das Problem waren zum einen, dass es über Stunden hinweg schneite und das ohne Unterbrechung. Und zum anderen, dass oftmals die Räumdienste durch die vielen querstehenden Lkw und Autos nicht mehr durchgekommen waren. Zum frühen morgen hin, beruhigte sich die Lage.

 

Eigene Recherche, Polizeiberichte