Spezialisten in Schutzanzügen entfernen Eichenprozessionsspinner in Trier

In den letzten Tagen und Wochen haben besorgte Bewohner aus Stadt und Land den zuständigen Behörden, wie im vergangenen Jahr, große und kleine Nester des Eichenprozessionsspinners gemeldet. So haben in Trier in der vergangenen Woche die Arbeiten zur Bekämpfung der Raupen begonnen.
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Im Vorfeld sind Mitarbeiter des StadtGrün Amtes Trier alle Bestände von Eichenbäumen im gesamten Stadtgebiet abgefahren und haben die Bäume nach einem möglichen Befall des Eichenprozessionsspinners untersucht. Wenn ein Nest gefunden wurde, wurden entsprechende Warnschilder und Hinweise angebracht.

Meisen und Insekten gegen die Raupe 

2020 hat die Stadt Trier zum ersten Mal einen naturnahen und ökologischen Ansatz zur Bekämpfung durchgeführt. „Die Mitarbeiter vom Amt StadtGrün haben mehr als 1000 Meisenkästen im gesamten Stadtgebiet, dort wo es Eichenbestände gibt, aufgehangen“, so Christian Thesen vom Amt StadtGrün in einem zurückliegenden Gespräch.

Zur Aufzucht der Brut benötigt ein Meisen-Pärchen rund 17 Kilogramm Insekten. Diese bestehen zu einem guten Teil aus Raupen. In den letzten Jahren konnten Beobachtungen festgestellt werden, dass die Meisen die Prozessionsspinner auch inklusive der Brennhaare fressen und verfüttern. Neben den Meisen hat die Stadt auch die Populationen von räuberischen Insekten (Puppenräuber, Florfliegen und parasitäre Schlupfwespen) durch gezielte Maßnahmen wie Totholzhaufen, Insektenresidenzen, Extensivierung der Mahd gefördert. „Und es scheint tatsächlich zu funktionieren. Wir sind zwar noch in einem frühen Stadium, aber bislang ist es im Vergleich zum vergangenen Jahr, weniger geworden“, freut sich Christian Thesen.

Schutzanzüge sind wichtig 

Am Dienstagmorgen (nach Pfingsten) haben Jonas Resch und sein Kollege, Mitarbeiter vom Forstbetrieb Herter in Treis-Karden mit der Bekämpfung mit dem Sauger begonnen. Wir waren am Montag, 13.06.22, mit der Kamera dabei. Sie machen die Arbeit im Auftrag für die Stadt Trier schon mehrere Jahre.

Frühmorgens um 7:30 Uhr haben die beiden ihre Arbeit aufgenommen. Bevor es mit dem Steiger-Fahrzeug zu den befallenen Bäumen geht, müssen sie ihre Schutzanzüge anziehen. Das sind Einmalanzüge, die den ganzen Körper bedecken. Die Verbindung von Schuhen zum Anzug werden mit Klebeband verschlossen.

Nachdem die Anzüge angezogen sind, fahren die beiden zu den ersten Bäumen. „Wir beginnen systematisch an Kindergärten, Schulen und Friedhöfen und arbeiten uns dann durch Wohngebiete und zum Schluss an landwirtschaftlichen Flächen durch“, erklärt der Fachmann. Wir treffen die beiden Insektenbekämpfer am Südfriedhof, kurz vor einer Beerdigung.

Viele Nester, aber deutlich weniger als in den Vorjahren 

Nachdem sie die drei Bäume an der besagten Stelle gesichtet haben, beginnen die Arbeiten. „Wir haben hier mehrere Nester, die wir nun mit dem Sauger absaugen werden. Die Raupen landen dann in dem Luftdicht verpacktem Sauger und werden folglich der Vernichtung zugeführt“, erklärt Resch die Vorgehensweise. Unten an der Eiche ist ein Nest, es kann schnell ohne Probleme abgesaugt werden.

Für die zwei weiteren Nester muss der Steiger in Stellung in Stellung gebracht werden. Jonas Resch macht sich fertig und fährt mit der Hebelbühne in den Baum zum Nest. „Das ist bislang unser größtes Nest. Stellt aber kein Problem für uns dar“, so Resch. Auch diese Raupen hat er in kurzer Zeit komplett abgesaugt. Anschließend wird Sprühkleber auf die Stelle gesprüht, wo die Eichenprozessionsspinner vorher waren. „In diesem Jahr erkennen wir aber, dass es deutlich weniger Nester und Raupen sind. Die Frühjahrswärme war zwar auch wie in den letzten Jahren da, warum es nun weniger sind, lässt sich derzeit schwer abschätzen – womöglich auch, durch die eingesetzten Biohelfer der Stadt Trier“, so Resch.

Was tun, wenn man ein Nest findet oder Juckreiz bekommt?

Jonas Resch erklärt in den Verhaltenstipps, dass sich Menschen, nach Möglichkeit von befallenen Bäumen fernhalten sollen. Wenn es mal luftiger sein sollte, können die Haare der kleinen Tiere aufgewirbelt werden und unter Umständen auf der Haut landen. Das führt zu Rötungen und Juckreiz. „Im Notfall dann doch immer einen Arzt aufsuchen, der sich die Haut anschaut.“ Wer im Stadtgebiet von Trier den Eichenprozessionsspinner sichten sollte, kann hier die Nummer 115 anrufen und den Standort melden. Folglich werden die Nester dann entfernt. So werden Jonas Resch und sein Kollege in den kommenden Wochen noch von Eichenbaum zu Eichenbaum reisen und den Eichenprozessionsspinner aufsaugen.

Eigene Recherche