Steigende Preise im Supermarkt: Milchprodukte werden noch teurer

In den Supermarkt-Regalen steigen die Preise für nahezu alle Lebensmittel. Nachdem Aldi, Lidl, Netto und Co. bei den Preisen für Milchprodukte bereits aufgeschlagen haben, könnte sich die Preiserhöhung bald wiederholen.
Die Preise für Milchprodukte werden weiter steigen. Symbolbild: Unsplash/ Brittani Burns
Die Preise für Milchprodukte werden weiter steigen. Symbolbild: Unsplash/ Brittani Burns

Der Milchindustrie-Verband (MIV)  stimmt Verbraucherinnen und Verbraucher auf weiter steigende Preise im Supermarkt ein. Im Gespräch mit dem Handelsblatt erklärt Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbands, Eckhard Heuser: „Die Verbraucher hat nur ein Teil der Preiserhöhungen erreicht“. Nach Angaben des Verbands werden größere Preisanpassung zum Sommer erwartet.

Preise auf Rekordhöhe

„Der Liter Milch geht auf jeden Fall über einen Euro, so Hauptgeschäftsführer Heuser. Für die Butter-Preise rechne er mit einem Anstieg von zehn Cent pro Packung. Dabei nennt der Experte die sogenannten „Einstiegspreise“. Das treffe den gesamten Einzelhandel, demnach nicht nur Markenhersteller, sondern auch No-Name-Produkte und Discounter, berichtet Focus Online.

Steigende Preise auf allen Ebenen

Der Grund für die steigenden Preise in den Supermärkten sind die gestiegenen Kosten auf allen Ebenen. Laut MIV ist nicht nur der Krieg in der Ukraine als alleinige Ursache zu nennen. Vielmehr seien in vielen erzeugerstarken Regionen die Milchanlieferungen merklich zurückgegangen. Einer der Gründe hierfür liege in den Kosten bei der Milchproduktion, die teilweise drastisch gestiegen sind, so der Verband. Zusätzlich sorgen unterbrochene oder gestörte Lieferketten – auch in Folge der Corona-Pandemie – für steigende Preise.

Weiterer Grund für steigende Preise: Vorratskäufe

Neben den Auswirkungen der gestiegenen Kosten in der Produktion und den gestörten Lieferketten, sorgen auch Vorratskäufe für steigende Preise. Nach Angaben des Milchindustrie-Verbands kommt es zu einer „überdurchschnittliche Bevorratung“ bei Milchpulver und Butter – sowohl bei industriellen Kunden als auch bei Kunden im Supermarkt, die zu H-Milch und Co. greifen. Die Hersteller lagern mehr Vorräte an Milch, Butter und Käse ein, um immer lieferfähig zu sein, erklärt der Experte. Kundinnen und Kunden wiederum kaufen beispielsweise mehr Butter ein und frieren diese ein.

Pressemitteilung Milchindustrie-Verband (08.04.2022), Artikel von Focus Online (21.04.2022)