Studie zeigt: Corona-Pandemie belastet Schulleitungen sehr

Eine Studie der Universität Trier, Universität Bielefeld und der Hochschule Fulda zeigt, dass ein hoher Anteil der schulischen Führungskräfte coronabedingt unter Arbeitsstress leidet.

Eine Studie zeigt, dass besonders schulische Führungskräfte unter der Corona-Pandemie leiden. Symbolbild: Pixabay

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind immens. Nicht nur Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte leiden unter den Folgen der Pandemie, sondern auch die Schulleitungen. Eine Studie liefert nun Ergebnisse zu arbeitsbedingten Stressbelastungen, zu gesundheitsriskanten Strategien der Arbeitsbewältigung und zur gesundheitlichen Beanspruchung der schulischen Führungskräfte. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Wissenschaftler:innen vor allem für weibliche Schulleitungen und Grundschulleitungen. 

2.187 Schulleitungen und Schulleitungsmitglieder aus vier Bundesländern befragt

Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Ein hoher Anteil der schulischen Führungskräfte leidet coronabedingt unter Arbeitsstress. 73 Prozent der Befragten geben an, ziemlich oder sehr oft in den vergangenen Monaten aufgewühlt gewesen zu sein, weil aufgrund der Pandemie etwas Unerwartetes im Schulbetrieb passiert ist. 70 Prozent berichten, sich ziemlich oder sehr oft über Dinge geärgert zu haben, über die sie infolge der Corona-Pandemie keine Kontrolle hatten. Ein Drittel gibt an, sich in den Monaten zuvor im Arbeitskontext ziemlich oder sehr oft nervös oder gestresst gefühlt zu haben.

Ungesundes Arbeitspensum

„Die Mehrheit der Schulleitungen greift zu gesundheitsriskanten Formen der Arbeitsbewältigung: sie arbeiten länger und in der Freizeit, verzichten auf Pausen, erhöhen das Arbeitstempo“, sagt Professor Dr. Kevin Dadaczynski von der Hochschule Fulda, Erstautor der Studie.
Drei Viertel der Befragten, vor allem die Grundschulleitungen, geben an, dass ihre Arbeitszeit seit der Corona-Pandemie gestiegen ist. 90 Prozent melden zurück, innerhalb der vorausgegangenen drei Monate oft oder sehr oft in der Freizeit für Kollegium, Schüler:innen oder Eltern erreichbar gewesen zu sein. Fast 70 Prozent berichten zudem, in einem für sie belastenden Arbeitstempo zu arbeiten, das sich nicht dauerhaft durchhalten ließe.

Bildungs- und gesundheitspolitischer Handlungsbedarf

„Wir wissen insbesondere aus der Bildungsforschung, wie enorm wichtig Schulleitungen für ein funktionierendes Bildungssystem sind und dass hinter einer guten Schule eine erfolgreiche
Schulleitung steht“, sagt Dr. Orkan Okan von der Universität Bielefeld. „Umso wichtiger ist es, die Gesundheit von Schulleitungen viel stärker in den Fokus von Forschung, Praxis und Politik zu rücken. Denn mittlerweile ist hinlänglich nachgewiesen, dass Leistungsfähigkeit, Bildungsqualität und Gesundheit zusammenhängen.“

Die drei Studienautor*innen sehen vor dem Hintergrund der Studienergebnisse einen dringenden bildungs- und gesundheitspolitischen Handlungsbedarf, um Gesundheit und Wohlbefinden von Schulleitungen in Deutschland zu verbessern. Das sei wichtig, um eine hohe Bildungs- und Schulqualität zu gewährleisten.