Exklusiv-Interview mit dem neu-gewählten Landrat Trier-Saarburg Stefan Metzdorf

newstr.de hat mit dem neuen Landrat für den Kreis Trier-Saarburg Stefan Metzdorf ein Exklusiv-Interview geführt – mit spannenden Neuigkeiten.

Stefan Metzdorf hat die Stichwahl gewonnnen und wird der neue Landrat in Trier-Saarburg.

Exklusiv-Interview von newstr.de mit Stefan Metzdorf, dem neu gewählten Landrat für den Landkreis Trier-Saarburg

Thema: Wahltag/ Wahlabend 

newstr.de: Herr Metzdorf, wie sind Sie am Sonntag der Stichwahl in den Tag gestartet?

Stefan Metzdorf: Ich bin ohne viel Aufregung in den Tag  gestartet, weil ich auf ein gutes Wahlergebnis gehofft hatte. Ich hatte ja grundsätzlich nichts zu verlieren und bin am Tag der eigentlichen Wahl mit einem sehr guten Ergebnis herausgekommen. Ich habe beim Haustürwahlkampf die Stimmung im Landkreis mitgenommen und somit gehofft, dass es sich im Wahlergebnis niederschlägt.

newstr.de: Als Sie am Wahlabend schon recht früh gesehen hatten, dass Sie deutlich vor dem Amtsinhaber Schartz stehen, was waren da Ihre Gedanken?

Stefan Metzdorf: Es war eine pure Freude darüber, dass ich soviel Unterstützung erfahren konnte und Vertrauensvorsprung hatte gegenüber dem Amtsinhaber.

newstr.de: Mit wem haben Sie den Abend verbracht, wer hat dann mit Ihnen gefeiert?

Stefan Metzdorf: An diesem Abend war meine Frau mit dabei und zahlreiche SPD-Mitglieder wie Verena Hubertz, Lothar Rommelfanger, Dirk Bootz und Johannes Huwer. Nachdem alle Interviews vorbei waren, sind wir ins Kasino am Kornmarkt in Trier und haben dort für uns gefeiert.

newstr.de: Hat Sie der noch amtierende Landrat Schartz am Abend der Wahl gratuliert?

Stefan Metzdorf: Es gab von Herrn Landrat Günther Schartz eine Gratulation und eine Zusage einer baldigen Übernahme bzw. Übergabe. Am 1. Januar 2022 werde ich meinen Dienst als neuer Landrat antreten. Zuvor wird es eine Vereidigung geben, den genauen Termin wollte der Amtsinhaber noch mit mir besprechen.

newstr.de: Sie haben in den Medien sicherlich verfolgt, was Amtsinhaber Günther Schartz als Statement nach der verlorenen Wahl gesagt hatte. Was sagen Sie dazu?

Stefan Metzdorf: Ich war über die Wahrnehmung und Äußerung zu dem Wahlergebnis etwas irritiert.

newstr.de: Nach dem Amtsantritt im Januar – Was werden Sie als erstes angehen, was sind die Herausforderungen?

Stefan Metzdorf: Mir ist zunächst einmal sehr stark daran gelegen, dass die Betroffenen der Hochwasserkatastrophe die Entschädigungen auch schnell bekommen und alles unkompliziert ablaufen wird. Hier soll auch zeitnah alles das erledigt werden, was am dringendsten gemacht und erledigt werden muss.

 

Thema: Moselaufstieg/ Westumfahrung 

newstr.de: Sie haben vor der Wahl gesagt „Westumfahrung ist veraltet, ich setze mich nicht dafür ein.“ Bleibt es dabei?

Stefan Metzdorf: Hier muss man nochmals darlegen, wo die Zuständigkeiten hingehören. Letztendlich ist der Kreis an dieser großen Planung zweitrangig. Dieses Verfahren wird an erster Stelle vom Bund und vom Land vorangetrieben. Es gibt ein neues Gutachten im Bundesverkehrsplan und das bestätigt auch meine Grundhaltung, dass dieser Moselaufstieg nicht mehr zeitgemäß ist. Denn das Gutachten vom Bund sagt, dass es gegen das Grundgesetzt verstößt, weil in dieser Verkehrswegeplanung der Klimaschutz nicht ausreichend bedacht ist. Grundsätzlich habe ich Verständnis und setze mich für eine Moselquerung ein. Diese Expertise des Bundes unterstütze aber nicht nur ich, sondern die SPD im Kreis allgemein. Wir können nicht sagen, wir machen uns stark für den Klimaschutz und wollen auf der anderen Seite massenweise Roden und Beton in den Wald setzen. Das widerspricht sich!

newstr.de: Wir waren vor kurzem bei den Aktivisten im Wald zwischen Zewen und Igel. Würden Sie bei einer Einladung der Waldbesetzer hingehen?

Stefan Metzdorf: Selbstverständlich würde ich in den Wald gehen, wenn man mich zu einem Gespräch einladen würde. Ich scheue nicht den Kontakt zu den Besetzern. Ich bin froh, wenn man einen Austausch auf Augenhöhe hat.

 

Thema: Gewerbegebiet Mehringer Höhe 

newstr.de: Wie stehen Sie zur Planung eines riesigen Gewerbegebietes auf der Mehringer Höhe?

Stefan Metzdorf: Ich war vor der Wahl zu einer Kundgebung in Schweich gegen ein Gewerbegebiet Mehringer Höhe. Und dort habe ich auch klar gesagt: Nein! Ich sehe keine Sinn darin, auf der Merhinger Höhe ein Gewerbegebiet zu bauen. Man muss doch erst einmal schauen, wo wir Lücken haben, die man erst einmal schließen kann. Ich denke hier insbesondere an Flächen wie in Reinsfeld, wo es evtl. noch 10 Hektar freie Fläche gibt. Weiterhin denke ich an Hermeskeil und insbesondere noch an Kenn. Dort hat ein großes Einkaufszentrum geschlossen, das Fliesenzentrum will sich verlagern und hier gibt es dann auch noch genug freie gewerbliche Fläche. Bevor man irgendwo etwas Neues erschließen möchte, sollte man Lücken füllen. Es kommt ja noch hinzu, dass eine Erschließung auch wahnsinnig viel Geld kostet.

 

Thema: Neues Katastrophenschutzzentrum in Newel 

newstr.de: Vor den Wahlen im September gab es eine Pressekonferenz, an der mit großem Stolz kurzfristig mitgeteilt wurde, dass es ein Katastrophenschutzzentrum in Newel geben soll. Wir fanden den Zeitpunkt und die Art der Vorstellung ungewöhnlich. Halten Sie auch an diesen Planungen fest?

Stefan Metzdorf: Wir haben in Sachen Katastrophenschutz erheblichen Nachholbedarf, das steht fest. Es ist in den vergangenen Jahren sehr stark vernachlässigt worden. Ich werde mich mit Nachdruck einsetzen, dass der Landkreis Trier-Saarburg schnellstmöglich ein Katastrophenschutzzentrum erhält. Hier muss ich aber ganz klar sagen: Das muss alles in einem abgestimmten Prozess passieren! Hier müssen alle Beteiligten mit dabei sein. Es muss auf breite Schultern gestellt werden, weil der Rückhalt im gesamten Landkreis vorhanden sein muss. Hier müssen viele Dinge berücksichtigt werden, auch, ob ein Ort strategisch günstig liegt. Ein neues Katastrophenschutzzentrum muss ein moderierter Prozess sein, bei dem alle Verantwortlichen, u.a. in den Feuerwehren, mitbestimmen können.

Nachfrage newstr.de: Also Standort Newel ist noch nicht in trockenen Tüchern?

Stefan Metzdorf: Es muss ein tragbares Konzept von allen sein, dass von allen Schultern getragen wird.

 

newstr.de: Vielen Dank für Ihre Zeit und das Interview!