Gedenkfeier für Opfer des Naziterrors im SS-Sonderlager/KZ Hinzert

Heute fand die jährliche Erinnerungsfeier für die Opfer des Nationalsozialismus im SS-Sonderlager/KZ Hinzert statt. Allein im Sonderlager wurden nachweislich mindestens 321 Menschen ermordet oder starben durch den

Ehrenfriedhof im Konzentrationslager Hinzert, Foto: Florian Blaes

Heute fand die jährliche Erinnerungsfeier für die Opfer des Nationalsozialismus im SS-Sonderlager/KZ Hinzert statt. Allein im Sonderlager wurden nachweislich mindestens 321 Menschen ermordet oder starben durch den Lagerterror an Krankheit, Entkräftung oder Hunger. Die Feier begann um 14 Uhr an der Kapelle mit einer Messe der luxemburgischen Amicale des Anciens de Hinzert (Freundeskreis der ehemaligen Hinzert-Häftlinge).
Direkt danach begrüßte Dr. Sarah Scholl-Schneider, stellvertretende Direktorin, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, die Gäste. Darauf folgte eine Ansprache des Staatssekretärs im Ministerium für Wissenschaft und Gesundheit, Dr. Denis Alt.

Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert

Gegründet wurde das SS-Sonderlager im Oktober 1939 als Polizeihaftlager für „straffällig“ gewordene Westwallarbeiter. Es trug die offizielle Bezeichnung „SS-Son­derlager Hinzert“. Am 1. Juli 1940 wurde das SS-Sonderlagers Hinzert unter die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) unterstellt.
Von diesem Zeitpunkt an wurde es von den Nationalsozialisten als „Durchgangslager“ genutzt, um insbesondere luxemburgische, belgische, französische und niederländische Häftlinge in die Konzentrationslager Buchenwald, Natzweiler oder Dachau zu deportieren.

Am 3. März 1945 wurden die meisten der überlebenden Häftlinge auf einen Gewaltmarsch Richtung KZ Buchenwald getrieben und auf dem Weg dorthin in Oberhessen schließlich befreit. Mitte März 1945 wurden die letzten noch im Lager verbliebenen Häftlinge von der US-Armee befreit.