Trier-West: Angebot für wohnungslose junge Menschen gestartet

Ab sofort finden wohnungslose und von diesem Schicksal bedrohte junge Menschen Unterstützung in Trier-West. In der Gneisenaustraße 44 können sie vorübergehend eigenen Wohnraum beziehen und erhalten Unterstützung.
Bürgermeisterin Elvira Garbes (2.v.l.) besucht das neue Projekt für wohnungslose junge Menschen in der Gneisenaustraße 44. Weitere Teilnehmende des Ortstermins sind Jugendamtsleiter Carsten Lang, Dr. Manfred Bitter (Herbert und Veronika Reh Stiftung) sowie Michael Schneider und Alexa Lichter (Don Bosco Helenenberg, v. l.). Foto: Sozialdezernat
Bürgermeisterin Elvira Garbes (2.v.l.) besucht das neue Projekt für wohnungslose junge Menschen in der Gneisenaustraße 44. Weitere Teilnehmende des Ortstermins sind Jugendamtsleiter Carsten Lang, Dr. Manfred Bitter (Herbert und Veronika Reh Stiftung) sowie Michael Schneider und Alexa Lichter (Don Bosco Helenenberg, v. l.). Foto: Sozialdezernat

Hilfe für junge Erwachsene in Not

Bereits seit 2017 laufen konkrete Planungen, um die Situation wohnungsloser und von diesem Schicksal bedrohter junger Menschen zu verbessern. Bürgermeisterin Elvira Garbes zeigte sich bei einem Besuch in der Gneisenaustraße 44 von dem Ergebnis begeistert: Ab sofort finden junge Menschen in dem neu gestalteten Haus in Trier-West Unterstützung und Begleitung.

Verkauf an Stiftung

Mit dem Verkauf einer städtischen Immobilie an die Herbert und Veronika Reh Stiftung, die sich verpflichtete, das Haus Gneisenaustraße 44 für die Wohnungslosenhilfe herzurichten, schuf der Stadtrat auf Vorschlag des Jugendamts die Voraussetzungen zur Optimierung der Angebote für junge Wohnungslose. Die Stiftung sanierte die historische Immobilie im Sinne der vorgesehenen Nutzung und in Abstimmung mit der Denkmalpflege. Der für den Betrieb der neuen Einrichtung verantwortliche Träger Don Bosco Helenenberg konnte sich in die Planung einbringen.

Vorübergehende Bleibe für Wohnungslose

In dem Haus, das die Stiftung zur Nutzung an Don Bosco übergeben hat, gibt es nun aufsuchende Jugendsozialarbeit, die begleitet wird von Beratungsangeboten und der Möglichkeit einer Notfallversorgung mit Wohnraum. Junge Menschen, die in der Zusammenarbeit mit den Fachkräften im Haus echte Chancen für einen Neuanfang sehen, können vorübergehend eigenen Wohnraum beziehen und von dort aus eine eigene dauerhafte Bleibe suchen. Daneben geht es auch um die Klärung beruflicher Perspektiven und die Beseitigung von Vermittlungshemmnissen.

Zusammenarbeit von Jugendamt, Jobcenter sowie Amt für Soziales und Wohnen

Möglich wird diese umfassende Unterstützung durch eine innovative Zusammenarbeit, zu der neben dem für die Planung und einen Teil der Betriebskosten zuständigen Jugendamt das Jobcenter und das städtische Amt für Soziales und Wohnen beitragen. Die Arbeitsverwaltung beteiligt sich neben den Zahlungen für die Kosten der Unterkunft mit einem zusätzlichen Zuschuss. Garbes hob die Bedeutung einer ämterübergreifenden Zusammenarbeit mit Einbindung des Jobcenters hervor. Sie lobte ihre Mitarbeitenden und Führungskräfte für diese beispielgebende Kooperation nach innen und das Zusammenwirken mit externen Einrichtungen: „Das Projekt zeigt, was mit starken Partnern in Trier alles möglich ist.“

Bereits seit 2011 hatte es in Trier Bestrebungen gegeben, die Hilfen für junge, insbesondere männliche, Wohnungslose neu zu organisieren. Die in diesem Bereich aktiven freien Träger hatten auf ihre beunruhigenden Beobachtungen hingewiesen, wonach auch in Trier die Zahl der Betroffenen unter 25 Jahren signifikant zunimmt und deren Bedürfnisse bislang nur unzureichend durch das bestehende Hilfesystem abgedeckt werden konnten.