Urteil verkündet: Lebenslange Haft für Trierer Amokfahrer

Nach fast einem Jahr geht der Prozess um die Amokfahrt in Trier zu Ende. Der Amokfahrer (52) wurde heute zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Zudem wird er in eine Psychiatrie eingewiesen.
Am 19. August 2021 begann der Prozess am Trierer Landgericht. Foto: newstr
Am 19. August 2021 begann der Prozess am Trierer Landgericht. Foto: newstr

Lebenslange Haft im Amokfahrt-Prozess

Im August 2021 begann der Prozess um die Trierer Amokfahrt von Dezember 2020. Dem 52-Jährigen wurde fünffacher Mord sowie versuchter Mord in 18 Fällen vorgeworfen.

Am heutigen Dienstag, 16.08.2022, wurde – fast genau ein Jahr später – das Urteil verkündet: der 52-Jährige wurde zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Er wird in einer Psychiatrie untergebracht und ihm wird der Führerschein auf Lebenszeit entzogen, berichtet unter anderem der Südwestrundfunk (SWR). Zudem stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine vorzeitige Entlassung nicht möglich.

Gericht folgt Forderung der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert, zudem die besondere Schwere der Schuld. Mit dem Urteil folgt das Gericht dieser Einschätzung. Der Mann wird in einer forensisch-psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Laut des psychiatrischen Gutachtens leidet der 52-Jährige unter Wahnvorstellungen sowie einer paranoiden Schizophrenie. Die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik ist nicht befristet. Vielmehr müsse ein Gutachter bestätigen, dass der Mann keine Gefahr für andere darstelle, bevor er entlassen werden könnte.

Angeklagter schwieg zur Tat

Während der Verhandlung saß der Täter hinter seiner sicheren Verglasung, notierte sich fleißig Notizen, während Zeug:innen ihre Aussagen machten. Er äußerte sich zu keinem Zeitpunkt zu der Tat. Erst im Juni erklang die Stimme des 52-Jährigen im Gerichtssaal. Er unterbrach die Aussage der Gefängnispsychologin, die über seine Persönlichkeit sprach mit den Worten „Ich glaube, es reicht jetzt langsam.“

 

Beitrag SWR (16.08.2022)